Aus der Amazon.de-Redaktion
Jetzt liegt Ernest Hemingway vor -- und siehe da, die neue Aufmachung zahlt sich aus. Schneeweißes, glattes Papier, tolles Layout. Jede Menge Schriftsteller-Eckdaten am Seitenrand. Und erst das Fotomaterial! Fast ausnahmslos noch nie gesehen. Wirklich liebevoll gemacht. Da wird "Papa" wieder ganz schön lebendig.
Der am 21. Juli 1899 in Oak Park geborene Hemingway durchlief eine seltsame Kindheit. Vom depressiven Vater auf Jagdausflügen zum Jäger herangebildet, von der Mutter in Mädchenkleider gesteckt, verfolgte ihn diese Erfahrung ein Leben lang. Er sollte später fast zwanghaft an seinem Image als Macho und Großwildjäger herumgestalten. 1917 meldete er sich zum Roten Kreuz an die italienische Front und wurde verwundet. Zwei Jahre später Heimkehr als gefeierter Sieger, der er nie war. Nach der Heirat mit seiner ersten Frau Hadley brachte er 1923 Three Stories And Ten Poems heraus, drei Jahre später den ersten Roman Fiesta. Der Durchbruch.
Es folgt seine kreativ dichteste Periode. Männer ohne Frauen, Tod am Nachmittag und In einem anderen Land erscheinen. Sein knapper Erzählstil gilt als epochemachend in der Literatur. Ausgedehnte Reisen folgen. Dann der Höhepunkt: Wem die Stunde schlägt, ein spanisches Bürgerkriegsdrama, wird auf der ganzen Welt gefeiert!
Einmal noch gelingt ihm ein solcher Wurf mit dem 1952 erschienenen Der alte Mann und das Meer. Nobelpreis -- Depression und Schreibhemmung. Das hält Hemingway nicht aus und richtet die Waffe gegen sich selbst. Wir schreiben 1961. In diesen Tagen wäre der große Autor hundert Jahre alt geworden. --Ravi Unger
