"1940: Mord, Hörigkeit, Korrumpierbarkeit, B. Davis' Bericht vom Verbrechen als Lüge und illustriert mit subjektiver Kamera, was Hitch in "Stage Fright" bzw. "Rope" übernehmen sollte. Regie: W. Wyler."
"1946: Von Hitch stammen Suspense und Abgründe hinter dem Establishment, von Regisseur Minnelli Poesie und intelligente Liebesgeschichte, von K. Hepburn ihre umwerfende Präsenz."
"1957: Billy Wilder vs. Hitchs "Der Fall Paradin" 1:0. Charles Laughtons Demontage ist gewitzter, facettenreicher, spannender, raffinierter als die von Gregory Peck."
"1962: s/w-Fotografie, Anthony Perkins, viel Spannung, PSYCHOlogische Abgründe und ein an „Psycho“ erinnerndes Schlussbild. Sophia Loren hätte Hitch nicht zu besetzen gewagt. Super! Regie: A. Litvak."
"1963: Raffiniert und komödiantisch wie "Der unsichtbare Dritte". Die männliche Hauptrolle hat er mit vielen Hitchs gemeinsam (C. Grant), die weibliche (A. Hepburn) definitiv nicht. Regie: S. Donen."
"1964: „Ich wollte nicht ein Hitchcock in mittleren Jahren werden“, sprach Regisseur R. Aldrich und drehte fortan wieder „Männerfilme.“ Dieser bös-makabre s/w-Thriller mit B. Davis ist aber super!"
"1966: Der Film, den ich nicht kenne, MUSS hier stehen, da vertraue ich B. Hermanns Musik, Truffauts biographischem Hintergrund und Mathias' kenntnisreicher Rezension sowie einigen Presseberichten."
"1967: Wie Nr. 5, mit einem kleinen Schuss James Bond, und diesmal führt die Frau den Mann (G. Peck) an der Nase herum. Sophia Loren ist mal wieder ein Anti-Hitch-Typ, aber umwerfend. Regie: S. Donen."
"1971: Chabrol muss rein! Ich entscheide mich für diesen hier, weil er sehr gut ist und die teilweise Besetzung mit Amerikanern an Hitch erinnert (vor allem A. Perkins)."
"1975: Brian de Palma, der Hitch-Epigone. Auswahlproblem wie bei Chabrol. Schwarzer Engel ist „Vertigo“ am ähnlichsten, dies ist gleichzeitig sein Kapital und sein Problem (andere sehen es anders)."
"(Auf Liebe und Tod) 1983: Truffauts Wiederauflebenlassen des klassischen Mystery-Thrillers à la Hitch. Eher Reverenz als Fortführung, aber das sehr gekonnt in schwarzweißer Atmosphäre."
"1985: Fliegende Gliedmaßen und Gedärme in Ekelhorrorschrott. Was soll das? Und was soll es, dass für die Credits so dreist die Musik von „Psycho“ geklaut wurde???"
"1987: Der ohnehin hirnverbrannte Plot von „Der Fremde im Zug“ als Mischung aus Parodie und Reflexion. Das Vorbild wird direkt in der Handlung angesprochen und anschließend durch den Wolf gedreht."
"1998: Das Aufpeppen mit Action und Außenaufnahmen macht den klaustrophobischen Charakter von „Bei Anruf Mord“ zwar kaputt, aber spannend ist auch diese Variante."
"1999: Nahezu 1:1-Remake, für dessen irre Idee Gus van Sant Respekt gebührt. Aber sie geht nicht auf: Das Gute des Filmes schreiben wir Hitch, das Schlechte van Sant zu."
"2000: Hitch baller-balla: Die Lebefrau, ihre wilde Autofahrt, der verliebte Agent, der sie gefährden muss, das Treffen auf der Pferderennbahn, das langsame Vergiften... Schamloser "Notorious"-Klau."
"2002: Nach der Hitch-Vision, einen Thriller nur in einer Telefonzelle spielen zu lassen. Spannend, aber videoclipartige Schnitttechniken führen aus der Zelle heraus und konterkarieren Hitchs Idee."
"2002: Basiert auf „Rope“ bzw. dem realen zugrunde liegenden Fall, hat stilistisch mit Hitch nichts zu tun, ist aber spannend und psychologisch interessant. S. Bullock überraschend abgründig!"
"2003: Wider alle Vorurteile kann es auch einmal ein deutscher Fernsehfilm: Interessante Vertigo-Hommage, bei der die Originalmusik von Herrman für das etwas überkonstruierte Ende entschädigt."
"2006: Wieder Deutschland, nur halb gelungen: Die gespaltene Persönlichkeit der Hauptfigur und das Durchgestylte erinnern an Vertigo, aber von Trotta mixt das mit (zu) vielem anderen."
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