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Erinnerungen an Kreisau 1930 - 1945
 
 
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Erinnerungen an Kreisau 1930 - 1945 [Taschenbuch]

Freya von Moltke
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 137 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 2 (8. Dezember 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406510647
  • ISBN-13: 978-3406510649
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Freya von Moltke
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Das historische Buch

Zufluchtsstätte und Widerstandsnest

Freya von Moltkes Erinnerungen an Kreisau

In Mittelschlesien, fünfzig Kilometer entfernt von Breslau, lag am Fuss der Sudeten das Gut Kreisau mitsamt Schloss, Wohnhaus, Stallungen, 400 Morgen Weideland und 1200 Morgen Ackerland. Zu einem «Ort deutscher Geschichte» ist es nicht geworden durch die Erinnerung an den alten Feldmarschall Helmuth Graf von Moltke, der das Anwesen nach dem Sieg von Königgrätz aus einer Donation des preussischen Königs erworben hatte und dessen Wohnräume auch unter den Nationalsozialisten als deutscher Wallfahrtsort verehrt wurden. Zu einem historischen Namen hat Kreisau der Sicherheitsdienst der SS nach den Verhören im Anschluss an den 20. Juli 1944 gemacht. Er fasste die Mitglieder der Widerstandsgruppe um Peter Yorck von Wartenburg und Helmuth James von Moltke, die sich selbst keinen eigenen Namen gegeben hatte, als den «Kreisauer Kreis» zusammen.

«Ein besseres Deutschland»

In Kreisau hatten 1942 und 1943 die drei wichtigsten Tagungen der Gruppe ein breites Spektrum politischer Opposition – Bankiers und Gewerkschafter, katholische und protestantische Kirchenvertreter, Pädagogen, Professoren, Juristen und Diplomaten – versammelt. Hier waren die aussen- und innenpolitischen «Grundsätze für die Neuordnung Deutschlands» formuliert worden, Ergebnis des Nachdenkens über «ein besseres Deutschland» in einem besseren und befreiten Europa.

Führender Kopf der Gruppe war Helmuth von Moltke, Urgrossneffe des Feldmarschalls und letzter Besitzer von Kreisau, hingerichtet am 23. Januar 1945. Seine Frau, Freya von Moltke, hat nun, weit über 80jährig, ihre Erinnerungen an Kreisau veröffentlicht. Sie will mit ihnen keinen weiteren Beitrag zur politischen Geschichte des deutschen Widerstands leisten – das hat sie an anderer Stelle, in der zusammen mit Michael Balfour und Julian Frisby verfassten Biographie ihres Mannes und durch die Veröffentlichung seiner an sie gerichteten Briefe, getan. In den Erinnerungen soll vor allem der lebensweltliche Hintergrund deutlich werden, der für Helmuth von Moltke prägend war und ihm existentiellen Rückhalt für seine hauptsächlich in Berlin geleistete Arbeit bot. Freya von Moltke schildert die Familie und die Lebensverhältnisse in Kreisau, wie sie sie von 1930 bis 1945 erlebt und selbst ganz wesentlich mitbestimmt hat.

1929 hatte Helmut von Moltke, 22jährig, noch vor Abschluss seiner juristischen Ausbildung die Verwaltung des hochverschuldeten Gutes übernommen und es mit Hilfe eines langjährigen Wirtschaftsplans, der der Familie starke ökonomische Einschränkungen abverlangte, vor der Zwangsversteigerung bewahrt. Er hat damit auch vielen kleinen Bauern, die hypothekenbelastetes Kreisauer Land gekauft hatten, ihren Besitz erhalten. Gut und Dorf bildeten solchermassen eine «Lebensgemeinschaft», und das Ansehen, das die «nie sehr herrschaftlichen» Moltkes in ihr besassen, schützte schliesslich auch ihre politische Arbeit, als die nationalsozialistische Gleichschaltung vor Kreisau nicht haltmachte. Als der «rote Graf» allerdings 1932 zusammen mit seiner Frau bei der letzten Reichspräsidentenwahl für den kommunistischen Kandidaten Ernst Thälmann votierte, geschah das aus Vorsichtsgründen doch von Berlin aus.

Das sieben Zugstunden entfernt liegende Berlin war den Moltkes immer näher als die schlesische Metropole Breslau. Berlin bildete den lebensweltlichen Gegenpol zu Kreisau. Hier wohnte das Ehepaar zusammen von 1932 bis 1935, an der Humboldt-Universität schloss Freya von Moltke 1935 ihr juristisches Studium mit der Promotion ab. In Berlin arbeitete Helmuth von Moltke als Anwalt für internationales Privatrecht und leistete dabei von den Anfängen der Machtergreifung an, beruflich wie privat, Widerstand. Er setzte ihn fort, als er von 1939 an als Sachverständiger für Völkerrechtsfragen in das Oberkommando der Wehrmacht kriegsdienstverpflichtet wurde.

«Passiver Anteil»?

Seine Frau hat diese Widerstandsarbeit und das mit ihr verbundene, permanente Lebensrisiko bejaht und mitgetragen. Ihren Teil, den sie sehr bescheiden lediglich als «passiven Anteil» bewertet wissen will, sah sie in der Verantwortung für Kreisau. Nach ihrer Promotion übernahm sie, von 1935 an und vor allem während des Kriegs, neben der Erziehung ihrer beiden Söhne einen Grossteil der Funktionen ihres Mannes, wie etwa die Kontrolle der Finanzen und die Ernteplanung. Die Rolle der schlesischen Landfrau war für die aus dem Rheinland gebürtige, damals 24 Jahre alte Bankierstochter gewiss nicht ihre «erste Lebenswahl». Sie lernte zwar das Bienenzüchten, an das jährliche grosse Schweineschlachten jedoch hat sie sich nach ihren eigenen Worten nie gewöhnt.

Was anfangs reine Arbeitsteilung mit ihrem Mann, vor allem aber für ihn war, die Aufrechterhaltung dieser friedlichen, «fernab» liegenden Existenz, das scheint ihr schliesslich eine Art Überlebenshilfe geworden zu sein. Das zeigt vor allem der letzte Teil ihres Buches, der ihre Existenz in Kreisau nach der Hinrichtung ihres Mannes und während der russischen und polnischen Besetzung des Gutes schildert. Sie verliess das Gut erst im Spätherbst 1945, im letzten möglichen Augenblick. Dabei gelang es ihr, sowohl die über 1600 Briefe ihres Mannes als auch die schriftlichen Dokumente des «Kreisauer Kreises» in Sicherheit zu bringen. Freya von Moltke lebte seitdem überwiegend ausserhalb Europas, seit 1960 in den USA. Sie hat, als sie diese «Erinnerungen» niederschrieb, über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren zurückdenken müssen.

Vielerlei hat sie in Gesprächen, Interviews und zusammenhängenden Darstellungen bereits andernorts zur Sprache gebracht. Sie hat die eigene Person zugunsten ihres Mannes in diesen Erinnerungen sehr zurückgenommen. Vielleicht liegt es daran, dass ihre Erzählung, oft sprunghaft und assoziativ, sich bei allem Detailreichtum nur punktuell zu einem lebendigen Erinnerungsbild verdichtet. Neben dem erwähnten Schlusskapitel gehören zu den eindrücklichen Passagen sicher ihre persönlichen Erinnerungen an die Kreisauer Tagungen und deren Teilnehmer. Ein kommentiertes Personenregister hätte der Verlag deshalb beifügen sollen.

Barbara von Reibnitz -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Kreisau, das Gut des Grafen Helmuth James von Moltke, war seit 1940 Treffpunkt des "Kreisauer Kreises", dem Männer und Frauen des Widerstands gegen Hitler angehörten. Freya von Moltke, Ehefrau des 1945 hingerichteten Gutsherren, legt hier ein ganz persönliches Erinnerungsbuch vor. Sie erzählt von der Familie, in die sie hinein geheiratet hatte, vom Gut, das hochverschuldet war, als ihr Gatte es übernahm, von den Menschen, die dort lebten und arbeiteten, von der Landschaft, von Helmuth James selber und von den Mitgliedern der von ihm ins Leben gerufenen Widerstandsgruppe.

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Wir waren ganz heiter" 21. Februar 2003
Von CTR
Format:Gebundene Ausgabe
Freya v.Moltke erzählt von dem Gut Kreisau in Schlesien und von den drei Treffen, des nach diesem benannten "Kreisauer Kreises", der Widerstandsgruppe im III. Reich.
Dabei entsteht ein sehr persönliches Bild von Kreisau, der Landschaft und dem Leben dort. Die Familie v.Moltke und die Menschen, die auf Kreisau leben und arbeiten werden porträtiert. Entsprechend beschreibt sie die Beteiligten der Kreisauer Treffen, wie z.B. Marion und Peter Yorck von Wartenburg aus einer menschlichen Perspektive. Natürlich steht ihr Mann Helmut James v.Moltke im Mittelpunkt ihres Berichtes. Abgerundet wird die Erzählung durch die Zeit nach dem 20.Juli und die Besetzung Kreisaus durch Russen und Polen.
In einem knappen Rahmen von etwa 135 Seiten erinnert sich Freya v.Moltke in einer angenehm zu lesenden Sprache und auf eine sehr persönlichen Art an ein für sie meist sehr schöne Zeit Ihres Lebens. Dabei wird die lebensfreundliche Atmosphäre in Kreisau und die humane Gesinnung der Autorin sichtbar.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Freya von Moltkes Buch erzählt die ergreifende Geschichte des Kreisauer Kreises, der auf dem Hintergrund des alle Verhältnisse umstürzenden Zweiten Weltkriegs deutschen Widerstandsgeist und Nachdenken und Planen für die Zeit danach mit einer Perspektive für ganz Europa verbindet, eine Perspektive freier europäischer Völker: Dazu gehört auch, dass (die Zusammengekommenen) gemeinsam der Überzeugung waren, der souveräne europäische Nationalstaat sei in diesem Zweiten Weltkrieg an sein Ende gekommen, die Sicherung des Weltfriedens erfordere die Schaffung einer die einzelnen Staaten umfassenden Ordnung. Daneben schildert Freya von Moltke die Lebensumstände dieser bedrückenden Zeit und der Zeit danach, das Leben der einfachen Dorfbevölkerung, der Angestellten und das der eigenen Familie; dazu immer auch die Existenz im politischen Raum, über die Schwierigkeiten des Widerstands, der Kontaktsuche zum Ausland einschließlich aller Entbehrungen und Nöte und Sorgen für den eigenen Kreis vor und kurz nach diesem Krieg. Freya von Moltkes Buch ist ein beeindruckend bestürzender Bericht aus einer bürgerlichen Familie mit all ihrem Überlebensgeist aus Anpassung und Widerstand, aus Flucht und zeitweiser Rückkehr in die schlesische Heimat in dieser unsäglichen Zeit.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Buchtrilogie 7. November 2011
Von terrier
Format:Taschenbuch
Ausgezeichneter Zustand der Kasette samt Bücher, schneller und einwandfreier Versand. Der schlesische Tonfall und seine Zeit ist in dieser Trilogie sehr gut wiedergegeben.
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