Ich möchte etwas zu dem Aufbau des Buches schreiben, der sehr schlüssig ist und mich überzeugt hat.
In einem einleitenden Kapitel über den Skeptizismus gibt Baumann im wesentlichen 3 Szenarien an, die uns zweifeln lassen, ob wir überhaupt etwas wissen können:
1. Träume ich nur ?
2. Gibt es eine Außenwelt ?
3. Bin ich ein Gehirn-im-Tank (Film "Matrix") ?
Im nächsten Kapitel wird erläutert, was Wissen überhaupt ist: im Wesentlichen: "gerechtfertigte, wahre Überzeugung".
Diese Bestandteile werden dann in den nächsten 3 Kapiteln analysiert:
Was ist Wahrheit ? Was ist eine Überzeugung (und deren Bestandteile, die Begriffe) ? Was ist Rechtfertigung (Rationalismus) ?
Die nächsten beiden Kapitel befassen sich mit der Herkunft des Wissens: Apriorismus und Empirismus, sowie mit dem Wahrnehmungsbegriff.
Am Ende kommt Baumann auf die anfangs präsentierten skeptischen Argumente zurück und bringt gegen sie mögliche anti-skeptische Gegenargumente vor, die aus der mittlerweile geschehenen Auseinandersetzung mit dem Wissensbegriff gewonnen werden können.
An dem Buch fasziniert mich vor allem, dass der Autor nie plump auf eine Meinung hin argumentiert, sondern immer Argumente und Gegenargumente gegenüberstellt. Diese werden zwar von ihm öfters bewertet, aber am Ende bleibt für den Leser genug Freiraum für eine eigene Meinung und für Weiterdenken.