| ||||||||||||||||||||||||
Produktinformation
|
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
Das Buch ist in einfacher Sprache gehalten - also keine Angst vor diesen Buch.
Xenophon und Platon waren beide Schüler des Sokrates und beiden ging es nicht vorrangig ums Biographische. Doch was bei dem einen geistreich-philosophische Dichtung wird, bleibt bei dem anderen eine Sammlung essayistischer Berichterstattung. Xenophon schreibt, was er sieht und hört, aber eben hier liegt das Problem. Der Schüler bleibt hinter dem Meister zurück, die Tiefe wird nicht ausgelotet.
Die ersten beiden Bücher veröffentlicht Xenophon als Reaktion auf die Anklage und Hinrichtung des Sokrates, eine Schutzschrift also. Später kompiliert er das Ganze mit weiteren Werken, wobei das vierte und letzte Buch (über die Erziehung) bereits vorliegt und auch einen eigenständigen Charakter annimmt.
Die Frage drängt sich natürlich auf, wie weit wir den sokratischen Schriften im Allgemeinen und denen des Xenophons im Besonderen trauen können, schließlich kann dieser auch in seiner Apologie die gesamte Gerichtsverhandlung bis zum Tode Sokrates schildern ohne überhaupt anwesend gewesen zu sein. Um die Person Sokrates webt sich also ein Mythos. Das Ungefähre, was wir über Leben und Sterben dieses Mannes wissen, besitzt jedoch das Potential, ihn zum Prototypen des Philosophen zu erheben. Ist das aber einmal geschehen, wirken die xenophontischen Überlieferungen geradezu vulgär. Wer will an seinem Heroen schon menschliche oder gar philisterhafte Züge entdecken? Unfreiwillig erscheint hier die Wahrheitssuche als bloße Rethorik. Die Behauptung aber, Sokrates sei nicht der Gegner aller Sophisten, sondern ihr bester Vertreter, kann hier ironischerweise nicht einmal bestätigt werden.
Doch selbst Aristoteles, obgleich er Sokrates in Ehren hält, verkauft ihn unter Wert und sieht in seiner induktiven Methode und der Beteuerung seines Nichtwissens schon den ganzen Philosophen. Sokrates blufft sehr gut, aber er weiß einiges. Bei Platon und selbst bei Xenophon finden sich allenorts Hinweise auf positive Erkenntnisse. In Platons Apologie heißt es unter anderem, Sokrates hält es für das höchste Gut, „sich täglich über die Arete zu unterhalten" - das schöne Leben; an anderer Stelle ist für ihn, „ein ungeprüftes Leben nicht lebenswert". Wie sollte auch jemand, der nicht weiß, was zu tun ist, dasselbe so selbstsicher vollbringen wie eben Sokrates.
Dem Bild also, das wir von Sokrates besitzen, haftet unweigerlich der Pinselstrich des Zufalls an, gingen doch andere Werke, von anderen Autoren in der Geschichte verloren. Doch etwas anderes haben wir nicht. Xenophons Bedeutung als Zeitzeuge liegt ungleich höher als seine Bedeutung als Philosoph, wenn es letztere denn gibt. Aber welche Dummheit, ihn schon deshalb zu verwerfen. So bleiben die Erinnerungen an Sokrates also lediglich von historischem Interesse. Doch wer wäre so kühn, den Nutzen der Historie für das Leben zu unterschätzen?
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|