Von Experten entwickelt? Und trotzdem nicht hifreich!
Meine Einschätzung: achtlos zusammengestückelte Rezepte und eine Menge Widersprüchliches.
Die Rezepte widersprechen z.T. ganz massiv den Ratschlägen des Theorieteils. Zum Beispiel wird dort darauf hingewiesen, wie wertvoll Ballaststoffe seien (sind sie das, im Schub?), doch in den Rezepten wird ausschließlich 405er Mehl verwendet. Es gibt Rezepte mit Zitrusfrüchten ohne jeden Hinweis zur Verträglichkeit, obwohl die Unverträglichkeit vorher beschrieben wurde. Dafür wird bei fast jedem Löffel Honig oder Mineralwasser (aber eben nicht bei jedem) auf Austauschmöglichkeiten hingewiesen.
Es gibt mehrere Rezepte mit Dosenobst, weiter vorn steht "eine zuckerreiche Ernährungsweise erscheint ... wenig gesundheitsförderlich". Im Kapitel "Köstliche Mittagessen" steht direkt neben dem Satz "Es muß nicht immer Fleisch sein" das Rezept "Schinkenpralinen mit Senf-Honig-Dip" und in den Ernährungstipps "Essen Sie pflanzliche Nahrungsmittel".
Die Mengenangaben erscheinen in manchen Rezepten abstrus: eine Bouillon aus gerade mal einem Hühnerbeinchen oder 100 g Teigwaren für 2 erwachsene Personen? Hallo? Und was sollen denn Ratschläge mit Milchzucker, Leinsamen, ganzen Getreidekörnern, Früchtetee und Hülsenfrüchten?
Aber mein absoluter Aufreger ist: was bitte haben denn "Köstliche Mittagessen" mit unter 100 Kcal oder mit gerade mal 200 Kcal in einem Buch für Menschen verloren, die in aller Regel mit Unterernährung zu kämpfen haben?
Was ich erwartet habe:
- eine Differenzierung von Ratschlägen und Rezepten zwischen der Ernährung im Schub und in der Remission
- Rezepte mit Angaben, welche Zutaten man im Schub/in der Remissionsphase austauschen kann (z.B. 605er/1050er Mehl), damit sie vertäglicher werden oder Ballaststoffe liefern,
- Rezepte mit Hinweisen, wie man sie kalorienmäßig aufrüsten kann, ohne die Menge zu vergrößern
- Listen mit Lebensmitteln, die abführend, stopfend oder blähend wirken