Nachdem von dem sehr beachtlichen Buch über Ernst Ludwig Kirchner "Ein Künstlerleben in Selbstzeugnissen" bereits die zweite Auflage erschienen ist, ist es interessant, zu hören, was unsere Schweizer Nachbarn in den "Schaffhauser Nachrichten" (10. Juni 2010) über die Publikation von Andreas Gabelmann treffend berichten:
"Wer aber war Ernst Ludwig Kirchner wirklich? Gabelmann, ein in Radolfzell wohnender Kunsthistoriker, geht dem spannungsreichen Leben dieses schwierigen, ruhelosen und zugleich egomanischen Künstlers anhand ausgewählter Selbstzeugnisse nach, zitiert Briefe, Tagebuchnotizen, Aussagen von Zeitzeugen, die er auch mit Fotografien des Künstlers unterlegt. In dem hundert Seiten umfassenden, ansprechend gestalteten und sehr lesenwerten Bändchen bestätigt Gabelmann manche Irrungen und Wirrungen, die dem berühmten Maler der "Brücke" nachgesagt werden. Der Autor tut dies dennoch mit viel Empathie für den überaus facettenreichen Künstler. Dabei blendet Gabelmann die notorischen Schwächen Kirchners keinswegs aus - seine überschaumende Kreativität wird genau so wie seine Masslosigkeit ausgiebig thematisiert, so etwa Kirchners in Dresden und Berlin, in Ateliers oder beim Nacktbaden in der Abgeschiedenheit der freien Natur extrem lustvoll ausgelebter Hang zu "Zeitfrauen" und blutjungen Aktmodellen..."