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Ernest Hemingway
 
 

Ernest Hemingway [Kindle Edition]

Hans-Peter Rodenberg
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Rowohlts Monographien gibt es ja schon seit den 50er Jahren. Irgendwie haftete den schmalen Büchlein immer etwas Bildungsbürgerhaftes an. Gesangbuchdünne Seiten und Textmengen, daß einen schwindeln konnte. Und bloß sparsam mit Bildern. Schaurig-schön. Sie kamen zum Schluß schon ganz schön tüttelig daher. Aber wichtig waren sie.

Jetzt liegt Ernest Hemingway vor -- und siehe da, die neue Aufmachung zahlt sich aus. Schneeweißes, glattes Papier, tolles Layout. Jede Menge Schriftsteller-Eckdaten am Seitenrand. Und erst das Fotomaterial! Fast ausnahmslos noch nie gesehen. Wirklich liebevoll gemacht. Da wird "Papa" wieder ganz schön lebendig.

Der am 21. Juli 1899 in Oak Park geborene Hemingway durchlief eine seltsame Kindheit. Vom depressiven Vater auf Jagdausflügen zum Jäger herangebildet, von der Mutter in Mädchenkleider gesteckt, verfolgte ihn diese Erfahrung ein Leben lang. Er sollte später fast zwanghaft an seinem Image als Macho und Großwildjäger herumgestalten. 1917 meldete er sich zum Roten Kreuz an die italienische Front und wurde verwundet. Zwei Jahre später Heimkehr als gefeierter Sieger, der er nie war. Nach der Heirat mit seiner ersten Frau Hadley brachte er 1923 Three Stories And Ten Poems heraus, drei Jahre später den ersten Roman Fiesta. Der Durchbruch.

Es folgt seine kreativ dichteste Periode. Männer ohne Frauen, Tod am Nachmittag und In einem anderen Land erscheinen. Sein knapper Erzählstil gilt als epochemachend in der Literatur. Ausgedehnte Reisen folgen. Dann der Höhepunkt: Wem die Stunde schlägt, ein spanisches Bürgerkriegsdrama, wird auf der ganzen Welt gefeiert!

Einmal noch gelingt ihm ein solcher Wurf mit dem 1952 erschienenen Der alte Mann und das Meer. Nobelpreis -- Depression und Schreibhemmung. Das hält Hemingway nicht aus und richtet die Waffe gegen sich selbst. Wir schreiben 1961. In diesen Tagen wäre der große Autor hundert Jahre alt geworden. --Ravi Unger

Kurzbeschreibung

Ernest Hemingway ist immer noch einer der populärsten Autoren der klassischen Moderne, sein Bild oszillierend zwischen Metaphysiker, Macho und medialem Selbstdarsteller von hohen Graden. Ein erneuter, frischer Blick auf seine Romane und Kurzgeschichten zeigt einen sehr viel sensibleren, sehr viel weniger machistischen Hemingway, als die feministische Kritik herausgestellt hat. Den Hemingway’schen Held plagen weit mehr Widersprüche und Selbstzweifel, als diejenigen wahrhaben wollen, denen er als Projektionsfigur männlicher Idealbilder dient.

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 7855 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Digitalbuch (1. Juni 2011)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0058D5LIA
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: #35.020 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Die Monographie bringt den Menschen in seiner Zwiespältigkeit und den Schriftsteller Hemingway - den Meister der "skelettierten Prosa " - dem Leser näher.Auf der einen Seite der Macho, Trinker, Boxer usw und auf der anderen Seite der schüchterne, sentimentale und von Selbstzweifeln geplagte Mensch. Es wird Hemingways gefährliches Leben, welches seine Werke mit autobiogrphischen Elementen erfüllte sowie sein Verhältnis zu den Frauen und seine Abhängigkeit von den Frauen sehr genau beschrieben.Was für Santiago, dem Fischer aus " Der alte Mann und das Meer "gilt " Man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben " galt nicht für Hemingway. Am Ende seines Lebens konnte er nicht mehr schreiben, d.h. er konnte nicht mehr leben und beging Selbstmord.

Dieses Buch beschreibt sehr genau und spannend das bunte Leben Hemungways vom Reporter zum Nobelpreisträger sowie dessen Werke. Empfehlenswert für alle, die mehr auch vom Menschen und Schriftsteller wissen wollen.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Wir sind von Anfang an verflucht, und du mußt erst furchtbar verletzt werden, bevor du ernsthaft schreiben kannst..." schrieb Hemingway 1934 an F. Scott Fitzgerald. Hemingway erschoss sich, wie wir wissen, vor seinem 62. Geburtstag, am 2. Juli 1961, auf seiner Ranch im amerikanischen Idaho mit seinem Jagdgewehr. Welche Traumatisierungen hatten Hemingway umdüstert? Es ist sehr interessant, sich mit der Biographie Hemingways auseinanderzusetzen, dann erst wird klar, warum in seinen Schriften immer wieder Krieg und Stierkampf, Jagd und Tod zum Thema werden. Sein Vorbild war sein Großvater: Soldat. Den Horror pflanzte Hemingways Mutter in den kleinen Ernest damit, dass sie ihm allzugerne die Kleider seiner Schwestern überzog: umso männlicheres Gebaren wurde ihm zur lebenslangen Demonstrationspflicht. Bei einem weiteren Erlebnis gelang ihm die Bewältigung nicht: Sein Vater, Gynäkologe, musste an einer Indianerin einen Kaiserschnitt ohne jede Betäubung vornehmen - das war so schrecklich, dass der zusehende Ehemann sich selbst die Kehle durchschnitt. Härte angesichts des Todes wurde Hemingways unauslöschliches Thema. Den späteren Selbstmord seines Vaters sortierte Hemingway in die Schublade "Feigheit" ein. Wurde sein eigener Suizid umgekehrt ein Beispiel für Männlichkeit und Mut? Es lohnt sich, in diese Hemingway-Biographie von Kenneth S. Lynn einmal genauestens und präzise hineinzuschauen. Vielleicht hat man dann auch eine Antwort auf die Frage, mit welcher Absicht eigentlich diese amerikanische Gallionsfigur immer wieder in den Unterrichtsspiralen unserer Gymnasien auftaucht - oder hat man etwa die Sache nur halb durchdacht - und die Hemingway-Rezeption bedürfte einer energischen Korrektur?
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von e.f.
Format:Taschenbuch
Rodenbergs Biographie setzt sich zum Ziel, hinter die Selbstinszenierung Hemingways als Abenteurer und Macho zu blicken. Rodenberg betont vor allem Hemingways Verwundbarkeit und seine Selbstzweifel, die schließlich zum Selbstmord geführt hätten. In der Einleitung heißt es: "Der Eindruck von Hemingway, der sich schließlich in der Öffentlichkeit festsetzte, war der eines Angebers, der die Hälfte der Zeit betrunken war, Leute zusammenschlug und großspurig auftrumpfte. Auf der Strecke blieb der andere Hemingway, der sensible Schriftsteller, dem der Alkohol nur dazu diente, seine Selbstzweifel und seine Unsicherheit zu betäuben. [...] Dieser Mann war zugleich Täter und Opfer in ein einer Zeit die einen zweifelsfrei maskulinen Helden brauchte, um die Verunsicherung durch die radikalen Veränderungen des 20. Jahrhunderts zu überdecken." Rodenberg deutet Hemingway als Opfer seiner eigenen Selbstinszenierung.

Was an Rodenbergs Biographie manchmal befremdet, ist die Neigung zu apodiktischen Urteilen. Er wirft für meinen Geschmack etwas zu unbefangen mit psychoanalytischem Vokabular um sich. Von "ödipalen Spannungen" ist die Rede, psychologische Diagnosen sind schnell bei der Hand. Rodenberg studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Amerikanistik und lehrt jetzt als Professor für Film, Neue Medien und Kulturgeschichte der USA an der Universität Hamburg. Und deshalb bleibt hier der etwas saure Nachgeschmack zurück, der sich einstellt, wenn Kulturwissenschaftler anfangen vorbehaltlos zu freudeln.

Davon abgesehen, liefert das Buch aber eine aufs Wesentliche konzentrierte und spannende Einführung in Hemingways Leben und seine Bücher. Rodenberg beschreibt wohltuend bündig Hemingways Jugend und das schwierige Verhältnis zu seinen Eltern. Hemingways rastloses Leben wird in allen Stationen beschrieben, ebenso wie seine vier Ehen und seine Beziehungen zu Freunden und Vorbildern wie Gertrude Stein, F. Scott Fitzgerald und Sherwood Anderson zu. Hemingways Werke werden prägnant dargestellt und Rodenberg verfolgt die Entwicklung von Hemingways berühmt kargem aber wahrhaftigem Schreibstil
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