Aus der Amazon.de-Redaktion
1992 wurde der Karikaturist Ernst Kahl vom Gourmetmagazin
Der Feinschmecker gefragt, ob er nicht jeden Monat mit einem komischen Bild voll kulinarischem Nonsens seinen Senf zum Blatt beisteuern wolle. Er wollte, und setzte mit zeichnerischen Köstlichkeiten in Magazinen wie
Konkret oder
Titanic und Zeitungen wie der
Zeit gleich noch ein Sahnehäubchen oben drauf.
Gemischt mit verworfenen Entwürfen kann man die opulenten Ergebnisse nun in Ernst Kahls Tafelspitzen bewundern: Prachtvolle Schinken über arme Würstchen und Fleischphobien, scharf garniert mit kunstvoll ausgekochten Texten -- etwa dem Horror-Drehbuch Rotwein zu Fisch. Da sind manche Titel (wie "Erdbärernte" oder "Gebäckträger") vielleicht etwas halbgar geraten.
Insgesamt aber ist sind Ernst Kahls Tafelspitzen überaus appetitlich angerichtet. Ein gut gewürzter, delikater Augenschmaus also: Schade ist da eigentlich nur, dass er so manchen Rezensenten dazu bringen wird, sich zu etwas schlecht abgehangenen Wortspielen über Kunst und Essen hinreißen zu lassen. --Thomas Köster