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Gäbe es nicht schon eine Shakespeare-Komödie dieses Titels, dann hätte Ernst sein ist alles auch "Viel Lärm um nichts" heißen können. Die Irrungen und Wirrungen, in denen sich Algernon "Algy" Moncrieff (Rupert Everett), seine Kusine Gwendolen Fairfax (Frances O'Connor), sein bester Freund Jack Worthing (Colin Firth) und dessen Mündel Cecily Cardew (Reese Witherspoon) eine Zeit lang zu verlieren scheinen, sind letztlich ganz und gar unbedeutend und lösen sich dann auch wie in Luft auf. Oscar Wilde hat mit den Eskapaden seiner beiden leichtlebigen Gentlemen und den seltsamen Vorlieben ihrer Auserwählten, die glauben, einen Mann nur dann lieben zu können, wenn er Ernst heißt, die Albernheiten der englischen Salonkomödie auf ihre aphoristische Spitze getrieben. Jeder Dialog gleicht hier einem regelrechten Feuerwerk sprachlichen Witzes.
Anders als viele Stücke, die an Modernisierungen, wie Oliver Parker sie hier vorgenommen hat, zweifellos scheitern würden, ist Ernst sein ist alles so ziemlich für jeden Regieeinfall offen. Wilder, fast schon maßloser Unernst lädt einen Filmemacher geradezu ein, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Auch wenn längst nicht jede Idee Oliver Parkers zu überzeugen vermag, so fällt das nicht weiter ins Gewicht, denn am Ende sind Oscar Wildes Sprache sowie sein unvergleichlicher Witz das Entscheidende. Und gerade auf dieser Ebene überzeugt Ernst sein ist alles voll und ganz. Rupert Everett ist sowieso der geborene Wilde-Schauspieler. Wie er jedes Wort durch Mimik und Gestik entweder unterstreicht oder konterkariert und so eine Figur erschafft, die weitaus vielschichtiger ist, als man zunächst glaubt, ist einfach phänomenal. Aber auch seine Mitspieler stehen Everett in nichts nach. Sie alle sind von einer schier unglaublichen Spielfreude erfüllt, die diese reizende Petitesse zu einem großen Vergnügen macht. --Sascha Westphal
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Über die Lieblingslisten anderer Rezensenten bin ich auf diesen Film gestoßen und nachdem ich ihn gesehen hatte, wunderte ich mich doch sehr, warum ich nicht schon viel früher von ihm gehört hatte und warum er so unbeachtet geblieben ist, denn das ist wirklich britischer Humor auf höchstem Niveau.
Colin Firth, der sich als Ernst ausgibt, spielt zum Kringeln witzig und Rupert Everett, der auch gerne Ernst sein möchte, ergänzt ihn darin wie ein Alter Ego, einfach unübertrefflich, die beiden.
Dies soll das Lob für die anderen Schauspieler nicht schmälern, denn natürlich gibt es da noch die göttliche Judi Dench als kratzbürstige Lady Bracknell, sowie Reese Witherspoon und Frances O’Connor als herrliches Gespann verliebter Misses, nicht zu vergessen den schmachtenden Pfarrer, die steife Gouvernante, ja sogar der Butler und die anderen Lakaien, sie alle spielen überragend komisch!
Natürlich hat die Geschichte keine bedeutsame Handlung. Sie ist aber eine vollendete Komödie über das Verlieben und Verloben und die dazugehörigen Irrungen und Wirrungen gewürzt mit allerlei Unfug und Spaß. Und nirgendwo habe ich eine so nichtige Geschichte so witzig und köstlich in Szene gesetzt gesehen wie in diesem Film.
Fazit: Wer Colin Firth liebt, wer britischen Humor mag, wer die Elite der britischen Schauspieler in Bestform sehen möchte, wer einem zauberhaften Schwank aus der Feder des großartigen Oscar Wilde nicht abgeneigt ist, der MUSS diesen Film haben!
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