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Erklärt Pereira: Eine Zeugenaussage Roman [Taschenbuch]

Antonio Tabucchi , Karin Fleischanderl
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Oktober 1997
Die Geschichte eines Sommers im Jahre 1938, die Geschichte des unscheinbaren Lissabonner Kulturredakteurs Pereira, der ganz unversehens zum Helden wird...

Wird oft zusammen gekauft

Erklärt Pereira: Eine Zeugenaussage Roman + Lissabonner Requiem: Eine Halluzination + Lissabon
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: 9 (1. Oktober 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423124245
  • ISBN-13: 978-3423124249
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 136.862 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Erklärt Pereira
OT Sostiene Pereira. Una testimonianza OA 1994 DE 1995 Form Roman Epoche Gegenwart
Der Roman von Antonio Tabucchi, der in seiner Ich-bezogenen Sichtweise unter dem Einfluss des Schriftstellers Fernando R Pessoa steht und den Wandel eines Menschen erzählt, stellt das anonyme Protokoll einer Zeugenaussage (so der Untertitel) dar. Weder der Vorname des Zeugen Pereira noch die Gegebenheiten, unter denen er aussagt, werden erwähnt.
Inhalt: Schauplatz ist Lissabon im Sommer 1938 zur Zeit der Salazar-Diktatur. Pereira, verantwortlich für die neue Kulturseite der katholischen Abendzeitung Lisboa, sucht einen freien Mitarbeiter, der Nachrufe auf bedeutende Schriftsteller schreiben soll. Er stellt den begabten, jungen Monteiro Rossi an, der gerade seine Dissertation in Philosophie publiziert hat und dringend Geld benötigt. Sein erster Nachruf auf den spanischen Schriftsteller Federico Garía Lorca (1898–1936), der von seinen politischen Gegnern ermordet wurde, ist wegen seiner antifaschistischen Ansichten »nicht zur Veröffentlichung geeignet« und würde niemals die Zensur passieren. Obwohl Pereira auch alle weiteren Nachrufe Monterios wegen ihres revolutionären Inhalts für unbrauchbar hält, bewahrt er sie auf und bezahlt Monteiro für seine Arbeit.
Das bisher ruhig verlaufene Leben des unpolitischen Pereira, der in der Vergangenheit lebt, wird durch die Nachrufe seines Mitarbeiters und durch weitere Begegnungen mit regimekritischen Menschen in seinen Grundfesten erschüttert. Die Freiheitsideale Monteiros erwecken das Interesse des alternden Journalisten am Leben und an den gegenwärtigen politischen Ereignissen. Monteiro gelingt es, ihn zu überreden, einem spanischen Widerstandskämpfer ein sicheres Versteck zu besorgen. Schließlich ist es der völlig erschöpfte Monteiro, der Zuflucht in Pereiras Wohnung sucht. Doch die Salazar-Polizei entdeckt ihn dort und bringt ihn im Beisein des machtlosen Pereira auf brutale Weise um. Mit Hilfe des befreundeten Arztes Cardoso, der vorgibt, Funktionär der Zensurbehörde zu sein, kann Pereira in der Lisboa einen mutigen Nachruf auf Monteiro veröffentlichen und so die Verbrechen des Regimes publik machen. Danach verlässt er mit einem gefälschten Pass das Land.
Wirkung: Der antifaschistische Roman, der Tabucchi international bekannt machte, wurde u. a. mit dem Premio Viareggio ausgezeichnet und 1995 mit Marcello Mastroianni in der Titelrolle verfilmt. Der Amtsantritt des Medienzaren Silvio Berlusconi (* 1936), der 1994 unter Beteiligung der Neofaschisten an die Macht kam, verlieh dem Buch größte Aktualität. C. H.

Der Verlag über das Buch

Lissabon in der Zeit der faschistischen Diktatur Ende der dreißiger Jahre: Das Leben des politisch desillusionierten, zurückgezogen lebenden Kulturredakteurs Pereira ändert sich, als er den jungen Widerstandskämpfer Monteiro Rossi trifft. In ihm erkennt Pereira das Abbild der eigenen verschütteten jugendlichen Ideale. Ein langsamer Entwicklungsprozeß setzt ein, der ihn aus der Lethargie führt und zur Handlung veranlaßt. Der Roman wurde in Italien mit Marcello Mastroianni in der Hauptrolle verfilmt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weltliteratur 30. April 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Diese "Zeugenaussage" des Lissaboner Journalisten Pereira ist mehr als seine Geschichte, sie fängt die Atmosphäre der Zeit ein, sie zeichnet das Bild eines ganz normalen Menschen, der sich aus seinem Alltagstrott herausreißen läßt, als er die Grausamkeit des Regimes erkennt. Dabei wird er nicht zum Heros, der sich mit seinem Leben für seine Ideale opfert, nein er bleibt der Journalist und wirkt als Journalist dieser Regierung entgegen. Seine Entwicklung wird in "Erklärt Pereira" geschildert, so daß der Titel eine Doppeldeutigkeit gewinnt, er ist Ausdruck der Zeugenaussage Pereiras und gleichzeitig erklärt das Buch Pereiras allmählichen Sinneswandel von dem lethargischen, ängstlichen Kulturredakteur, der keine Artikel abdrucken lassen will, die sich gegen das Regime wenden, zu einem Redakteur, der nun die mit seinen Waffen das Regime bekämpft. Ich habe dieses Buch sehr genossen und spürte eine Faszination, die schon vom Titel ausging.
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterhafte Gesamtkomposition 20. Oktober 2004
Format:Taschenbuch
Einfach nur genial, dieses Werk. Und ich gestehe: ich hasse eigentlich solch extreme Behauptungen, zumal sie ja fast keinen Spielraum einer Verbesserung zulassen - aber nach Gault Millau-Art mal mindestens 19 Punkte.
Warum? Es ist eben diese Gesamtkomposition aus Erzählstil, wundervoll Alltäglichem vor dem Hintergrund eines hässlichen menschenverachtenden Antlitzes der Gesellschaft, dieser liebevoll-skurillen Gestalt des alten Journalisten, der unspektakulären Auseinandersetzung mit der eigenen Überzeugung und der Courage, einer gelungenen Verneigung vor der Unbekümmertheit der Jugend, und dieser tränenrührenden Tat, den Nachruf des ermordeten Studenten in die Zeitung zu setzen. Diese Tat am Ende ist im Grunde auch nicht spektakulär, sehr wohl aber mutig und kämpferisch. Spätestens jetzt sollten wir uns fragen, ob wir so handeln könnten... Überaus leise erzählt, besser berichtet, aber welch eine Nähe wird bei uns Lesern erzeugt, die uns in den Bann zieht ...
Die Szenerie: Portugal in den 30ern in faschistischen Klauen, eine rebellierende Gruppe jugendlich-Unschuldiger, und einer amorphen Masse der Mitschwimmer. Und unser Journalist, der sich bereits lieber mit einer Schein- und Totenwelt beschäftigt als mit der Realität, der muss sich entscheiden!
Leicht zu lesen, spannend erzählt und eigentlich am wichtigsten: es gibt Kraft für den Glauben an die Menschheit!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend, anrührend und unwiderstehlich. 21. Juni 2000
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Antonio Tabucchi erzählt eine anrührende Geschichte aus dem Portugal der 30er Jahre. Die Salazar-Diktatur wirft immer kältere Schatten über das Land, und der alternde Journalist Pereira, der die Kulturseite einer kleinen unscheinbaren Lissaboner Tageszeitung betreut, verspürt tief in seinem Innern ein permanentes, diffuses Unbehagen,das er jedoch zunächst nicht mit den bedrohlichen äusseren Umständen in Verbindung bringen will. Doch als er schließlich bei seiner Suche nach einer Hilfskraft die Bekanntschaft des jungen Studenten Monteiro Rossi und dessen Freundin Marta macht,wird er über die beiden immer tiefer in eine äussere und innere Auseinandersetzung mit der sich anbahnenden Diktatur hineingezogen. Geschrieben in einem leicht dahinfliessenden Stil, zieht die Zeugenaussage des alten Pereira den Leser von Anfang an in ihren Bann und entwickelt zusammen mit der einfühlsam erzählten Geschichte eine Faszination, die so manchen dieses Buch in einem einzigen Zuge wird durchlesen lassen.
Thomas Kuhn
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was der kleine Mann tun kann ... 16. August 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Portugal 1938, die Salazar-Diktatur beginnt sich zu etablieren. Durch einen seltsamen Zufall erfährt Pereira, ein schon in die Jahre gekommene Redakteur einer Lissaboner Abendzeitung, von dem jungen Studenten Monteiro Rossi. Er versucht ihn für die Zeitung zu gewinnen und läßt ihn Nachrufe auf große, lebende Schriftsteller schreiben, um diese im Falle ihres Todes schnell zur Hand zu haben. Doch Rossi ist sehr unzuverlässig, nie bringt er zufriedenstellende Artikel, oft ist er nicht erreichbar. Das Geheimnis: Rossi ist ein Widerstandskämpfer, der gefährdete Menschen über die Grenze schmuggelt. Pereira, der sich übehaupt nicht für Politik interessiert und damit überhaupt nichts u tun haben will, wird immer mehr in die Aktivitäten Rossis hineingezogen. Als Rossi schließlich in Gefahr gerät, muß Pereira sich entscheiden ... Diese Erzählung des Italieners und Portgalkenners Tabucchi fällt durch ihre unaufdringliche Art auf. Die Geschichte von einer tiefen Moral wird erzählt ohne einen erhobenen Zeigefinger. Ohne eine anklagende Moral zu formulieren wird beschrieben, was auch für den kleinen Mann von der Straße möglich ist, wenn er sich erst einmal entschieden hat, wofür es sich zu leben lohnt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Held wider Willen! 3. Juni 2007
Format:Taschenbuch
Antonio Tabucchis wunderbare Erzählung "Erklärt Pereira" ist ein Lehrstück der Zivilcourage. Der Leser liest eine Zeugenaussage von einer solchen Brisanz, das die Seiten des Buches förmlich knistern. Es beginnt mit der eher harmlosen Schilderung eines mittelmäßigen Charakters, der sich viele Jahre einfach abgefunden hat mit einem Leben in der Diktatur. Er führt ein stilles Dasein im Privaten. Sich raushalten, die anderen machen lassen, damit konnte er viele Jahre gut und unbehelligt leben.

Doch dann wird das Wegsehen zur Qual, die Einmischung zum Bedürfnis.

Diese Wandlung "erklärt" Pereira auf einer Lissaboner Polizeistube.

Er erzählt von seiner Arbeit als Journalist, davon, wie er sich auf seinen Ruhestand freute, um sich dann ganz dem Gedenken an seine bereits verstorbene Frau und der Lektüre seiner französischen Lieblingsdichter zu widmen.

Doch dann bekommt er einen Auftrag von Monteiro, der ihn bittet, Nekrologe zu schreiben. Monteiro fasziniert Pereira. Denn unerschrocken mischt er sich ein, prangert an und baut mit Gleichgesinnten ein Netzwerk des Widerstandes auf. Damit geht er bewusst große Risiken ein. Und Pereira wächst im entscheidenden Moment über sich hinaus. Nun schaut er nicht mehr weg, sondern versteckt Monteiro, beginnt ebenfalls Widerstand zu leisten und sich nicht mehr zu verstecken...

Antonio Tabucchis Pereira ist kein Held, er hat viele Ängste und Skrupel. Ein Leben in der Diktatur stumpft auch ab. Und doch: Im entscheidenden Moment gibt er seinem Leben eine Wendung, die ihn überhaupt nicht überlegen lässt. Intuitiv tut er das Richtige, ohne Rücksicht auf die empfindlichen Folgen.
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5.0 von 5 Sternen Pereira erklärt.
1992 las Antonio Tabucchi in der Zeitung, dass im Lissabonner Ospital de Santa Maria ein alter Journalist gestorben war. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Tagen von Helga Kurz veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Todlangweilig
Bei allem Respekt fuer das ehrenwerte Anliegen, die Epoche sowie die kulturellen und politischen Zusammenhaenge, eine Erzaehlung sollte immer auch ein wenig fesseln und... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Johannes veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein toller und wichtiger Roman
Ein kurzer und prägnanter Roman über den Widerstand! Ein politisches Werk in einem Guss, das nicht an Spannung verliert. Die Figuren sind toll gezeichnet. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Kate veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Gute Qualität für wenig Geld
Die Lieferzeit war Top das Buch hatte wenig Gebrauchsspuren und der Preis macht die Sache recht rund.
Alles in allem ein gutes Produkt.
Vor 12 Monaten von Dennis-Lee Bouman veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Homage an einen mutigen Schriftsteller
Tabucchi gelingt es hier, eine Geschichte zu schreiben, die einen nicht mehr loslässt. Genial ist die Idee, sie als Zeugenaussage zu verfassen. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Jörg Wolter veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Beispiel für Zivilcourage
Ein sehr interessantes, gut geschriebenes Buch über Zivilcourage, Einsamkeit und wie das Leben durch die Begegnung mit einem bestimmten Menschen verändert werden kann.
Vor 14 Monaten von DG veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Wie erklärt man, dass...?
Antonio Tabucchi führt den Leser zurück ins Jahr 1938. Dort, während eines heißen Sommers in Portugal, trifft man auf Doktor Pereira, einen schon älteren,... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Susanne Pichler veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Packende Geschichte
Eine mitreißende, unter die Haut gehende Geschichte, glänzend erzählt, philosophisch und politisch aufregend (und aktuell), auf einen Höhepunkt zusteuernd, der... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Uwe Grundmann veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Geistes Erwachen
Ein weltfremder, in die Jahre gekommener Kultur-Journalist im Lissabon des Jahres 1938, einer Zeit des aufkommenden Faschismus unter der Regierung António de Oliveira... Lesen Sie weiter...
Vor 24 Monaten von Eddie Lomax veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Zu harmlos
Indem Tabucchi 1993 die Geschichte in das Jahr 1938 nach Portugal verlegt, als dort das Salazar-Regime herrschte und der Bürgerkrieg zwischen Republikanern und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Juni 2012 von Diethelm Thom
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