Wie die Zeit vergeht. 25 Jahre ist es her, dass der "Shah von Persien" durch Khomeini gestürzt wurde. Farah Dibas Buch beschreibt Ihr Leben, von der Kindheit bis heute, mit naturgemäß starker Betonung ihrer Lebensspanne als Kaiserin. Anfangs eher langweilig, im Stile einer Gesellschafts-Klatsch-Zeitschrift dahingeschrieben, gewinnt das Buch an Qualität, je näher wir dem Ende des "Shah-Regimes" kommen. Wirklich spannend ist der Teil, in dem Farah die Flucht ins Ausland schildert, die mit dem gesundheitlichen Zusammenbruch Ihres Mannes zusammenfällt. Unglaublich auch, wie seitens westlicher Arzte aus Profilierungssucht und politischem Kalkül (Amerikaner)am Patienten herumgewerkt wird. Schließlich bleibt nur noch Ägypten als Flucht-Land, hier stirbt der Shah und die Wogen glätten sich, Farah versinkt mehr oder weniger in der öffentlichen Bedeutungslosigkeit. Naturgemäß gibt das Buch nur eine sehr subjektive Perspektive der iranischen Tragödie wieder. Die tyrannischen Aspekte Ihres Mannes läßt Farah unter den Tisch fallen, die grausame SAVAK-Geheimpolizei wird eher verharmlost, eher übereifrige Onkel als Folterer, geht im Zweifelsfall etwas schief, weiß der Shah natürlich nichts davon, ein Gutmensch. Andererseits kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass vielleicht doch nicht alles so schlecht war, speziell was die Rechte der Frau betrifft, die Erziehung, den Lebensstandard generell. Offen bleibt nach der Lektüre dieses Buches die Frage, ob der Shah - ferngesteuert von den USA - tatsächlich den großen Sprung einer "weissen Revolution" schaffen hätte können und nur durch Traditionalisten daran gehindert wurde, oder ob durch sein Handeln und die Unterdrückung der Islamisten, nicht erst die jetzige Situation provoziert wurde. Weitere Lektüre zu dem Thema empfohlen!