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rur. Der Titel stapelt hoch. Die beiden Bände bieten nicht «Musikgeschichte», nicht einmal eine «persönliche». Es ist die neu zusammengestellte Sammlung von Zeitungsartikeln des Münchner Musik- und Theaterkritikers Joachim Kaiser seit den frühen fünfziger Jahren. 1977 erstmals erschienen, ist sie nun um ein Drittel erweitert worden. Das eine findet da zum anderen. Adornos «Philosophie der neuen Musik» zu Furtwänglers hundertstem Geburtstag, Richard Strauss' «Ägyptische Helena» zu Menottis «Der Konsul». Das Register ist ausgiebig, gegliedert nach Komponisten und Werken, Interpreten und ausführenden Künstlern. Der Leser von heute wird weniger nachschlagen als sich amüsieren ob der einzelnen Formulierung. Im Glossar finden sich so heikle Begriffe wie «Dissonanzekstase» oder «Pianistenbetulichkeit». Dieser findet sich in einem (milden) Verriss über Christoph Eschenbach am Beispiel von Beethovens drittem Klavierkonzert aus dem Jahr 1972; jener bezieht sich auf Stockhausens «Punkte» und erschien in einer Rezension 1969. Müssig, da aufzuzählen, was alles heute überholt ist. Aufschlussreicher wäre festzustellen, was ausgelassen, überhört wurde. Die Rezension von Tschaikowskys vierter Sinfonie unter Jean Martinon im März 1963, beispielsweise, war schon damals eine blasse Aneinanderreihung von klischeehaften Adjektiven.
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