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Erich Honecker. Eine deutsche Biographie
 
 
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Erich Honecker. Eine deutsche Biographie [Taschenbuch]

Norbert F. Pötzl
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 380 Seiten
  • Verlag: Dva; Auflage: 2., Aufl. (18. Dezember 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421055858
  • ISBN-13: 978-3421055859
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,2 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 300.768 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Norbert F. Pötzl
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Staat bin ich! Fast zwei Jahrzehnte lang regierte Erich Honecker die DDR nach dem Motto des Sonnenkönigs wie ein absolutistisches Duodezfürstentum. "Mir ist nie klar geworden, wie dieser mittelmäßige Mann sich an der Spitze des Politbüros so lange hat halten können", lästerte Helmut Schmidt über ihn. Intellektuell sicherlich keine Leuchte, schlicht in seiner Weltsicht und dabei alles andere als charismatisch, hatte dieser schwer unterschätzte mausgraue Apparatschik einfach einen ungeheuren Machtinstinkt. Wie sich das manifestierte und warum ihn sein Gespür schlussendlich doch im Stich ließ, thematisiert Norbert F. Pötzl in Erich Honecker. Eine deutsche Biographie.

Der Spiegel-Redakteur folgt dabei den wichtigsten Lebensstationen des kommunistischen Bergarbeitersohnes von der Saar, der schon in der Jugend seine Dachdeckerlehre zugunsten einer Parteikarriere schmiss. Er berichtet, wie Honecker nach antifaschistischem Widerstand und Zuchthaus nach dem Krieg zu Walter Ulbricht stieß, der ihn zum Kronprinzen kürte, wofür sich dieser, vom Kreml ermuntert, später mit dem Thronsturz revanchierte. Abgesichert durch ein perfektes Spitzelsystem und assistiert von einer Kamarilla aus privilegierten Lakaien, spielte der Ex-Sicherheitschef und Architekt des "antifaschistischen Schutzwalles" fortan abwechselnd den treu sorgenden Hausvater und gestrengen Patriarchen.

Außenpolitisch gelang dem loyalen und zunehmend selbstbewussteren Vasallen der roten Zaren, seinem kleinen Reich durchaus zu gewisser Weltgeltung zu verhelfen. Und gerade als er sich, hofiert von Westpolitikern, unersätzlich wähnte, übernahm ein Jungspund namens Michail Gorbatschow das Kommando, stahl dem Altgedienten die Schau und legte die Axt an sein Lebenswerk. Für Pötzl, der immer wieder den Gemütsmenschen Honecker herausstellt und dessen Realitätsverlust kurioserweise mit der saarländischen Mentalität in Zusammenhang bringt, waren es letztlich Eifersucht und verletzte Eitelkeit, die den Diktator gegen die Reformen aufbrachte.

Eine gut lesbare, aber zu wohlwollende Lebensbeschreibung. Viele brisante Fragen bleiben offen -- etwa Honeckers Anteil an subversiven Aktivitäten, am RAF-Terror, an militärischen Aufmarschplänen. Zudem stützt sich das Buch viel zu unkritisch auf Darstellungen dubioser Zeitzeugen und Weggefährten. --Roland Detsch

Kurzbeschreibung

Am 25. August 2002 wäre Erich Honecker 90 Jahre alt geworden. Er hat die unter Walter Ulbricht isolierte DDR auf die Weltbühne geführt - und dann in den Abgrund. Norbert F. Pötzl, der einst den Fall Barschel aufrollte, erzählt die Geschichte eines deutschen Phänomens.

Wie konnte ein so unscheinbar wirkender, intellektuell mittelmäßiger und rhetorisch schwacher Politiker wie Erich Honecker die Macht in der DDR erringen und die deutsche Geschichte mit prägen? Honeckers linkische Art bei öffentlichen Auftritten und seine Sprechweise dürfen indes nicht darüber hinwegtäuschen, daß er hinter den Kulissen der DDR die Fäden zog. Norbert F. Pötzl hat viele Personen aus dem früheren Umfeld des DDR-Staatschefs persönlich befragt und Honecker bis zuletzt publizistisch begleitet. Auf dessen Flug ins chilenische Exil war er mit an Bord. Aus Erzählungen ehemaliger Weggefährten und Widersacher, einstiger Vertrauter und Verhandlungspartner zeichnet er ein farbenkräftiges Bild der Persönlichkeit Erich Honeckers mit allen strategischen Stärken und charakterlichen Schwächen.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Brillante Politikerbiografie 28. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ein hervorragend lesbares Buch mit überraschenden Einsichten, vor allem in das Verhältnis zwischen der DDR Honeckers und Sowjetunion Gorbatschows. Anfänglich nämlich war Honecker der Vorantreibende und Gorbatschow der Bremser bei der Entwicklung der deutsch-deutschen Beziehungen. Bemerkenswert auch die These, die deutsche Einheit sei in Moskau bereits erörtert worden, bevor Kanzler Kohl auch nur davon träumte. Pötzl hat Zeitzeugen intensiv befragt, das merkt man dem Buch an. Es ist glänzend geschrieben und führt einem nochmal vor Augen, wie seltsam die Welt noch vor kurzem war. Unbedingt empfehlenswert!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Die neue Biographie eines Spiegel-Journalisten beweist, daß aus guten Zeitungsjournalisten nicht automatisch gute Romanautoren werden müssen. Dabei liest sich das Buch im Ganzen flüssig und unterhaltsam, ganz eben so wie der kurzweilige Spiegel. Nur das die in vielen Nebensätzen versteckte Meinung des Autors die Seriösität einer historisch korrekten Biographie stark in Frage stellt. Dabei finden sich schon wichtige Quellenbezüge mit Angaben auf historische Dokumente. Beim gelernten DDR-Bürger erzeugt es aber mitunter Belustigung, wenn DDR-Banalitäten für das Westpublikum erläutert werden müssen und der Autor sich seine Geschichtswelt "zurechtrückt", um dem Leser mitzuteilen: "So haben wir die DDR-Zeit zu sehen!". Dabei ist es erstaunlich, wie mit der Gesamtdeutschen Vergangenheit umgegangen wird, nur um nicht den tatsächlichen Zusammenhang zwischen Untergang der Sowjetunion und Risikofaktor "eigenständige DDR" im Herzen Europas darstellen zu müssen. Honecker generiert in diesem Buch mehr und mehr zum Ritter von der traurigen Gestalt und zu mehr als er wirklich war, einer vergessenen Randglosse der Geschichte. Unterhaltsam!
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