Typisch amerikanisch, aber auch typisch gut. Schon der Titel verrät, hier schreibt ein Star. Selbst die Leser, dazu zählte ich bis zu diesem Buch auch, die Bob Proctor nicht kennen, sehen schon auf dem Titel, was sie erwartet: "Ein Internationaler Bestseller".
Gerade bei Büchern, die sich selbst die "Latte so hoch auflegen", bin ich besonders skeptisch, zumal wenn der Original-Titel lautet "You were born rich" -Du wurdest reich geboren. Etwas "eingedeutscht" lautet der Titel dieser Ausgabe: Erkenne den Reichtum in Dir. Offen gestanden mir gefällt der amerikanische Titel noch besser als der deutsche, da er deutlicher klarmacht, dass wir schon mit allen Talenten und Fähigkeiten -reich- geboren wurden.
Das Buch ist gut geschrieben, es lässt sich flüssig lesen. Ja, es lässt sich nicht nur gut lesen, sondern es macht noch richtig Spass, denn Bob Proctor nimmt den Leser mit auf eine Reise. Der Autor führt den Leser mit seinen Gedanken nach innen. Die Logik des -kreativen- Schaffens geht von den Gedanken, zur Vorstellung und dann zur Sache. Der Geist wird zum Intellekt und dann zum Physischen.
Der geniale Erfinder Edison, die Gebrüder Wright, oder Raketenforscher Braun, alle hatten zunächst Gedanken, haben ihre Produkte im Kopf entstehen lassen und sie dann erschaffen. Der Autor führt noch viele weitere Beispiele an.
In der Mitte des Buches nimmt er den Leser mit in eine Welt, an der jeder Physiklehrer seine wahre Freude hätte... Proctor schreibt über die Gesetze der Anziehungskraft und der Schwingung. Dazu führte Proctor auch 1976 ein Interview mit Dr. Wernher von Braun. Der Forscher kommt zu dem Ergebnis, dass Religion und Wissenschaft, richtig verstanden, "keine sich widersprechenden Bestreben seien".
Im Kapitel "Auf Messers Schneide" motiviert Proctor dazu, den berühmten "Wimpernschlag" besser zu sein. Dieser mache oft nur 3 - 4 % an höherer Geschwindigkeit etc. aus, werde aber fürstlich honoriert.
Seinen Behauptungen folgen viele Beispiele aus dem Sport, bei Olympiaden, in der Schauspielerei, bei Hauptdarstellern und Statisten, ja selbst beim Pferderennen, findet er zahlreiche Beispiele für seine These. So gewann das schnellste Pferd 1947 rund zehnmal mehr an Preisgeld wie das zweitplatzierte Tier.
Die Einstellung zur Sache, die Konzentration auf das Wesentliche und der unerschütterliche Glaube an die Richtigkeit des eigenen Handelns, machten den Unterschied, so Proctor.
Ausreden -es geht nicht weil...- gelten nicht. Schon Psychologe Wiliam James, der vor rund einhundert Jahren lebte, hat herausgefunden, dass wir nur rund zehn Prozent unseres Potenzials nutzen. Da passt dann wieder der Originaltitel sehr schön, "Du wurdest reich geboren".
Mit angenehm "sachlicher Schreibe" nimmt Proctor den Leser mit auf den Weg, getreu dem Motto, wer immer nur das tut, was er schon kann, wird immer nur das sein, was er schon ist. Wenn es besser werden soll, muss es eben anders werden. Bob Procotors "Erkenne den Reichtum in Dir" ist mein Tipp für alle, die sich auch in diesem Jahr wieder ein Stück weiterentwickeln möchten. Und wie sagte schon Laotse: "Auch ein langer Weg beginnt mit einem ersten Schritt." Viel Spass beim Loslaufen und besser werden mit Bob Proctor.