Dreißig humorvolle, tragische, komische oder schlicht alltägliche Geschichten aus ihrem Leben haben dreißig Autoren anlässlich einer Ausschreibung des Lerato-Verlages zum Thema „Erinnerungen" aufgeschrieben. Ihre Beiträge wurden aus über hundert Einsendungen ausgewählt.
Die Herausgeber Kati Ohst und Daniel Mothes haben die Erzählungen in dieser Anthologie mit dem eindrucksvollen Coverfoto eines schönen Altersantlitzes in bunter Folge zusammengefasst.
Manche der Autoren haben sich erst nach dem Ende ihrer Berufstätigkeit die Zeit und Muse genommen, sich an lange Vergessenes und Verdrängtes zu erinnern. Erinnern kann schmerzhaft sein, aber gleichzeitig zur Verarbeitung des Erlebten und zur Heilung von traumabedingten Leiden beitragen. Manche Geschichte kommt aber auch leicht daher und ist noch ganz frisch im Gedächtnis. Zum Beispiel sind die Erlebnisse eines Rentner-Ehepaares auf „Kaffeefahrt" amüsant zu lesen und können für manchen Leser zur Abschreckung dienen.
Tragisch sind die Geschichten über Flucht und Vertreibung, über Krankheit und Tod von Angehörigen oder über Missstände in einem Altenheim. Rührend die Erzählungen aus Kindheitstagen, das Erinnern an Menschen, die durch Liebe und Beispiel prägend fürs Leben waren. Alles, was das Leben so ausmacht, kommt in den Erzählungen vor und das Erinnern ist der gemeinsame Nenner, der die Autoren friedlich in diesem Sammelband vereint.
Das gelungene Coverfoto möchte ich noch besonders erwähnen. Es wird dem Thema des Buches in besonders eindrucksvoller Weise gerecht.