Kurzbeschreibung
Die Literaturzeitschrift "Am Erker" steuert unerbittlich auf den dreißigsten Geburtstag zu. Erschrocken über das eigene Erwachsensein beschäftigt sich das Heft Nr. 53 mit einem oft beiseite gedrängten Thema: dem Militär. In der jüngeren Literatur wird der Komplex »Bundeswehr« vernachlässigt – gewissermaßen automatisch, weil die meisten männlichen Autoren, die im Westen groß geworden sind, traditionell Zivil- statt Wehrdienst geleistet haben. Die Nationale Volksarmee dagegen geriet eher in den Blick, weil die im Osten aufgewachsenen Autoren es viel schwerer hatten, den Waffendienst zu verweigern, und meist zwangsläufig die Erfahrung von Kasernierung und Befehlsstrukturen machen mussten. Literarisch scheint man zu befürchten, das Thema laufe entweder auf Klamauk (»NVA«) oder Gejammere oder gar auf konservativ Staatstragendes hinaus. Aber es sind verblüffende Einsichten und Meinungen aus einer Randlage zu erwarten. Im aktuellen Heft äußern sich renommierte deutsche Autoren aus Ost und West zum »Dienst an der Waffe«.