Wirklich, auch im siebten Buch stehen für Harry Dresden die Karten ziemlich schlecht. Selbst dem "Erlkönig" muss er sich gegenüberstellen, um seinen Feinden Widerstand zu leisten. Ein Glück, dass diese Reihe nun vom Feder & Schwert Verlag übernommen worden ist, sonst wäre dieser Teil nicht in deutsch herausgekommen. Und das wäre wirklich schade, denn nicht nur der Magier Dresden, sondern auch die Romane sind im Laufe der Zeit deutlich gereift. Gab es am Anfang immer noch einen etwas lockeren und flapsigen Humor, ist die Geschichte nun deutlich düsterer und fatalistischer. Auch Harry Dresden ist reifer, enttäuschter und realistischer geworden, was der Erzählung deutlich gut tut.
Jim Butcher gelingt es auch dieses Mal den Leser schnell in seinen Bann zu ziehen und mitten ins Geschehen hinein zu versetzen. Einige lose Fäden aus früheren Romanen werden fortgesetzt und deuten auf weitere zukünftige Ereignisse hin. So gibt es als Mittelpunkt zwar das apokalyptisch anmutende Szenario um die Nekromanten und deren Machtergreifung, aber auch das komplexe Universum der Reihe selbst entwickelt sich fort und strebt der Zukunft entgegen. So ist der weiße Rat am Ende seiner Kräfte, die Vampire legen sich mit nahezu jeder Fraktion an, und Harry fragt sich ernsthaft, ob es nicht besser wäre, einen Pakt mit einem Dämon einzugehen. So entsteht eine packende und dicht gewebte Geschichte, die den Leser im Sog der Ereignisse mitreißt und begeistert zurücklässt, wenn er das Buch wieder zuschlägt.
Dies ist wohl einer der besten Romane der Reihe, und man darf darauf hoffen, dass Jim Butcher das Niveau auch weiterhin halten kann.