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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Selbstbezüglichkeit in der Biologie gut erklärt,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens. (Taschenbuch)
Selbstbezüglichkeit ist ein Phänomen, das in der Wissenschaft lange verpönt war, weil sie zu Paradoxa führt. In der Biologie gibt es das Henne-Ei Problem, das immer wieder auf sich verweist. In der Mathematik gibt es die Russelsche Antinomie, die die naive Mengenlehre ad absurdum führt, und die Soziologie hat das Problem, das eine Theorie der Gesellschaft zugleich erklären muß, wieso die Gesellschaft diese Theorie hervorbringen muß. Bücher von Leuten, die sich mit solchen Problemen beschäftigen (Luhmann, Gödel, Spencer-Brown) sind oft schwer verständlich. Diesem Problem versuchen die Biologen Humberto Manurana und Francisco Varela durch didaktisch durchdachte Randbemerkungen, Zeichnungen, Zusammenfassungen, Comics und Fotos zu begegnen. Um sich den Kerngedanken zu nähern, wird man aber um einige gedankliche Anstrengungen nicht herumkommen. Die Autoren setzen die Selbstbezüglichkeit an den Beginn und definieren Lebewesen als autopoitische - also sich selbst produzierende - Systeme. Es werden dann systemtheoretische Begriffe wie operationale Geschlossenheit, strukturelle Kopplung oder Perturbation eingeführt, um nach und nach die Entstehung von Leben, Anpassung und Entwicklung, den Aufbau von "Metazellern", soziale und schließlich psychische Phänomene zu erklären. Dabei sind die Modelle nicht als Gegensatz zB zur darwinschen Evolutionstheorie aufgebaut, sondern als Abstraktion davon. Diese abstrakte Ebene wird durch das Bemühen der Autoren, mit zahlreichen praktischen Beispielen zu arbeiten, nicht unbedingt leichter zu erfassen. Das Buch ist ein Rundgang durch die gesamte Biologie mit einer völlig neuen Sichtweise und vielen interessanten Einblicken. Es ist auch Nicht-Biologen, sie sich mit Systemtheorie in anderen Bereichen auseinandersetzen müssen aufgrund der bei diesem Thema seltenen Populärwissenschaftlichkeit unbedingt als Einführung zu empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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74 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Autopoiesis und Konstruktivismus,
Von Torsten Büssow (Hamburg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens. (Taschenbuch)
H. Maturana und sein Schüler F. Varela fassen in diesem Werk die wichtigsten Erkenntnisse ihrer (neuro)biologischen Forschungen für ein breites Publikum zusammen. Die ungemein gute Lesbarkeit steht dabei im Gegensatz zu den sonst sehr anstrendenden Werken H. Maturanas, dessen komplexe Darstellung die Sprache des öfteren in die Knie zwingt. Nicht so im "Baum der Erkenntnis"! Die wichtigsten ihrer bahnbrechenden Konzepte der autopoietischen Organisation lebender Systeme und der Gedanken zu einer konstruktivistischen Erkenntnistheorie sind klar und faszinierend dargestellt und machen das ausder Hand legen dieses Buches schwierig!
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49 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein sanfter Schocker fuer Liebhaber 'westlicher' Philosophie,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens. (Taschenbuch)
Ein Buch, dass einen sicher nicht kalt laesst. Gerade fuer 'Mystiker', die immer noch mit 'abendlaendischer' Philosophie kuscheln, ein sanfter Schocker. Dass es Menschen gibt, denen Konstruktivismus eher Unwohlsein bereitet sollte einen nicht davon abhalten, den Baum der Wissens zu Lesen. (Sowohl Titel als auch der deutsche Verleger sind vielleicht etwas ungluecklich gewaehlt und irrefuehrend - nicht abschrecken lassen...) Als Einstieg in die Systemtheorie sehr gut geeignet, auch wenn man spaeter (falls man sich mit sozialen Systemen beschaeftigt) von den biologischen Metaphern wieder loskommen muss. Schliesslich geht es gar nicht haarspalterisch um die Frage, ob Maturana und Varela bis ins letzte Detail recht haben, sondern was dem Leser dieses Buch bringt - an neuen Sichtweisen, Denkanstoessen, und auch einfach Spass am Lesen. Von alledem gibt es mehr als genug.
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