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71 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Film ist trotz aller Kritik ein kleines Meisterwerk !, 25. Juni 2008
Trotz aller negativen Kritik habe ich mich vor ein paar Monaten ins Kino gewagt um mir den Film mit dem mir bisher längsten bekannten Filmtitel anzusehen. Man könnte nun sagen das man schon beim Titel des Films Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" ahnen müsste das es eine langwierige Angelegenheit werden könnte. Mit 160 min (nicht wie hier angegeben 150 min) ist daraus auch ein Film geworden der zum einen wirklich etwas Geduld einfordert und der glücklicherweise so weit weg vom Hollywood Mainstream Kino angesiedelt ist. Soll nicht heissen das ich besagtes Blockbuster Kino nicht mag, aber es ist dann immer wieder schön Filme zu finden die alleine durch Atmosphäre und tolle Bilder überzeugen können und nicht nur durch Special Effects punkten. Ich muss an dieser Stelle aber auch zugeben das der Film im Grunde genommen alles hat was es für einen richtig gewaltigen Hollywood Flop braucht. Wenig Handlung, kaum Spannung, ein vorhersehbares Ende, kaum Action und oft endlose Dialoge machen den Film auch nicht gerade zu einer leichten Kost. Trotzdem hat mich der Film so richtig gefesselt, den zum einen schafft Regisseur Andrew Dominik eine Atmosphäre die in meinen Augen sehr gelungen ist und dann kann er mit einer Bilderflut punkten die einfach großartig ist. Dazu kommen mit Brad Pitt und Casey Affleck zwei Hauptdarsteller die absolut geschaffen sind für Ihre Rollen. Wer hier einen Western mit großartiger Action und absoluter Hochspannung erwartet, der sollte lieber gleich die Finger davon lassen, wer sich aber gerne mal auf Kino der etwas anderen Art einlässt und sich auch die Zeit nimmt für einen großartigen Film, der sollte hier zugreifen. Wer hier nur einen Stern vergibt, der ist meiner Meinung nach wohl schon zu sehr abgestumpft worden durch vollgepflastertes Special Effects Kino und hat kein Gespür für einen guten Film. Der Film erinnert vom Erzähltempo her eher an die Filme Der mit dem Wolf tanzt oder auch Erbarmungslos und ist nicht mit den typischen Western der 50er und 60er Jahre zu vergleichen. Was mir sehr gefallen hat war die Fimmusik von Nick Cave und Waren Ellis, die einen perfekten Film noch den letzten Schliff verleiht. Die Pianoklänge wirken immer einprägsam aber nie aufdringlich wie es oft bei Filmmusiken der Fall ist. Erzählt wird uns die Geschichte des vielleicht berüchtigsten Banditen des wilden Westens ab dem letzten zusammen mit seinem Bruder Frank verübten Überfall auf eine Zug im Jahre 1861. Nach diesem Überfall versucht der erst zwanzig jährige Robert Ford Mitglied in der Bande von Jesse James zu werden. Für den nicht beliebten und etwas zurück gebliebenen Ford ist Jesse James ein absolutes Vorbild und er versucht dieses immer mehr zu kopieren. Es kommt schließlich zum unausweichlichen Finale. Darüber hinaus erzählt uns aber der Film auch, über den Mord an Jesse James hinaus, was mit seinem Mörder und dessen Bruder danach passiert ist. Für mich defintiv einer der besten Western die ich kenne und ich meiner Sammlung befinden sich so einige. Genau deshalb habe ich mich auch entschlossen mir von Jesse James die Special Edition im Digi Pack nach Hause zu holen und da wurde ich dann bitter enttäuscht. Zum einen git es im Vergleich zur normalen DVD überhaupt kein Bonusmaterial und dann ist der Preis auch noch erheblich teurer. Einzig allein ein zugegeben recht schick gestaltetes Digi Pack machen noch lange keine Special Edition. Das beiliegende Booklet das angepriesen wird ist dann auch nicht der Rede Wert. Ich erwarte von einer Special Edition eine zweite DVD mit ausreichend Bonusmaterial und nicht die selbe DVD Ausstattung wie ich sie schon bei der normalen DVD Auflage bekomme. Also, für alle die sich den Film zulegen wollen sei gesagt das die Einzel DVD völlig ausreicht, da die DVD selbst zu 100% identisch ist mit der DVD aus der Special Edition. Der Film ist für mich wie gesagt ganz große Klasse, die Special Edition dafür eine bodenlose Unverschämtheit und jeder der sich den Film zulegen will ist wie gesagt mit der Einzel DVD sehr gut versorgt. Den hier bekommt er nur eine andere Verpackung und ein kleines Heftchen mit dazu welches den Preisunterschied garantiert nicht wert.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Brilliantes Autorenkino...weckt allerdings ganz andere Erwartungen, 24. Juli 2008
Zugegeben: Das Rad des Westerns wird mit "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" nicht neu erfunden. So sehr der Film mit seinen 160 Minuten Epos ist, ein Edelwestern ist er nicht, eher ein dreckiger Vertreter seines Genres. Diese zweite Arbeit des Neuseeländers Andrew Dominik hat weder die Action und das Tempo der Duellpartner von "Todeszug nach Yuma", noch die aufreibende Jäger und Gejagte Story in "Seraphim Falls". Die beiden Gegenspieler in "Jesse James" liefern sich eher ein ruhiges Katz- und Mausspiel mit viel Psychologie, bei dem sich dann am Ende die Vollstreckung als Ausweg oder Erlösungsmöglichkeit von der Abhängigkeit anbietet. Erzählt wird die uralte Geschichte um Mythen und Legenden, wie wir sie aus "Wyatt Earp" oder "Liberty Valence" kennen. Die Quintessenz fällt aber sehr gallig und bedrückend aus. Robert Ford (Casey Affleck) ist ein etwas naiver, nicht besonders intelligenter junger Möchtegern-Westernheld, der schon als Kind genau so ein Held wie sein verehrter Jesse James (Brad Pitt) sein wollte: Diese verehrte Legende, die schon zu Lebzeiten nicht nur gefürchtet, sondern auch als eine Art Robin Hood des wilden Westens (fälschlicherweise) gefeiert wurde. Der junge Ford ist so einer der anfällig für diese verzerrte Verklärung ist. In Wirklichkeit ist Jesse James ein misstrauischer, unberechenbarer, depressiver Killer ohne Freunde, der ständig auf der Flucht lebt. Da die meisten Gangmitglieder tot oder gefasst sind, heuern er und sein älterer Bruder Frank (Sam Shepard) neue Gefolgsleute für kommende Überfälle an, einer dieser Anwärter ist der klebrige Robert Ford. Was dann folgt ist ein Abgesang auf den alten Westen, nichts ist so wie es scheint oder sein soll: Der junge Robert muss sich langsam aber sicher von seinem Helden- und Idolbild verabschieden. Mehr noch: Fast scheint es so, dass die grenzenlose Bewunderung immer mehr in Hass, auch Selbsthass, umschlägt. Die Ermordung der Ikone scheint unausweichlich. Grandios sind die Darstellerleistungen der beiden Männer. Brad Pitt hat endlich wieder ne gute Rolle, aber Casey Affleck spielt einfach göttlich. In wunderbaren, traumhaften Bildern inszeniert, spröde Landschaften, die auch die Menschen irgendwie morbide macht. Der meditative soundtrack von Nick Cave entfaltet sich zu einem der besten Scores der letzten Jahre. Der Film ist sehr ruhig und lässt sich Zeit, die Figuren zu entwickeln. Dazu fährt er relativ lange Szenen mit prägnanten Dialogen auf. Das alles hat mich sehr stark an den Altman-Klassiker "MacCabe und Mrs. Miller" erinnert, auch ein Peckinpah oder Walter Hill Touch schwingt mit. Die durchgehend melancholisch bis elegische Grundstimmung des Films war auch sicherlich das Manko an der Kinokasse. Man hat da vielleicht mit einem Megastar wie Brad Pitt wahrscheinlich mehr oberflächliches Mainstreamkino erwartet. Die Kritiken des Films waren dann ja auch zuerst verhalten bis vernichtend. Umso erfreulicher ist es, wenn man die Mehrheit der Rezensionen hier liest, dass sie eher positiv bis euphorisch ausfallen, was auch eindrücklich zeigt, dass der Film sich sehr schnell einen grossen Stellenwert bei Cineasten erspielen wird. Das wird ganz klar ein Klassiker....
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Biographie namens "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford", 11. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford [Blu-ray] (Blu-ray)
"Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" [Originaltitel:The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford] ist ein Westerndrama vom Regisseur Andrew Dominik elches 2007 erschien. Jesse James ist auf grund zahlreicher Überfälle im ganzen Land bekannt. Nachdem bis auf seinen Bruder Frank keiner der ursprünglichen James-Bande mehr übrig ist, umgeben sie sich mit diversen Taugenichtsen, die ihnen bei ihren Überfällen helfen. Unter der Gruppe befindet sich auch Robert [Bob] Ford. Bob Ford bewundert Jesse und beobachtet alles was er macht genau. Doch Jesse misstraut Bob von Anfang an und hat ausser Hohn nichts für den jungen Mann übrig. Bald erkennt Ford, dass James nicht der Held ist, den er vermutete und seine anfängliche Bewunderung kehrt sich ins Gegenteil um. Und schließlich kommt es zur "Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford". Nachdem ich von vielen hörte, dass der Film sehr langweilig sein soll, habe ich lange überlegt ob ich ihn mir auf BluRay kaufe. Am Ende überwog meine Neugier und wass ich sah gefiel mir sehr. Wer den Namen "Jesse James" hört, denkt fast automatisch an den wilden Westen, Pistolen, Showdowns und einen heroischen Helden in Gestalt eines Ganoven. Die Wahrheit in diesem Film sieht anders aus. Es gibt einen Ganoven, der menschlich aber nicht heroisch ist und einen Westen, der realistisch ist. Es gibt keine Revolverhelden keine Showdowns um 12Uhr mittags. Es gibt nur das Leben in all seiner Form. Der Film ist ruhig ohne Spezialeffekte er zeigt keine wilden Schießereien und Fluchten. Er zeigt 2 Männer deren Schicksal miteinander verknüpft ist. Der Film ist kurz gesagt nicht mehr als eine Biographie des Jesse James und Robert Fords. Schauspielerisch war der Film sehr gut besetzt (vor allem Pitt weiß zu überzeugen). Man sieht tolle Bilder und das ganze ist untermauert von einer Absolut passenden Musik. Das Bild der BluRay ist meist gut (Schwächen inklusive) und der Ton weiß auch zu überzeugen. Extras wird man wohl vergeblich suchen und leider hat die BD auch kein Wendecover. FAZIT: Ein sehr schöner und glaubhafter Film, der abseits des Actionwesterns in seinem eigenem actionfreien Tempo zu überzeugen weiß.
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