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von Helmut Kohl
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Das Buch liest sich über weite Strecken als (bisweilen ermüdender) Versuch, einstige Kritiker im Nachhinein nicht nur zu widerlegen, sondern vorzuführen. "Zu den Klischees seit Beginn meiner Kanzlerschaft", schreibt der Altkanzler ziemlich genau in der Mitte des Bandes, "gehörte die törichte Meinung, ich verstünde nichts von Außenpolitik. Der aus der pfälzischen Provinz stammende Politiker mit deutlichen Neigungen zur Innenpolitik so die 'Analyse' einflussreicher Hamburger Medienmacher betrachte die Außenpolitik als ein Politikfeld, das man getrost dem zuständigen Minister überlassen könne." Es folgen Reiseberichte, in denen Kohl seine zahllosen Treffen mit den Großen der Welt schildert -- und seine Weitsicht in weltpolitischen Fragen und die dementsprechenden Erfolge, zu denen er auch die deutsche Einheit zählt. Töricht war aus Kohls Sicht natürlich auch der "Putschversuch" einiger seiner "Parteifreunde": Bei seiner Schilderung der Ereignisse rund um den Bremer CDU-Parteitag von 1989 hält er sich denn auch seinerseits mit Häme nicht zurück. Bände spricht ein vom Autor zweifellos mit Genugtuung ausgewähltes Foto, das ihn und den soeben abgelösten Generalsekretär Heiner Geißler nebeneinander auf dem Podium zeigt: Erhobenen Hauptes blickt der Sieger auf den gebeugten Besiegten herab.
Gewiss: Kohls Betrachtungen sind durchzogen von einem bisweilen doch recht angestrengt wirkenden Bemühen, seinem Bild in den Geschichtsbüchern auch ja die richtigen Konturen vorzuzeichnen. Aber so sehr sie ihn deshalb in manchem Detail auch zweifellos trügen: Seine Erinnerungen vor allem an jene Jahre, die er in diesem zweiten Band behandelt, lohnen trotz allem die Lektüre. Ja: hier und da gerade deswegen! -- Andreas Vierecke
Ob in Berlin am Tag des Mauerfalls oder mit Michail Gorbatschow auf der Krim, ob mit François Mitterrand in Verdun oder mit Ronald Reagan in Bitburg - während seiner Kanzlerschaft schuf Helmut Kohl Bilder von prägender Kraft, die Eingang gefunden haben in das Gedächtnis der Republik.
Vom Nato-Doppelbeschluss bis zur Wiedervereinigung hat er die Weichen gestellt, die über die Zukunft Deutschlands und Europas entschieden. Angetreten mit dem Versprechen, die »geistig-moralische Wende« zu schaffen, gelang es unter seiner Regierung, die Bundesrepublik ökonomisch und sozial neu auszurichten. Jetzt gibt Helmut Kohl Auskunft über die dramatische Schlussphase des Kalten Krieges und den Fall der Mauer. Er erzählt von seinen Erfahrungen und Einsichten, von Weggefährten und Kontrahenten - und er erzählt mit jener Leidenschaft und Überzeugungskraft, die heute in der Politik so selten geworden sind.
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