Als ich auf das Buch mit diesem Titel stieß war ich ziemlich begeistert: Genau das interessiert mich im Moment und so freute ich mich auf einen kurzweiligen Lesestoff, zumal der Schutzumschlag auf dem Buchrücken ja verspricht: "...Seine [Gerd Theißen] Psychologie des Urchristentums ordnet die faszinierende Vielfalt frühchristlicher Selbst- und Welterfahrung und macht sie für heutige Leserinnen und Leser verständlich...". Das Buch empfinde ich aber teilweise als so schweren Tobak, dass es wohl besser heißen müsste: und macht sie für heutige Akademiker und Akademikerinnen verständlich. (Ich selbst gehöre übrigens auch zu dieser eher seltenen Spezies). Ein Populärwissensschaftliches Buch für die breite Masse, für den interessierten Christen von nebenan , ist es meiner Meinung nach definitiv nicht. Ob es wohl Bücher zu diesem Thema für Otto Normalverbraucher gibt? Ein solches Buch würde ich sofort kaufen. So, aber ich will ja nicht ungerecht sein: Es ist ein inhaltsreiches Buch mit interessanten Ansätzen und Einblicken, wenn man gewohnt an wissenschaftliche Literatur ist, der Quelltext, auf den sich die Theorie stützt ist fast ausschließlich die Bibel. Entspannen, wie ich es eigentlich wollte, konnte ich mich bei der Lektüre also nicht, aber ich habe eben nochmal was anständiges studiert und vieles dazugelernt.