Den Autoren gelingt es, den Werdegang Erich Kochs sehr bildlich und gut verständlich aufzuarbeiten. Hierbei wird jedoch ein solides Grundwissen zum Dritten Reich und seiner Struktur vorausgesetzt, denn nur mit diesem Vorwissen kann es gelingen, die vielen zeitgeschichtlichen Fakten richtig einzuordnen. Ziel der vorliegenden Biografie war es, Licht ins Dunkel des Lebenswegs von Erich Koch zu bringen, denn aus zunächst nicht nachvollziehbaren Gründen gehörte Koch nach dem Zweiten Weltkrieg zu den vergessenen NS-Funktionären und verstarb 1986 in polnischer Haft. Die Autoren gehen der Frage nach, was von dem unermesslichen Reichtum, den Koch während seiner brutalen Regentschaft angehäuft hat, übrig blieb und welche Gründe für die polnische Justiz ausschlaggebend waren, den zum Tode verurteilten Koch nicht zu töten. Nicht zuletzt wird auch die Frage gestellt, wie ein so brutaler Mensch wie Koch, der auf der Höhe seiner Macht mit Himmler und Rosenberg um die Gunst Hitlers wetteiferte, so sang- und klanglos in Vergessenheit geraten konnte.
Das zunächst unscheinbar wirkende Hardcover glänzt durch den sehr gut aufbereiteten Inhalt. Mit circa 250 Seiten gehört das Buch sicherlich nicht zu den Schwergewichten im Biografienregal der Buchhändler, zählt aber mit Sicherheit zu den lesenswerteren seiner Art. Leben und Werdegang des ehemaligen "braunen Zaren" werden gut aufbereitet präsentiert, durch viele Quellen belegt und mit bisher unveröffentlichten Fotos angereichert. Für den interessierten Leser stellt das Buch "Erich Koch - Hitlers brauner Zar: Gauleiter von Ostpreußen und Reichskommissar der Ukraine" eine lesenswerte Anschaffung dar.