Ich habe mir das Buch zur Vorbereitung auf die Bachelor-Prüfung in Ernährungswissenschaften gekauft. Es sieht mit seinen unter 300 Seiten "schlank" aus, aber das täuscht: es ist ungemein "gehaltvoll" (und dafür ausgesprochen preisgünstig). Es sind A4-Seiten, 2-spaltig, mit relativ kleiner Schrift, aber dennoch gut lesbar. Nur das Rot, womit die Tabellen unterlegt sind, ist gewöhnungsbedürftig (die Farbe wurde in der neusten Auflage aber wohl bereits geändert).
Das Buch gliedert sich in einen längeren ernährungswissenschaftlichen Teil (ca. 80 %) und einen kürzeren ernährungsmedizinischen (20 %). Außerdem werden im Rahmen des ersten Teils auch die Grundlagen der Biochemie beschrieben, sodass man es als Repetitorium für drei Fächer benutzen kann. Es werden alle Haupt- und Mikronährstoffe abgehandelt, wobei jeweils Aspekte wie Vorkommen/Bioverfügbarkeit, Verdauung/Absorption, Verstoffwechselung/Ausscheidung, Körperbestand/Plasmakonzentration, Zufuhrempfehlungen/Verzehr, Funktion/Wirkung sowie Unter-/Überversorgung besprochen werden. Auch das Thema Ernährungsphysiologie kommt nicht zu kurz. Die Texte sind stark strukturiert und die Sprache ist klar und prägnant, wodurch das Lernen erleichtert wird. Es ist der Autorin gelungen, den prüfungsrelevanten Stoff so aufzubereiten, dass nichts fehlt, was in den Vorlesungen behandelt wurde, und dass man nichts mehr herausschreiben muss (allenfalls anmarkern). Außerdem enthält das Buch einprägsame Abbildungen und viele Tabellen, die auch zum Nachschlagen geeignet sind - ebenso wie das umfangreiche Sachregister. Je länger man mit dem Buch arbeitet, umso deutlicher wird, dass es, obwohl vergleichsweise knapp gehalten ("kompakt" eben), nicht oberflächlich ist. Im Gegenteil: es spart selbst neuste molekularbiologische Erkenntnisse nicht aus. Und es geht konform mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, ohne indoktrinieren zu wollen.
Für mich hat sich die Investition voll ausgezahlt, auch wegen der zahlreichen Übungsaufgaben, die keine reine Wiederholung des Lernstoffs darstellen, sondern eher noch eine Vertiefung. Es wäre schön, wenn dieses Buch an deutschen Universitäten im Fachbereich Ökotrophologie weite Verbreitung fände. (Für Fachhochschulen ist es möglicherweise nicht praxisorientiert genug - hier bieten sich die Bücher von Schlieper an.)