Über den Tellerrand eines belehrenden Gurus kommt Andrew Cohen hier leider nicht hinaus, wenn auch im Stil eines legeren amerikanischen Sonnyboys und nicht im asketischen Gehabe eines indischen Vorbilds.
Vielleicht liegt es an der Übersetzung, dass ich immer den Eindruck habe, ein Priester würde mir die zehn Gebote von der Kanzel herab predigen.
Ja, das weiß ich doch - das haben wir alle doch schon tausendmal gehört - und jetzt? Und mehr kommt dann einfach nicht - es bleibt auf dem Level der Belehrung stehen.
Dazu kommt, dass die Sprache überhaupt nicht mit der vermeintlichen Essenz des Wortgehaltes harmoniert - viel zu trocken, belehrend, distanziert und kühl.
Die Texte sind zerrissen und nahezu zerhackt - und dann, wenn es gerade erst spannend zu werden scheint, hört es auch schon wieder auf - bleiben nur Lücken und offene Fragen...
Fragmente einer zusammenhaltslosen Lehre, die der Leser deshalb nicht zu erkennen vermag.
Fast mit erhobenen Zeigefinger weist uns ein erleuchtetes Wesen auf unsere Defizite hin, macht uns aber kein entgegenkommendes Angebot, außer, dass er verlangt, das Gesagte zu akzeptieren.
Haben Menschen auf diese Weise je einen Sprung in eine andere Dimension schaffen können?