Aus der Amazon.de-Redaktion
Nach seiner sehr zurückhaltenden, sich ganz dem Stück unterordnenden Version von
Ein perfekter Ehemann hat Oliver Parker nun mit
Ernst sein ist alles eine weitere Komödie
Oscar Wildes verfilmt. Doch diesmal hat er sich dabei weit größere Freiheiten erlaubt. So setzen hier zwei der Hauptfiguren ihrer Liebe ein dauerhaftes Zeichen, indem sie sich den Namen des anderen an eine höchst intime Stelle tätowieren lassen. Zudem gibt es hier auch noch einige Traum- und Fantasiesequenzen, die den Rahmen jeder Bühne sprengen würden; und einige der Charaktere haben nun einen ganz neuen Hintergrund. Bedenkt man dann noch die kurze Verfolgungsjagd, die rasanten Ortswechsel und den Jazz-Score aus den 20er-Jahren, kann kein Zweifel mehr bestehen: Oliver Parker wandelt bei seinem dritten Kinofilm erstmals auf den Spuren Baz Luhrmanns.
Gäbe es nicht schon eine Shakespeare-Komödie dieses Titels, dann hätte Ernst sein ist alles auch "Viel Lärm um nichts" heißen können. Die Irrungen und Wirrungen, in denen sich Algernon "Algy" Moncrieff (Rupert Everett), seine Kusine Gwendolen Fairfax (Frances O'Connor), sein bester Freund Jack Worthing (Colin Firth) und dessen Mündel Cecily Cardew (Reese Witherspoon) eine Zeit lang zu verlieren scheinen, sind letztlich ganz und gar unbedeutend und lösen sich dann auch wie in Luft auf. Oscar Wilde hat mit den Eskapaden seiner beiden leichtlebigen Gentlemen und den seltsamen Vorlieben ihrer Auserwählten, die glauben, einen Mann nur dann lieben zu können, wenn er Ernst heißt, die Albernheiten der englischen Salonkomödie auf ihre aphoristische Spitze getrieben. Jeder Dialog gleicht hier einem regelrechten Feuerwerk sprachlichen Witzes.
Anders als viele Stücke, die an Modernisierungen, wie Oliver Parker sie hier vorgenommen hat, zweifellos scheitern würden, ist Ernst sein ist alles so ziemlich für jeden Regieeinfall offen. Wilder, fast schon maßloser Unernst lädt einen Filmemacher geradezu ein, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Auch wenn längst nicht jede Idee Oliver Parkers zu überzeugen vermag, so fällt das nicht weiter ins Gewicht, denn am Ende sind Oscar Wildes Sprache sowie sein unvergleichlicher Witz das Entscheidende. Und gerade auf dieser Ebene überzeugt Ernst sein ist alles voll und ganz. Rupert Everett ist sowieso der geborene Wilde-Schauspieler. Wie er jedes Wort durch Mimik und Gestik entweder unterstreicht oder konterkariert und so eine Figur erschafft, die weitaus vielschichtiger ist, als man zunächst glaubt, ist einfach phänomenal. Aber auch seine Mitspieler stehen Everett in nichts nach. Sie alle sind von einer schier unglaublichen Spielfreude erfüllt, die diese reizende Petitesse zu einem großen Vergnügen macht. --Sascha Westphal
Video Jakob Kurzinhalt
"Lauter echte Liebende treffen auf dem Landsitz von Jack und Cecily unter manch falschem Namen aufeinander. Was folgt ist ein spannendes Verwirrspiel, in das auch der Zuschauer bis über beide Ohren hineingerissen wird. Lassen Sie sich ein, auf die Verwechslungsbeschichte von Oscar Wilde, in der alle Ernst lieben, wer auch immer er sein mag..."
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Gutsbesitzer Jack und Lebemann Algernon gehören der englischen Oberschicht an. Beide führen unter dem Namen Ernest ein Doppelleben, sobald Verpflichtungen oder wütende Gläubiger zur Last werden. Die praktische Notlüge erweist sich jedoch als fatales Problem, als sich Jack in Algys Cousine, Algy sich dagegen in Jacks Mündel verliebt. Denn die ahnungslosen Frauen kennen ihre Verehrer nur als Ernest und reagieren recht verschnupft. Als auch noch Algys snobistische Tante auf den Plan tritt, kommt es zu turbulenten Enthüllungen.
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Zum zweiten Mal nach "Ein perfekter Ehemann" greift Regisseur Oliver Parker auf einen Oscar-Wilde-Klassiker und Rupert Everett als höchst attraktiven Hauptdarsteller zurück. Nicht das einzige Glanzlicht des Ensembles, dem auch Colin Firth ("Bridget Jones") und Dame Judi Dench ("Iris") angehören, sowie Reese Witherspoon ("Pleasantville"), die in ihrer Zartheit einfach entzückend ist. Leichtfüßig, romantisch und heiter kommt der Kostümfilm daher, der vor allem die Damenwelt für einige Zeit zum Träumen anregen dürfte.
Blickpunkt: Film
Gutsbesitzer Jack und Lebemann Algernon führen beide unter dem Namen Ernest ein Doppelleben, um Verpflichtungen oder wütenden Gläubigern zu entgehen. Zum Problem wird die praktische Notlüge, als sich Jack in Algys Cousine, Algy sich dagegen in Jacks Mündel verliebt - denn beide Frauen kennen ihre Verehrer nur als Ernest. Zweite Oscar Wilde-Verfilmung von Oliver Parker ("Ein perfekter Ehemann").
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Amüsante Farce nach Oscar Wilde um zwei Freunde, die mit fiktiven Zweitidentitäten in der Liebe Verwirrung stiften.
Kurzbeschreibung
Lauter echte Liebende treffen auf dem Landsitz von Jack und Cecily unter manch falschem Namen aufeinander. Was folgt ist ein spannendes Verwirrspiel, in das auch der Zuschauer bis über beide Ohren hineingerissen wird. Lassen Sie sich ein, auf die Verwechslungsbeschichte von Oscar Wilde, in der alle Ernst lieben, wer auch immer er sein mag...
Produktbeschreibungen
Um die zwei befreundeten Gentleman-Schlawiner Jack Worthing (Colin Firth) und Algy Moncrieff (Rupert Everett) kreist die Geschichte der beiden, die viel zu sehr mit dem Charmieren und dem Erfinden von Ausreden beschäftigt sind, um allzeit ihrer Verantwortung gerecht zu werden. So soll sich Jack auf dem Lande eigentlich um seine junge romantische Nichte Cecily (Reese Witherspoon) kümmern. Er reist aber viel lieber unter dem falschen Namen Ernst nach London. Derweil nimmt Algy unablässig vor gesellschaftlichen Verpflichtungen oder Gläubigern Reißaus und gibt sich dabei auf dem Lande selbst schon mal als Ernst aus. Mit ihren Notlügen und Dampfplaudereien können die Herrschaften freilich vielleicht noch Algys rebellische Cousine Gwendolen Fairfax (Frances O′Connor) einwickeln, die sich nur zu gern von Jack (alias Ernst!) erobern lassen möchte. Doch niemand im Bunde kann Lady Bracknell (Dame Judi Dench), der mächtigen Mutter von Gwendolen, etwas vormachen. Und als lauter echte Liebende mit manch falschem Namen auf dem Landsitz von Jack und Cecily zusammentreffen, gerät der amüsante Reigen um vertauschte Identitäten, gesellschaftliche Gesetze und geschliffene Worte zum komödiantischen