Fester Einband, foliert, Fadenheftung, 196 Seiten, schönes Layout: ein Buch halt, wie im Titel versprochen.
Doch aus donaldistischer Sicht sollte die Form weniger herausgestellt werden. Wesentlich interessanter ist die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Lebenswerk von Erika Fuchs: Neben der Biographie als Schwerpunkt (Bohn schildert anhand vieler Gespräche, die er mit Frau Fuchs führte, anschaulich sämtliche Stationen der Erika Petri bis zu der Frau Dr. Fuchs, die die meisten bereits zu kennen meinen. Die zahlreichen bislang unveröffentlichten Fotos aus der Kinder- und Studentenzeit illustrieren endlich ein volles Bild jener Frau, von der in anderen Veröffentlichungen meist nicht mehr als ein mehr oder minder aktuelles Passfoto zu sehen war.
Über die Biographie hinaus wurde offensichtlich der Ansatz verfolgt, keine Perspektive unbeleuchtet zu lassen.
Der Fuchs eigenen Rhetorik werden 14 Seiten gewidmet, keine leichte Kost.
Unverzichtbar das Zitatenschatzkästlein. Die Auswahl wird dem Autoren trotz eines Rahmens von fast 30 (!) Seiten schwergefallen sein. Die Zusammenstellung aber ist gelungen und macht hungrig. Wer als Nicht-Donaldist auf diesem Wege an die Materie herangeführt wird, wird wahrscheinlich als nächstes die Carl Barks Collection abonnieren.
Ein weiterer Abschnitt ist die ungefilterte Transkription eines sehr ausführlichen Interviews (34 Seiten, wo gibt es so etwas sonst?) mit Frau Fuchs. Hier bleibt kaum eine Frage unbeantwortet. Die Niederschrift mit spartanischer Interpunktion folgt konsequent der Sprache. Keine Sinn entstellende Kürzung oder Vereinfachung. Wohltuend wahrheitsgemäß.
In der Anlage eine erschöpfende Bibliographie als solide Basis für weitere wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema.
Ein Buch, dass man wirklich uneingeschränkt empfehlen kann.