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Erinnerungen an die Zeit unter Ford
 
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Erinnerungen an die Zeit unter Ford [Taschenbuch]

John Updike , Maria Carlsson
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: rororo (1. März 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499137534
  • ISBN-13: 978-3499137532
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 921.455 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Die Biographie eines höchst pflichtbewußten Puritaners und die intime Chronik eines ewig lüsternen College-Professors aus den unbeschwerten siebziger Jahren. Ein Roman des späten 20. Jahrhunderts wird gekreuzt mit einem aus der Zeit der industriellen Revolution ... Updike erzählt auch hier mit der ihm eigenen Meisterschaft." (Die ZEIT)

Klappentext

«Die Biographie eines höchst pflichtbewußten Puritaners und die intime Chronik eines ewig lüsternen College-Professors aus den unbeschwerten siebziger Jahren. Ein Roman des späten 20. Jahrhunderts wird gekreuzt mit einem aus der Zeit der industriellen Revolution ... Updike erzählt auch hier mit der ihm eigenen Meisterschaft.» («Die Zeit»)

«Ein für Herz und Verstand aufregendes Buch!» (NDR)

«Updike zeigt, wie vorläufig Erinnerung ist und wo hinter den offiziellen Dokumenten und unseren Selbsttäuschungen das Herz seinen Platz hat in der Geschichte.» (The New York Times Book Review)

«Ein durch und durch schädliches Buch. Es schadet unserer Gesundheit. Denn es tötet den Stumpfsinn und hindert am Schlafen.» (Süddeutsche Zeitung)

«Begnadet erzählt.» (Die Woche) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Roland Freisitzer TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Immer wieder kommt es vor, dass die vielleicht besten Werke großer Künstler nicht unbedingt die bekanntesten Werke dieser Künstler sind. John Updikes reiches Schaffen, von unzähligen Erzählungen bis zum durch die hochkarätige Verfilmung (mit Jack Nicholson, Susan Sarandon, Michelle Pfeiffer und Cher) bekannt gewordenen Roman "Die Hexen von Eastwick", dem er vor seinem Tod noch einen Nachfolger "Die Witwen von Eastwick" nachgeschickt hat, ist gespickt mit großartigen Romanen und unvergesslichen Figuren (Harry "Rabbit" Angstrom, Henry Bech u.v.a.).
John Updike also bekannt als der Autor, der die (gehobene) Mittelschicht Amerikas der siebziger, achtziger und neunziger Jahre am treffendsten zu portraitieren wusste. Ehebrüche, Liebschaften, die Tristesse der Vororte.

Doch in John Updikes Schaffen schlummern auch fast unbekannte Juwelen, die die bekannteren Meisterwerke teilweise sogar noch übertreffen. Interessanterweise sind die meisten dieser literarischen Updike-Sternstunden die moderneren, komplexeren, originelleren Werke, die sich mühelos in die innovative Ecke der Postmoderne einordnen lassen, auch wenn dieser Begriff zum Zeitpunkt ihrer Entstehung vielleicht noch eher unbekannt war.
Zu diesen Werken zähle ich z.B. den grandiosen Briefroman "S.", den politischen Roman "Der Coup", den wunderbar erotischen Roman "Brasilien" und den vielleicht witzigsten Updike Roman "Der Sonntagsmonat".

"Erinnerungen an die Zeit unter Ford" ist ein Roman der Selbsttäuschung, der Schuld und ein Spiel mit Erinnerung.
Alfred L. Clayton, Professor an einem eher unbedeutenden College, erhält den Auftrag, einen Bericht über seine Erinnerungen an die Zeit der Präsidentschaft Gerald Fords (1974-77) zu schreiben. Dieser am Abend der tränenreichen Abdankung Richard Nixons einsetzende Bericht ist quasi der Roman im Roman, da John Updike ab dem ersten Moment eigentlich immer abschweift und eigentlich zwei Geschichten erzählt, die mit Gerald Ford nur peripher zu tun haben.
Einerseits lässt John Updike Alfred L. Clayton über seine Liebschaften und sexuellen Abschweifungen erzählen, andererseits lässt er den Protagonisten seine nie veröffentlichten Skizzen zu einem Buch über den ungeliebten Präsidenten James Buchanan (1857-1861) in die Erzählung einfließen.

Amouröse Abenteuer finden sich bei Updike immer wieder, sie sind auch (wie in diesem Fall), schön zu lesen; und obwohl man die Thematik des sexuell fixierten Professors kennt, wir einem nicht langweilig. Updikes Helden haben nebenbei bemerkt mit Philip Roths Helden nur wenige Gemeinsamkeiten, bis auf die Begierden und die Zweifel an der Richtigkeit des Handelns...
Richtig gut ist "Erinnerungen an die Zeit unter Ford" aber dank der Geschichte James Buchanans. Denn Updike verleiht dem ungeliebten Präsidenten eine überzeugende und sympathische Stimme. Er zeichnet Buchanans Leben frei, basierend auf den Fakten, lässt Vermutungen und Fiktives einfließen. Großartig, wie John Updike hier eine adäquate Prosa findet, die es ihm erlaubt, zwischen den Jahrhunderten frei hin- und her zu springen.
Mit Verlauf des Romans lässt er die Erzählstränge ineinander fließen und erzielt dadurch eine immense Tiefenperspektive. Die beiden Geschichten bekommen so eine neue Perspektive, die Logik der Kombination ist gegeben.

Großartig, wie Updike James Buchanan und Nathaniel Hawthorne in London zusammenkommen lässt (und u.a. über die Unterschiede zwischen britischen und amerikanischen Damen sinnieren lässt), wie er Buchanans Zeit in St. Petersburg zeichnet und auch Buchanans letzte Tage als Präsident.

James Buchanan und Alfred L. Clayton, zwei Figuren (eine fiktiv, die andere historisch), die durch Mittelmäßigkeit glänzen, die dem Autor aber so sympathisch waren, dass er es geschafft hat, strahlende literarische Sieger aus ihnen zu machen. Protagonisten, die in den Händen eines geringeren Autors mit größter Wahrscheinlichkeit staubtrocken und langweilig gewesen wären. Dieser Roman ist berauschend und fesselnd, leuchtend in seinen differenzierten und delikaten Farbtönen, kurz; ein literarisches Meisterwerk und einer der besten Romane von John Updike.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ehebruch und Bürgerkrieg 22. März 2005
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Mittlerweile liegen über 20 Romane von Updike vor - da stellt sich die Frage: Warum gerade diesen, "Erinnerungen an die Zeit unter Ford", lesen? Vielleicht darum: Von der Erzählhaltung ist dieser einer der modernistischen Romane Updike, fast schon postmodern: Der Erzähler ist sich in seinen Erinnerungen unsicher, er malt aus, ohne wirklich fassen zu können, wie es war. Eine Geschichte im Möglichkeitssinn, der sich abhebt von den bloßen Fakten (Mann verlässt Familie, um mit anderer Frau glücklich zu werden, die dafür auch ihre Familie verlassen muss, was ihr am Ende aber nicht gelingt). Auch die in den Roman eingewebte Biografie des Präsidenten Buchanan gibt schnell die klassische Erzählhaltung auf: Stimmen vermischen sich, Fakten und Vorstellungen vermengen einander. Es gibt keine Wahrheit, keine Erkenntnis. Der Ehebruch-Roman ist nichts Besonderes, da hat Updike schon bessere Paardramen hinbekommen - das Ineinandergreifen von Geschichtsschreibung und Persönlichem aber macht die "Erinnerungen" zu einem der herausragenden Bücher von Updike. Gehört, um es kurz zu sagen, in die Updike-Top-10.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Polar
Format:Taschenbuch
Zwei Jahrhunderten wendet sich die Erinnerung in diesem Roman zu. Einmal sind es nur die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit, beim anderen gleich eine Autobiographie. Alfred L. Claytons Leben mit der Königin der Unordnung ist ins Rutschen gekommen. Er wendet sich der Ehefrau eines jüngeren Kollegen zu und glaubt noch einmal von Neuem beginnen zu können. Geschickt verschränkt Updike die Zeiten, spiegelt an dem Begriff der political correctness, das nicht Korrekte im Privaten wie in der Politik. Was an moralischem Begriff ständig diskutiert wir, war in den Siebzigern nicht mal erwähnenswert, da ging es um die sexuelle Befreiung und die Durchsetzung egoistischer Ziele, erst Recht im 19. Jahrhundert zu Zeiten Buchanans, der zu den schlechteren Präsidenten der Vereinigten Staaten gezählt wird. Was auch an Erinnerungen belegt, historisch fundierten auftaucht, es bleibt in erster Linie ein Roman um einen von John Updikes Helden, der seiner Ehe entflieht und außerhalb des bekannten Refugiums schlecht zurechtkommt. Seien die Ziele noch so weit gesteckt, sie werden nicht zu Ende geschrieben und die Liebe erweist sich gleichfalls als brüchig. Mit Updikes Helden kann man Mitleid haben, sie verfangen sich immer in ihren eigenen Netzen. Ihnen dabei zuzuschauen ist äußerst vergnüglich und stellt zwei Präsident in den Schatten, die für die amerikanische Geschichte eher zu Nebenfiguren wurden. Nebenfiguren wie Alfred L. Clayton im Leben selbst.
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