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Erleuchtet - und was jetzt?: Von den Freuden und Leiden eines befreiten Bewusstseins
 
 
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Erleuchtet - und was jetzt?: Von den Freuden und Leiden eines befreiten Bewusstseins [Gebundene Ausgabe]

Richard Sylvester , Jochen Lehner
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Dieses Buch ist ein beeindruckender Versuch, das Unsagbare auszudrücken und das Erlebnis der Erleuchtung zu beschreiben." (LebensART )

Kurzbeschreibung

Nicht du findest die Erleuchtung – die Erleuchtung findet Dich

Was geschieht, wenn jemand plötzlich und unvorbereitet die Erfahrung des »Erwachens«, der »Befreiung«, der »Erleuchtung« macht? Lichtblitze im Kopf und Glücksfarben in der Aura? Oder stilles Glück in der Leichtigkeit des Seins? Und was dann? Ändert sich das Leben? Oder immer noch »business as usual«? Lesen Sie alles, was überhaupt gesagt werden kann über wahrhaft außergewöhnliche Erfahrung.

Das Unsagbare in Worte fassen zu wollen, ist letztlich ein vergebliches Unterfangen. Allerdings: Wenn es mit typisch britischem Humor geschieht und aus tiefer eigener Erfahrung heraus, wird alles gleich viel klarer!

Richard Sylvester jedenfalls besitzt in hohem Maße die – äußerst seltene – Gabe, beim schwierigen Thema »Erleuchtung« unverblümt und ohne Umschweife auf den Punkt zu kommen. Dabei helfen ihm zwei besondere Eigenschaften. Erstens Er hat diese Erfahrung selbst gemacht. Zweitens: Er ist ein Mensch »wie du und ich«. Möglicherweise erlebt jeder die Befreiung des Bewusstseins anders. Doch stets sind damit nicht nur spektakuläre und beglückende Zustände, sondern auch zutiefst menschliche Irrungen und Wirrungen verbunden.

Wie heißt es doch im Zen-Buddhismus: »Vor der Erleuchtung Holz hacken und danach weiter Holz hacken.«

Über den Autor

Richard Sylvester

arbeitete als Psychotherapeut, bevor er zwei Erlebnisse hatte, die er selbst als „Erwachen“ oder „Befreiung“ bezeichnet. Zuvor hatte er sich über dreißig Jahre lang in den verschiedensten spirituellen Techniken geübt – was er im Nachhinein als „weder nötig noch unnötig“ betrachtet. Heute lebt er in einer englischen Kleinstadt und hält europaweit Vorträge über Nicht-Dualität.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Ein Wort vorweg
um Thema »Freiheit« gibt es ein weit verbreitetes Missverständnis, nämlich dass sie etwas sei, was man sich verschaffen kann. Befreiung ist jedoch ein Verlust, und was da verloren geht, ist das Gefühl, es gebe ein separates, das heißt für sich selbst stehendes, von allem und allen anderen getrenntes Individuum, ein Ich, das aus eigenem Entschluss etwas tun kann, um Befreiung zu erwirken.
Wenn gesehen wird, dass die Trennung gar nicht besteht, fallen die mit der Individualität verbundene Angst und das Gefühl von Schutzbedürftigkeit weg, und es bleibt nichts als das Wunder des Lebens, wie es sich eben jetzt zuträgt. Nichts mehr von Bedeutung – dafür aber ein Eichhörnchen regungslos auf der grauen Rinde eines Baumstamms, kopfunter, Beine gespreizt, der Blick direkt auf dich gerichtet. Nichts mehr von Sinn und Zweck – dafür aber das erstaunliche Gefühl eines Katzenfells unter der Hand oder das schier unglaubliche Krabbeln dieser Ameise da auf dem Zweig. Verlust der Hoffnung ist kein Verlust, wenn das gemächliche Dümpeln der Blesshühner auf dem See an ihre Stelle tritt.
Das Gefühl, ich sei Herr meines Lebens und müsse dafür sorgen, dass es sich abspielt – wenn das aufhört, wird das Leben einfach gelebt, und es geschieht ein Lösen und Lassen. Gelassenheit begleitet alles, was geschieht; das Abzielen auf all das, was sonst noch sein könnte, ist zu Ende.

Über Freiheit
Zum Verständnis
Freiheit ist nicht mit Worten zu beschreiben. Der Kopf kann sie nicht verstehen. Sie ist erst zu sehen, wenn sie offenbar wird. Kein Wort, keine Idee kann dann etwas über sie sagen, kein Verstand erfasst sie.
Dennoch gibt es nichts anderes als Freiheit. Jetzt.
Das klingt paradox.
Freiheit sehen, das hat mit dem Verstand überhaupt nichts zu tun. Aber Freiheit ist da, sie ist hier, vom Denken überlagert. Überlagert von einem Denken, das gar nicht existiert.
Das klingt paradox.
Freiheit ist das Ende des Suchens, das Ende von Sinn und Bedeutung. Freiheit lässt offenbar werden, dass das Leben selbst der Sinn des Lebens ist. Nach dem, was schon der Fall ist, kann nicht gesucht werden.
Sprache kann ihrer Natur nach nur Dualität aussprechen, indem sie Ereignisse, Erfahrungen, Dinge, Gedanken, Gefühle beschreibt. Phänomene. Was so passiert. Für das Nonduale gibt es keine Sprache. Wir können Andeutungen machen, bestenfalls.
Deuten wir also an.
Wach werden:
Sehen, dass niemand da ist

Am Anfang stehen Samstagnachmittage in Hampstead, Diskussionen mit Tony Parsons über Nondualität. Ich verstehe nicht allzu viel von dem, was gesagt wird, aber irgendetwas zieht mich hierher. Für die Witze und Späße habe ich viel Sinn, auch für die Gespräche am Biertisch hinterher, also gehe ich immer wieder hin.
Dann, an einem warmen Sommerabend in einem Bahnhof mitten in London, verschwindet urplötzlich und vollständig dieses Ich-Gefühl. Alles bleibt wie vorher – Leute, Züge, Bahnsteige, tausenderlei Dinge –, aber alles wird zum ersten Mal ohne eine Person gesehen, die all das vermittelt oder interpretiert. Und das alles ohne Lichtblitze, ohne Feuerwerk, nichts vom bunten Gestrudel eines LSD- oder Pilz-Trips. Und doch ist das hier erst das richtige »Wow« – einen ganz gewöhnlichen Bahnhof zum ersten Mal ohne jegliches Ich-Gefühl zu sehen. Hier wird das Gewöhnliche als das Außergewöhnliche gesehen, wie es in der Einheit hervortritt und von niemandem erfahren wird.
In diesem Augenblick stellt sich heraus, dass niemand da ist. Dieses Gefühl, da sei eine Person, war bisher immer da, eine Konstante, die diesem Leben Sinn gegeben hat. All die vielen Jahre ist sie nie in Frage gestellt worden. Sie wurde so selbstverständlich für mein Ich, mein Zentrum, meinen Standort genommen, dass sie nicht einmal bemerkt wurde. Jetzt erweist sie sich als pure Erfindung. Plötzlich ist klar, dass ich nie ein Leben gehabt habe, weil es mich als ein Ich nie gegeben hat. Einen ewigen Sekundenbruchteil lang wird erkannt, dass alles einfach so gesehen wird, wie es ist, wenn kein Ich da ist. Ich lebe nicht, ich werde gelebt. Ich handle nicht, aber Handeln geschieht durch mich, die Marionette des Göttlichen.
Alle Anliegen und Belange dieses kleinen, aber ach so wichtigen, scheinbaren Lebens fallen von einem Augenblick zum anderen weg.
Aber eine Sekunde später ist das Ich wieder da und fragt: »Allmächtiger, was war denn das?« Dennoch, diese Millisekunde Niemand bringt unwiderrufliche Veränderungen der inneren Landschaft mit sich. Das hier sprengt alles, was du je geglaubt hast.
Die Vergangenheit wird flach, zweidimensional. Bis jetzt war sie immer eine dreidimensionale Landschaft, in der ich mich viel herumgetrieben habe, hierhin, dahin, Sprünge von Ort zu Ort. Jede Szene war so voller Realität und eigener Energie. Diese Energie äußerte sich in Form von Gefühlen und Gedanken, vor allem von Bedauern, von Schuld, und endlos, schleifenartig, von »Was, wenn …« und »Wäre doch nur …« Diese Vergangenheit wurde immer wieder umgewühlt und neu angelegt, ein sinnloses Durchspielen von anderen Möglichkeiten, als könnte das zwanghafte Zurück in all die alten Szenen irgendwie die Landschaft verändern, die verlorene Liebe zurückbringen oder empfangene und ausgeteilte Verletzungen ungeschehen machen. Und jetzt, nach diesem zeitlosen Augenblick Niemand, ist zwar die Person wieder da, aber die Vergangenheit nur noch wie ein Bild, flach. Die Szenen sind noch vollzählig vorhanden, wir reden ja nicht von Alzheimer, aber sie sind kraftlos geworden, ohne Realität, und es regt sich kaum ein Impuls, irgendeine dieser Szenen noch einmal auf zu suchen. Es kommt vor, dass die eine oder andere Szene noch einmal vorübergehend zu einer Art Lebendigkeit aufflackert, doch sie verblasst und versinkt bald wieder. Das Bedauern und die Schuldgefühle lösen ihre Umklammerung.
Heikle Fragen und Probleme kommen noch vor, aber sie können sich nicht mehr so dauerhaft einnisten wie früher. Die Felswand, an der sie Vorsprünge fanden, um heraufzuklettern und mir an die Gurgel zu gehen, wird immer bröckliger. Die innere Landschaft wird glatt, rutschig. Die Welt, sagte Nisargadatta, ist voller Ösen, aber die Haken haben alle wir. Die Haken fangen jetzt an zu schwinden. Aber das ganze nächste Jahr hindurch versucht das Ich geradezu panisch, sich wieder ins Gespräch zu bringen, und manchmal, wie es scheint, durchaus mit Erfolg, nämlich wenn alte Knackpunkte wieder akut werden, wenn Überdruss, Verzweiflung und Seelenschmerz irgendwie doch noch einmal durchlebt werden müssen.
Eines jedoch wird gleich erkennbar, nämlich was es mit all den so genannten spirituellen Erfahrungen auf sich hat, die in den Jahren des Suchens auf trügerischen Wegen und unter trügerischen Gurus gemacht wurden. Jetzt können sie plötzlich als das gesehen werden, was sie wirklich sind, als emotionale und psychische Erlebnisse, die einer unwirklichen Person widerfuhren und nicht mehr zu bedeuten haben als Schuhe anziehen und Kaffee trinken.
Spirituelle Erfahrungen sind nicht gar so schwer herbeizuführen. Intensiv meditieren, endlos rezitieren, bestimmte Drogen nehmen, nicht schlafen und nicht essen, sich extremen Situationen aussetzen. Irgend was davon wird es wohl bringen. Ich hatte all das gemacht, und es war zu etlichen spirituellen Erfahrungen gekommen. Ich hatte Stunde um Stunde rezitiert und zu den Schlägen mächtiger tibetischer Klangschalen meditiert. Ich hatte den in seinen prächtigen Gewändern auf einem Podest sitzenden Guru in goldenes Licht aufgehen sehen. Die persönliche Identität war hauchfein geworden und hatte sich schließlich in transzendente Verzückung aufgelöst. Mein Bewusstsein hatte sich auf alles und alle und bis ins Unendliche ausgeweitet, das Universum hatte mich geatmet.
Tja, und was weiter?
Immer war ein Jemand da gewesen, der die spirituelle Erfahrung machte. Diese Person, wie hoch sublimiert auch immer, fehlte...
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