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Erich Fromm heute [Broschiert]

Rainer Funk , Helmut Johach , Gerd Meyer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Broschiert: 251 Seiten
  • Verlag: Dtv (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423361662
  • ISBN-13: 978-3423361668
  • Größe und/oder Gewicht: 19,5 x 12,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 907.338 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Dr. Rainer Funk ist Psychoanalytiker in eigener Praxis in Tübingen. Er hat über Erich Fromms Sozialpsychologie und Ethik promoviert, war Fromms letzter Assistent und ist sein literarischer Rechte- und Nachlaßverwalter.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Das moderne Subjekt findet sich in einer allgemeinen Situation der Bedrängnis wieder. Es fühlt sich in die Enge getrieben und überfordert. In dieser Situation kann es versuchen, sich seiner selbst durch nichtalltägliche Erlebnisse zu vergewissern, die ihm ermöglichen, sich lebendig zu fühlen (siehe konsum- und freizeitindustriell arrangierte Grenzsituationen wie Outdoor-Aktivitäten, Extremsportarten). - Psychologen haben die sogenannte Angstlust beschrieben, die Menschen die Reize solcher Unternehmungen suchen läßt.In der heutigen Gesellschaft ist fast jeder Mensch bestrebt, sein Selbstwertgefühl möglichst hoch zu halten oder zu steigern, indem er in den Augen der anderen Anerkennung findet. Oder er versucht, sein geringes Selbstwertgefühl mit Hilfe eines Surrogats auszugleichen. So kann das zu geringe Selbstwertgefühl zum Beispiel kompensiert werden durch die Unterwerfung unter das Diktat der Moden oder unter eine Autorität, die sagt, wo es lang geht.Selbstwert bildet sich im Realitätsbezug, in der Bezogenheit zur Welt der Menschen und Dinge. Wenn etwa Dinge mehr zählen als Menschen, werden verdinglichte Modi der Bezogenheit entwickelt. Der vorherrschende Modus der Bedürfnisbefriedigung gründet darauf, daß die Menschen sich ihre Existenz auf dem Markt kaufen müssen, also Waren erwerben und sich selbst wie eine Ware taxieren lassen (modisch, up to date). Im Gegensatz dazu gelingt es nur einer Minderheit, eine Haltung der Begegnung mit Kooperativität, Mitgefühl und Altruismus zu leben. Die gespenstische Wirklichkeit, die die Warenwelt heute gewinnt, offenbart der allabendliche Werbespot, in dem Dinge menschenähnliche Züge gewinnen, also sprechen können, besorgt sind um das Wohlergehen der Menschen und ihnen helfen, anerkannt zu werden und im Alltag zurecht zu kommen, Zeit zu sparen, Bequemlichkeit zu gewinnen etc. Das alles hat Konsequenzen für die Erlebniswirklichkeit der Menschen, für ihr Selbsterleben.Identität ist im weitesten Sinne das Uerhältnis eines Menschen zu sich selbst auf der Grundlage von Bezogenheit zur Welt und zu den anderen. Die persönliche Identität beinhaltet immer auch die Dimension des Selbstwertgefühls. Wie gewinnen Kinder und Jugendliche heute ihren »Selbstwert«? Dieser ist ja nicht selbstgefunden, sondern von außen, von den anderen, zugesprochen. Heute findet sich eher der generelle Trend, die neuen Erlebnisformen der Kinder und Jugendlichen abzuwerten, weil sie nicht den Erfahrungen der Älteren entsprechen. Im Gegensatz zu dieser abwertenden, manchmal sogar kulturpessimistischen Kritik geht es um die Frage, welche Chance den neuen Erlebnisformen innewohnt, zu einem Identitätserleben zu kommen, das von Selbstwert und Wirkmächtigkeit statt von Ohnmacht und Langeweile geprägt ist. Welche Progressionsniveaus und Regressionsniveaus beinhalten und erlauben die heutigen Formen?So werden heute etwa extreme Formen des Selbsterlebens und Bewirkenkönnens gesucht, um das alltäglich erlebte Unbehagen zu überwinden. Dabei werden oft nur die seichten Reize wahrgenommen, die lediglich ablenken, indem sie dieses Unbehagen zeitweise überdecken. Diese Reize müssen gesteigert werden, um das Gefühl von Lebendigkeit zu erhalten. Die zugrunde liegende Haltung verhindert allzu oft die Selbstveränderung, weil die gesellschaftlich vermittelte Erwartung besteht, ein Leben ohne Leiden und Anstrengung sei möglich.Fromm beschreibt die von der Malaise als Zeitkrankheit infizierten Menschen als unglücklich und unbefriedigt, obwohl sie alles haben und im Überfluß leben. Die Erlebniswirklichkeit dieser Menschen wird von Langeweile und Überdruß, chronischer Depressivität und Geschäftigkeit bestimmt. Für Fromm hat dieser pathologische Zustand seinen Grund darin, daß der Mensch sich zunehmend in ein Ding verwandelt hat.Darin sieht Fromm aber einen Verstoß gegen die conditio humana. Der reale Mensch ist für Fromm eine »Mischung« aus produktiven und nicht-produktiven Anteilen. Die in seiner Natur verankerten Bedürfnisse beinhalten eine Dynamik in Richtung Bezogenheit, Lebendigkeit und menschliches Wachstum. Um seelisch zu gesunden, müsse der Mensch in einem ersten Schritt sich des alltäglichen Leidens gewahr werden und all das erkennen, was er aus seiner »bewußten Persönlichkeit« ausgeschlossen hat.

Ausblick

Vermutlich haben die meisten Menschen ein Gespür für sich und eine Ahnung von dem alltäglich sich von neuem vollziehenden Selbstverrat bewahrt. Sie leiden an sich und ihrem Alltag, neigen aber dazu, eher in Konformismus und Konsumismus zu fliehen, als die alltägliche Malaise bewußt auszuhalten und im Sinne des Gewahrwerdens auszuforschen.In einer Zeit, die von rapidem sozialem Wandel geprägt ist, in der es keine zeitlos gültigen Werte und Traditionen mehr gibt, in der traditionelle Lösungen entwertet sind und in der nahezu alles möglich erscheint, kann das Subjekt sich seine Wirklichkeit nur reflexiv aneignen und nach neuen, noch unbekannten Antworten suchen.Gegenwärtig befinden wir uns in einem grundlegenden zivilisatorischen Transformationsprozeß, der traditionelle Lebensformen in Frage stellt oder auflöst und dessen Verlauf wir nicht prognostizieren können. Er wird von Visionen begleitet, die den »Aufbau einer neuen Gesellschaft« betreffen. Die Bedeutung von Fromm als einem dem Messianismus verbundenen Vordenker eines neuen Zeitalters liegt auch in der Eindringlichkeit und visionären Kraft seiner sozialpsychologischen Beschreibungen und sozialphilosophischen Bewertungen des Verlaufs der Epoche. Im Sinne des >,zynischen Realismus«, einer unbedingten Wahrheitsbereitschaft mit der Verpflichtung zur Desillusionierung und Entmythologisierung ideologischer Wissensformen, sieht er das bedrängte Subjekt, den unter Bedingungen eines nicht versöhnten Zusammenbestehens von Mensch und Gesellschaft lebenden Menschen, in der Ambiguität der zukünftigen Gefährdungen und Chancen. Entweder es gelingt dem Menschen, seine Widerstandskraft gegen repressive Formen der Vergesellschaftung zu stärken und sich auf Vernunft, Liebe und produktive Arbeit zu besinnen - oder er richtet sich zugrunde. Die eine (zerstörerische) Tendenz besteht in der anderen (die auf Humanisierung gerichtet ist). Die Mischung dieser gesellschaftlichen Tendenzen ist gleichermaßen im Charakter der Menschen wiederzufinden, in dem produktive und nicht-produktive Anteile miteinander legiert sind.Wie sich der gesellschaftliche Wandel zukünftig akzentuieren wird, wie sich bestehende Charaktere wie die Marketing-Orientierung und der Narzißmus verändern werden und ob es einen produktiven Charakter (productive social character) geben wird - alle diese Fragen müssen offen gelassen werden. Die Entwicklungen zu Beginn des neuen Jahrtausends werden zeigen, wohin der Weg führt.


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5.0 von 5 Sternen Marketincharakter als wichtige Fragestellung 22. Februar 2001
Format:Broschiert
Obwohl der von Erich Fromm beschriebene Marketingcharakter in seinem späten wichtigen Werk „Haben oder Sein" gerade mal etwa vier Seiten füllt, schien mir schon beim ersten Lesen, daß er dort eine zentrale Fragestellung für unsere heutige Gesellschaft artikuliert hatte. Natürlich behandelte er den Stoff schon in früheren Büchern - ebenfalls im Kernbereich nicht sehr ausführlich -, so z.B. in „Psychoanalyse und Religion". Ich fand an dem Band über Fromm spannend, daß dies offenbar nicht nur mein Eindruck war und das Thema dort ausführlich aufgegriffen wurde. Der Sammelband enthält jedoch auch viele andere interessante Themen und lohnt sich in jedem Fall neben der originalen Frommschen Lektüre. Dabei darf ich darauf aufmerksam machen, das es etwa im Juni 2001 einen weiteren Band über Erich Fromm geben wird, in dem ein Reihe von Beiträgen veröffentlicht sein werden, die aus Anlaß des 100. Geburtstages des Sozialpsychologen entstanden. Der Titel lautet: ERICH FROMM ALS VORDENKER. HABEN ODER SEIN IM ZEITALTER DER ÖKOLOGISCHEN KRISE. Der Untertitel zeigt einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt des Bandes. Enthalten ist auch ein Interview von Erich Fromm zu seinem Buch „Haben oder Sein". Autoren sind u.a.: Rainer Funk, Burkhard Bierhoff, Helmut Johach u.v.a.
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