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Erleuchtung, was ist das? Was ist gemeint mit Satori, mit Samadhi? Gibt es Unterschiede? Warum sprechen die einen vom Hier und Jetzt, andere von Zeitlosigkeit? Was meint Buddha mit Nirwana, Jesus mit Himmel? Gibt es Gott, Himmel und Hölle, Engel und Teufel? Andere Dimensionen? Was ist dran an der Matrix?
Die einen sprechen von du bist das alles, die anderen erzählen dir, du bist Illusion, die einen sagen, Ich bin ist alles, was ist, andere sprechen von Ich bin nicht.
Gibt es einen Weg oder sind wir längst am Ziel? Ist der Weg das Ziel oder ist der Weg das Hindernis? Reines Bewusstsein oder Reine Energie, oder ist alles ohnehin nur reiner Quatsch?
Chi? Kundalini? Prana? Chakren? Yin oder Yang, oder sowohl als auch oder weder noch? Dualität oder Einheit? Seele Körper Geist? Superseele? Kosmisches Bewusstsein? Über-, Unter- und Unbewusstes.
Drogenerfahrungen, Tantra, Sexualenergie, Reine Liebe oder doch alles nur Superego? Konditionieren oder Massenhypnose? Kirchen, Sekten, Psychokulte.
Jesus spricht von Nächstenliebe und vom Vater im Himmel. Buddha von Mitgefühl, Seelenwanderung und dem großen Nichts, der Leere. Lao Tze vom ewigen, unveränderlichen Tao, das um sich selbst sorgt.
Osho von Sexualenergie und Existenz. Mohammed vom Schwert, und Moses von Geboten. Jeder spricht und predigt und alle sagen, es könne nicht gesagt werden.
Haben sie alle das gleiche erfahren oder gibt es unterschiedliche Erleuchtungen?
Diese Fragen beschäftigen spirituelle Sucher seit jeher. Ich will versuchen, sie aus meiner eigenen Erfahrung zu beantworten. Ich habe verschiedene Erfahrungen spiritueller Erweckung er- und durchlebt, inklusive der klassischen Gotteserfahrung, dem Nichts (void, Nirwana), Chakrenerweckungen, Satoris, Samadhis, Kundaliniauslösung samt Union von Shiva und Shakti, war der Beobachter und auch die reine Liebe, reines Bewusstsein und auch reine Energie, habe gesehen, dass alles gleichzeitig auch reiner Quatsch ist, und möchte diese Erfahrungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, verstehbar machen, auch und vor allem den vielen Erleuchteten widmen, die sich selbst am Ende des Ziels wähnen und im Satsang-Spiel mitsingen.
Mir selbst gefällt der Ausdruck Erleuchtung gar nicht (mehr) so sehr, da er mit bestimmten Vorstellungen verbunden ist, und all das, was sich der andere darunter vorstellt, bin ich NICHT. Es ist zu einem Modewort geworden, doch verwende ich es dennoch in diesem Buch, vielleicht, um die Vorstellungen darüber wieder zurechtzurücken.
Persönlich am besten gefällt mir die Bezeichnung weise, obwohl alt und vielverwendet ist sie so neutral und nichts sagend, dass ich mich noch immer damit identifizieren kann. Es bedeutet schließlich nichts anderes, als dass das Wissen des Weisen nicht von anderen kommt, nicht vom Studium, nicht von außen, nicht erlernt ist, sondern auf persönliche Erfahrung aufbaut und aus sich selbst kommt. So gesehen bin ich eben ein Weiser in Sachen Erleuchtung.
Ich werde dies häufig wiederholen, doch stelle ich es nochmals an den Anfang dieses Buches:
Über allem gilt der Satz, Die Wahrheit kann nicht gesagt werden, und es gilt Lao-Tzes Satz am Beginn des Tao Te King: Die Wahrheit, die gesagt (oder geschrieben) werden kann, ist nicht die ganze Wahrheit.
Dies gilt auch für dieses Buch. Es ist Teil des kosmischen Spiels und kann als Teil nie das GANZE vermitteln. Doch sehen wir mal, was als dieser Teil dabei herrauskommt.
Der Autor sagt er selbst sei nicht erleuchtet (weil das das schreibende ICH per se nicht erleuchtet sein kann) und dann irgendwie trotzdem doch (erleuchtet), weil das Buch quasi gechannelt von "drüben" kommt, wo der Erleuchtete anzutreffen sei, der aber naturgemäß nicht schreiben kann.
Das Buch beschreibt den Themenkomplex Erleuchtung, mit Fragen wie "Was ist Erleuchtung" "Was passiert danach", "Kann man Erleuchtete erkennen", usw. Wobei die Themen im späteren Teil sehr weit gefaßt sind, mit Kapitel/Abschnitten zu Bewußtseinszuständen (Satori, Samadhi, Kundalini, Chakren, etc.), religiösen Konzepten (Nirvana, Ying/Jang, Himmel, Hölle, ...) usw. Danach folgen Poems (im weitgefaßten Sinn Gedichte und Textbrocken in deutsch und englisch) die den Leser intuitiv ansprechen sollen/können.
Der Schreibstil ist modernistisch, viel näher an Internet Mail/Chatschreibstil als an üblichem Buchstil, teilweise witzig, selbstironisch oder bissig. Z.T. wird ein wilder Mix aus Deutsch mit englischen Begriffen verwendet. Eine klare Struktur ist (von den Kapiteln abgesehen) eher nicht vorhanden ... freundlich ausgedrückt könnte man es als assoziatives Konzept bezeichnen, ansonsten eben etwas chaotisch.
Bewertung:
Das Buch ist eines der ganz gaaaanz wenigen, die nicht vor Wertung und Dualität strotzen während sie vorgeben gerade das transendiert zu haben. OWK gelingt der schwierige Spagat, die Erleuchtung als wünschenswertes Ziel darzustellen, ohne alle anderen im allgemeinen und die westliche Welt im besonderen als sonderlich bemitleidenswert oder unterentwickelt dastehen zu lassen. Als Werkzeug dazu dienen klare Worte, der beühmte "Beobachter" (der offensichtlich auch beim Schreiben zugesehen hat) und auch ein geregeltes Maß an Selbstironie.
Soll heißen, es fehlt dieser klebrig-süßliche Überzug des Schmachtens nach Erleuchtung und Nicht-Dualität und auch diese unterschwellige oder gar vordergründige Ablehnung des auf Ego und Dualität bezogenen Lebensstils, die in meinen Augen nichts weiter als auch wieder Dualität darstellt, und die einen Großteil der Erleuchtungsliteratur schwer verdaulich macht.
Das bedeutet aber auch, daß die Weihrauch-, Wohlfühl- und Laßt-Uns-Mal-Bei-Den-Händen-Halten Fraktion mit dem schnoddrigen Stil, der sich krass von vergleichbaren Werken abhebt, schwer zurechtkommen wird, wobei wahrscheinlich diese Gruppe am meisten von dem Buch profitieren könnte (Hinweis: ja, ich weiß, das IST eine unterschwellige Wertung, möglicherweise ein Schatten, aber ICH behaupte auch nicht daß Wertungen generell überwunden werden müßten).
Der Rest der Leserschaft (der wahrscheinlich auch Douglas Adams und Terry Pratchett zu schätzen weiß) findet eine recht nüchterne Darstellung der Vorgänge rund um das Phänomen Erleuchtung, sowie einige recht angenehme Unterscheidungen, wie z.B. zwischen Erleuchtungserlebnis (als singuläre Erscheinung) und "erleuchtet sein" (als Lebensabschnitt) oder verschiedene Phasen, die nach dem "erleuchtet werden" oft durchlaufen werden.
Eine solch differenzierte Darstellung holt das Konzept Erleuchtung vom hohen Altar und das ist die klare Stärke des Buches. Auch das weitgehende Fehlen von unterschwelliger Wertung und trotzdem klar vorhandene Beziehen von Stellung sind wohltuend. Lesenswert hierzu Kapitel "Meine Be- und Abwertungen", S.253, Auszug: "Ein Baum ist ein Baum, eine Rose ist eine Rose, das ist keine Bewertung, sondern eine Feststellung, eine Wahrheit. ... wenn ein Baum behauptet eine Rose zu sein ... muss erlaubt sein ... dies als Beobachter ... auch ganz klar zu sagen".
OWK trennt relativ klar zwischen eigener "Meinung", eigenen Erlebnissen, aus 2. Hand gehörtem. Ein gewisser Absolutheitsanspruch ist zwar auch zu finden, hält sich aber im erträglichen Rahmen und ist einem "Erleuchteten" ja auch zuzugestehen, so lange es nicht zu penetrant passiert. Die übliche Meister/Schüler Dialektik fehlt erfreulicherweise ganz.
Im Mittelteil habe ich einige Kapitel oder Unterkapitel übersprungen, da es dort um die anderen esoterisch/spirituellen Themen geht (Ying/Yang, Kundalini, siehe oben) und diese in einen größeren Zusammenhang gestellt werden, was mir dann persönlich doch etwas zu weit reichend und gleichzeitig wirr erschien. Auch scheinen mir einige in Tabellenform angestellten Vergleiche recht starr und unflexibel, speziell weil das restliche Buch eben gerade dieses Starrheit vermeidet.
Fazit: Trotz einzelner Schwächen ist das Buch in Summe doch für jeden lesenswert, der sich für erleuchtet hält, es sein will oder sonstwie auf das Thema gestoßen ist. Allerdings ist es durch den Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig. Und es dürfte unverdaulich für alle sein, die schlichte Antworten wollen, oder dringed den Highway to Enlightenment suchen ... oder vielleicht finden gerade jene durch das Buch dazu.
Wobei ich mich generell OWK's 8. und 10. Gebot anschließe:
Glaube mir kein Wort.
Lies keine Bücher über Erleuchtung.
Es sind mehrere Dinge, durch die sich dieses Buch wohltuend von anderen Erleuchteten-Werken abhebt:
Da ist die Sprache, die sich am modernen westlichen Menschen orientiert und versucht, die nebulöse Poesie der östlichen Esoteriker zu entwirren. Aus der Akasha-Chronik wird dann halt 'Gottes Harddisk' und als Erläuterung für die Funktion des 'Mind' wird der Kinofilm "MATRIX" herangezogen. (Wir werden gedacht!)
Weiter liegt OWK jegliches missionieren fern: 'Kann (und soll) jeder erleuchtet werden? Wieder mal Ja UND Nein. Prinzipiell ja, trozdem 'geschieht' es nicht. Wozu auch?'; 'Ein Erleuchteter ist nichts "Besseres"'.
Das Schöne daran: Man wird nicht mit irgendwelchen Einschränkungen belästigt, wie etwa 'kein Sex, kein Fleisch, kein Alkohol, kein Glückspiel und täglich den Namen des Herrn chanten = ewige Glückseligkeit' sondern, im Gegenteil, 'auch Erleuchtete rauchen und gehen ins Kino'.
Und - am allerwichtigsten: Egal aus welcher religiösen, esoterischen oder wissenschaftlichen Richtung die Weltenerklärer auch kommen mögen, immer wenn es zur wirklich existentiellen SINN-Frage kommt wird gekniffen oder geschwafelt. Nicht so bei OWK. Hier kommen wirklich die "Facts" auf den Tisch und die Antwort ist so verblüffend einfach (und wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten), daß man sie womöglich zunächst gar nicht wahrnimmt, bis es irgendwann später dämmert - oder vielleicht explodiert.
Ist OWK ein sich durch sich selbst chanellends Medium, das erleuchteter ist als die nur 'Erwachten' oder ist er ein durchgeknallter Spinner mit 'neurologischem Kurzschluß'? Wahrscheinlich kommt es eh auf dasselbe heraus, aber die Art und Weise wie OWK sich selbst und seine Leser nicht ernst nimmt, läßt darauf schließen, daß er "echt" ist. Es ist letzendlich auch egal, sein absolut wertloses wertvolltes Buch aller Zeiten bereitet viel Freude. Zum Beispiel der Teil 'Poems und Gechichten' und hier besonders die 'Geschichte von Traum', die nach dem Studium der 180 Seiten des Haupttextes wie eine wirkliche Offenbarung erscheint. Auch der nicht enden wollende Anhang hat es in sich. OWK schreibt, daß dieses Buch eigentlich leer sein müßte, aber daß dann es dann wohl niemand gekauft hätte :-). Selbstredend gibt es die neuen Zehn Gebote, von denen das Zehnte lautet: '10. Lies keine Bücher über Erleuchtung'. Das passt zu der weiter vorne im Text zitierten Aussage eines Meisters: 'Wenn dir jemand 100000$ oder die augenblickliche Erleuchtung anbietet, dann nimm das Geld und laufe so schnell Du kannt. Wenigstens ist dann noch jemand da, der sich daran freuen kann.' Allen Suchern der Wahrheit und Weisheit sei dieses Buch ans Herz gelegt. Wenn erst mal klar ist, WAS eigentlich letzlich gefunden werden soll, sucht und lebt es sich leichter und vor allem viel streßfreier, es ist schließlich 'ewig' Zeit...
Was das Buch „wohltuend anders" macht, ist seine Sprache und die Haltung des Autors. Die Sprache ist im allgemeinen die moderne Umgangssprache, wenn auch die Umgangssprache von jemanden, der es mit vielen esoterischen Methoden und Praktiken versucht hat und sich somit in der Esoterikszene ganz gut auskennt (insbesondere mit Yoga, Tantrismus und nicht zuletzt mit Osho).
Die Stärken des Buches liegen in der Beschreibung dessen, was Erleuchtung ausmacht, die Unterschiede zum „bloßen" Erwachen und dem Leben als Erleuchteter.
Trotz so mancher Stärken kann das Buch nicht ganz halten, was es verspricht. Das Buch verspricht zwar nicht, den Leser auf den Pfad der Erleuchtung oder Erweckung selbst voranzubringen, aber es verspricht unter anderem, verständlich zu machen, „was mit Satori, Nirwana, mit Himmel und Hölle ...." gemeint ist. Es verspricht, „derartige Phänomene nicht nur wiederzuerkennen, sondern auch wesentlich besser in den Gesamtprozess der menschlichen Entwicklung einordnen zu können".
Der Autor möchte „diese Phänomene erklären, was andere zuvor wahrgenommen haben, was damit gemeint war, wie es wirklich funktioniert". Und dies „in Worten, angepasst an die Zeit von heute". Der Autor wählt Begriffe wie Satori, Nirwana, Himmel und Hölle als Überschriften und erzählt uns, wie er diese nun - nach seinem Erleuchtungsprozess - auffasst. Das ist schön und gut, nur wenn er über Satori schreibt, ist dies eine andere Erfahrung als die, die Zen-Buddhisten mit diesem Begriff zu bezeichnen pflegen. Schreibt er über Himmel, Hölle und Fegefeuer, hat das mit dem, was Christen bzw. christliche Mystiker mit diesen Begriffen verbinden, absolut nichts mehr zu tun. Weiters bleibt völlig unklar, worin sich verschiedene Erfahrungen wie Sunyata und Nirwana, Samadhi oder Satori .... voneinander unterscheiden sollen. Der Autor klärt uns auf, dass es keine individuelle Seele gibt. Ein paar Seiten später erzählt er uns von der inkarnierenden, individuellen Seele. Zum Widerspruch führt er aus, dass das Buch eben nicht in einem bestimmten Zustand geschrieben wurde, dass es viele Universen und somit viele Wahrheiten gebe, - und natürlich ist jede Wahrheit relativ ...
Das Buch hat seine Stärke dort, wo der Autor seine eigenen Erfahrungen deutet, wenn er uns über bestimmte Begriffe, mit denen er in seiner esoterischen Laufbahn offenbar nicht direkt in Berührung gekommen ist, aufklären will, versagt er.
Das Buch bietet wie oben angedeutet somit Esoterisches zu Esoterischem, so manch interessante Textpassage, daneben aber auch viel Geschwätz, Klares und viel Unklares - und folgt man dem Autor, kann man das Buch ohnehin zur Seite legen, ist doch das Lesen von Esoterikbüchern ohnehin nur eine Ablenkung von unserer wahren Bestimmung...
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