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Erinnerungen: 1930 - 1982
 
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Erinnerungen: 1930 - 1982 (Gebundene Ausgabe)

von Helmut Kohl (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 600 Seiten
  • Verlag: Droemer Knaur; Auflage: 1 (1. März 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426272180
  • ISBN-13: 978-3426272183
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 15,6 x 5,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Als ich mich bei einer CDU-Versammlung wieder einmal stürmisch einschaltete, prägte der Ludwigshafener Kreisvorsitzende den unvergesslichen Satz: "Das Wort hat der junge Herr Kohl." Dann, schicksalsergeben: "Einem bösen Hund gibt man ein Stück Brot mehr." Was dem gerade mal 17-Jährigen "aufmüpfigen Spund" 1947 recht war, ist dem heutigen Kohl nur billig. Nun ist es das köstliche Brot des Alters, das Dr. Helmut Kohl genüsslich auskostet. Altersweisheit? Wer noch Zweifel hatte, der Altkanzler weist zurecht, ist hemmungslos sentimental, bürstet ab, stellt richtig, "wie es wirklich war". Helmut Kohl wie er leibt und lebt, meldet sich zurück.

Was durfte man erwarten? Die "Erinnerungen an sich selbst", wie der verhasste Spiegel süffisant überschrieb, sind nichts weniger als ein wohliges Erinnerungsbad im Spiegelsaal der Geschichte. Den Nachkriegsimpressionen folgt der (quälend lange) und bürokratisch genau referierte Aufstieg vom Studiosus zum Stadtrat bis in den Mainzer Landtag. Dabei wird überdeutlich: Vom Bade im Rhein mit seiner späteren Frau Hannelore und der Clique, die den 15-Jährigen bereits als "Leitwolf" erlebte, bis zur sattsam bekannten Belehrungssucht, mit der er revoltierende Studenten 1968 zurecht stauchte -- wir erleben die One-Man-Revivalshow eines Politikers, dem 16 Jahre Kanzlerschaft und Manager der Wiedervereinigung einen unzerstörbaren Panzer der Selbstgewissheit verliehen haben.

Kohls Blick sieht niemals ab von sich selbst. Eine persönliche Tonbandmitteilung Schleyers aus der RAF-Gefangenschaft an den Freund Kohl (komplett abgedruckt), ermächtigt diesen in der Rückschau, sich zum heimlichen Mittelpunkt des Krisenstabs im deutschen Herbst 1977 zu erheben. Politische Fehler, ohnehin marginal, werden huldvoll eingestanden. Trotz der beständig im Munde geführten Behauptung, falsch Dargestelltes gerade zu rücken, erfährt man kaum wirklich Neues. Deswegen sollten auch die Erwartungen an Teil zwei der Erinnerungen, die entscheidenden Regierungsjahre ab 1982, gedämpft bleiben. Wo schon in diesem Band der langjährige Parteifreund und Steigbügelhalter Schäuble vom ansonsten so gedächtnisstarken Ex-Kanzler mit keiner Silbe gewürdigt wird, dürfte man auch in Sachen Parteispendenaffäre keine überraschende Wende erwarten. --Ravi Unger



literaturtest.de

Helmut Kohl verkörpert wie kaum ein anderer lebender Politiker deutsche Geschichte. Mit sicherem Machtinstinkt regierte er länger als jeder andere deutsche Kanzler und prägte mit seiner Persönlichkeit die 80er und 90er Jahre. Der Begriff "System Kohl" meint seinen beharrlichen Weg zur Macht, die "Wende" 1982 und seine unangefochtene Alleinherrschaft als CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler. Als Ende der 80er Jahre sein Stern zu sinken drohte, fiel die Mauer in Berlin. Selbst Kritiker bescheinigen ihm, dass er es verstand, die außenpolitisch einmalige Konstellation zu nutzen, um die Wiedervereinigung herbeizuführen. Helmut Kohl erlebte wohl keine glanzvollere Zeit als die Jahre 1989/1990. Es dauerte allerdings nicht lange, bis gravierende Fehler im Einigungsvertrag und im Handeln der Regierung Kohl offensichtlich wurden. Nicht mehr von "blühenden Landschaften" war die Rede, nun ging es um den "Leuna-Skandal".

Der erste Band von Helmut Kohls Erinnerungen behandelt seine ersten 50 Jahre Jahre -- also die Zeit bis zu seiner Wahl zum Bundeskanzler 1982. Das Werk umfasst immerhin 600 Seiten. Dabei standen dem Alt-Bundeskanzler zwei Historiker zur Seite, die seine umfangreichen Aktenbestände sichteten und aufbereiteten.

Helmut Kohl hält sich nicht lange mit Kindheit und Jugend auf -- wichtig ist ihm der frühe Weg in die Politik --, denn schließlich war er schon immer der Jüngste: im Rheinland-Pfälzischen Landesparlament, als Ministerpräsident, als Oppositionsführer in Bonn, später auch als Kanzler. Wenn auch etwas behäbig im Ton, sind diese Erinnerungen eine interessante Dokumentation von 50 Jahren deutscher Geschichte. Ihre Stationen sind unter anderem: Zweiter Weltkrieg, deutsche Teilung, Wiederbewaffnung, Kalter Krieg, 68er Bewegung, Öl-Schock und RAF-Terror.

Zum ersten Mal erfahren wir hier aus der Sicht des lange Zeit einflussreichsten Politikers des Landes, wie Entscheidungen auf höchster Ebene fallen. Kohl zeichnet gewissermaßen eine subjektive Topografie der Machtverhältnisse in der Bonner Republik. Seine Motivation, diese Autobiografie zu schreiben, war freilich, mit Mythen und Legenden um seine Person aufzuräumen, Dinge richtig zu stellen. Wahrscheinlich aber werden Historiker dieses Buch eher als "Quelle" lesen, als zeitgeschichtliches Dokument, das über die Persönlichkeit Kohl mehr verrät, als über den Abschnitt deutscher Geschichte, den er prägte -- frei nach John Irving: "Helmut Kohl und wie er Deutschland und die Welt sah." --Henrik Flor


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56 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Subjektiv gefärbte, aber doch interessante Erinnerungen, 13. März 2004
Von Bernhard Nowak "bnowak8673" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Mit leichter Skepsis habe ich den ersten Band der Erinnerungen Helmut Kohls, dem ich persönlich eher kritisch gegenüberstand, gelesen. In nicht angenehmer Erinnerung war mir sein 2000 veröffentlichtes "Tagebuch" geblieben, welches vor Larmoyanz und Selbstgerechtigkeit triefte - so meine - zugegebermaßen harsche - Sicht. Erstaunt muss ich feststellen, dass die Erinnerungen Kohls, zumindest was diesen ersten Band angeht, wesentlich interessanter sind. Nach wie vor fehlt Kohl jegliche Distanz zu sich selber - er unterteilt nach wie vor die Welt dualistisch in Freunde und Gegner, Zwischenpositionen gibt es auch hier kaum. Man lese die kritischen Einlassungen gegenüber Biedenkopf, Strauss oder Johannes Rau nach.
Dennoch sind diese Erinnerungen - Helmut Kohl sprach davon, keine "Memoiren der Rache" zu schreiben - insgesamt doch erstaunlich abgeklärt und fast "altersmilde". Packend die Schilderung seiner Jugend, seines Aufstieges in Rheinland-Pfalz, wo sich der junge CDU-Landesvorsitzende gegen Ministerpräsident Altmeir durchsetzte, die Schilderung seines Kampfes um die CDU-Führung gegen Barzel, den er - im Gegensatz zu früheren Einschätzungen eher milde beurteilt, die Beschreibung seiner Zeit als Ministerpräsident (hier geht er ausführlich auf Aspekte des Amtes ein, die in der Öffentlichkeit weniger bekannt sind etwa das Begnadigungsrecht, für das sich Kohl interessierte und einen regen Austausch mit dem ihm menschlich verbundenen sozialdemokratischen Bundespräsidenten Heinemann führte), als Oppositionsführer bis 1982. Diese letzte Zeit ist spannend geschrieben worden. Auch Fehler gibt Kohl zu - etwa den, die Sicherheitskonferenz in Helsinki abgelehnt zu haben oder die Anliegen Herbert Gruhls, des aus der Union stammenden späteren Gründers der "Grünen" zu seiner Zeit nicht ernst genommen zu haben.

Überhaupt fällt die sehr personale Sicht seiner Erinnerungen auf. Die Beziehungen zu Personen, schnell in ein Raster - Freunde oder Gegner eingeteilt - sind Helmut Kohl am wichtigsten. So hat er ja auch später als Regierungschef fungiert.

Interessant auch bestimmte Neuigkeiten: wer wußte etwa, dass der Nachfolger des verstorbenen Franz-Josef Strauß als bayerischer Ministerpräsident in Bayern, Streibl, zur CDU wechseln wollte, falls nach Kreuth 1976 die CSU als bundesweite vierte Partei gegen die Union angetreten wäre. Oder, dass Axel Springer im Auftrage von Strauß Kohl 1979 auf das Amt des Bundespräsidenten wegloben wollte, um den Rivalen in Sachen Kanzlerkandidat loszuwerden.

Sehr bewegend geschildert ist die Zeit des Terrorismus, insbesondere seine Beziehung zu Schleyer. In bewegenden Worten schildert Kohl hier den unglaublichen Gewissenskonflikt, den er als persönlicher Freund von Schleyer hatte, als er erkannte, aus Staatsraison dessen Leben opfern zu müssen. Rezensenten haben Kohl an dieser Stelle eine gewisse Gefühlskälte vorgeworfen. Dies kann ich nicht teilen. Dieses Kapitel ist für mich das bewegendste des ganzen Buches.

Fazit: es handelt sich um lesenswerte Erinnerungen. Kohl schildert sich hier so, wie er gesehen werden möchte und legt subjektiv seine Sicht der Dinge dar. Das Buch ist dennoch ein wichtiges zeitgeschichtliches Dokument, etwa wenn Kohl seine Sicht des Zustandekommens des Nato-Doppelbeschlusses darlegt, der das zentrale Thema der Sicherheitspolitik im Fokus des Ost-West-Konfliktes zwischen 1977 und 1983 bildete. Sicherlich ist Kohl von seiner Politik überzeugt. Im Gegensatz zu seinem sehr emotionalen "Tagebuch", welches auf dem Höhepunkt der Spendenaffaire erschienen ist, findet sich hier jedoch keine Selbstbeweiräucherung oder Larmoyanz. Auch die Referenz an seine verstorbene Frau Hannelore, an der er sehr gehangen hat, ist bewegend.

Ein durchaus fesselndes, wenn auch subjektives Werk der Zeitgeschichte, welches durchaus zu einem Standardwerk werden könnte.

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63 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Informativ, 7. Mai 2004
Von Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Es ist schon recht informativ, was Dr. Helmut Kohl uns berichtet.

Von den Anfängen an wichtig sind die eigenen Ideen und die wirklich angepackten Dinge, die Erinnerungen auch an Erlebtes und es ist das Private, das der Altkanzler zwischendurch anklingen läßt, das den Leser und die Leserin ansprechen wird bei der Lektüre dieses Buches.

So ist alles in "trockenen Tüchern", wie es scheint und die ganzen Geschehnisse der frühen fünfziger Jahre werden noch einmal vor Augen geführt. Dabei ist zu sehen, daß der Autor damals schon ganz wichtige Kämpfe auch in der eigenen Partei zu führen hatte, die durchaus geteilt war in verschiedenen Lagern, namentlich der etwas älteren Linie und den Jügneren, wie das ja auch üblich ist und wovon sich einjeder, der sich mit örtlicher Politik befasst, immer wieder ein eigenes Bild machen kann.

Nein, er war und ist ein Kämpfer und das ist auch sein Merkmal unter anderem, daß er nicht aufgibt.

So ist er an richtiger Stelle der richtige Mann gewesen, er hat nur nicht für einen Nachfolger gesorgt, daß könnte man ankreiden.
Etwas zusehr an der Macht interesiert, gleichsam der "Staat im Staat", so schien er, gewichtig zweifellos und deshalb interessant immer wieder.
Was wirklich interessieren wird, ist der zweite Teil seiner Memoiren, wo es an die wirklich wichtigen Dinge der großen Wende unserer Zeit geht und daher sind wir alle sicher sehr gespannt auf die Weiterführungen seiner Aufzeichnungen.

Immerhin enthält aber der erste Teil schon auch wieder zum Teil entzückende Bilder, die das ganze Werk schmücken.
Der Stil ist warmherzig und nicht schwer zu vermitteln alles, was er schreibt.
Somit hat man/frau hier ein gutes Buch, das Zeitgeschichte vermittelt. Und Geschichte zu vermitteln war ja wohl immer auch sein Anliegen gewesen und ist es noch.

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15 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Autobiographie ist ein zweischneidiges Schwert!, 28. Mai 2004
Von O. Miller "aev-forever" (Celle) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Es ist so eine Sache mit Autobiographien! Auf der einen Seite bemüht sich Kohl durchaus detailgezreu und objektiv seinen Lebensluaf von 1930 bis 1982 aufzudecken. Gewürzt mit mehreren Anekdötchen und privaten infos, nicht allzu schwer geschrieben läßt sich das Buch gut lesen. Auf der anderen Seite wird man, gerade, wenn er das viel gescholtene "System Kohl" beschreibt, das Gefühl nicht los, dass er einige Dinge "durch die rosa Brille" sieht. Selbst bei Dingen, die sogar einem politischen Laien als nicht korrekt auffallen, kommt keinerlei Schuldeingeständnis von ihm. Im Gegenteil - er bekräftigt seine Taten noch. Das ist eben das Problem einer Autobiographie, da der Autor, hier Kohl, meist nicht dazu in der Lage ist, seine Fehler selbst zu sehen (oder sie nicht sehen will). So beliebt das Buch ein zweischneidiges Schwert...
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