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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Blues Power,
Von
Rezension bezieht sich auf: Eric Clapton (Audio CD)
1969, nach dem Auseinanderbrechen von Cream, war Eric Clapton frustriert von den dort aufeinander prallenden Egos seiner beiden Mitstreiter und hatte die Nase voll von seinem Image als Superstar ("Clapton is God"); zudem waren Blind Faith gerade versandet. Er hatte das Debütalbum von The Band, "Music from Big Pink", entdeckt und beschlossen, dass seine musikalische Entwicklung in dieser Richtung liegen würde, d.h. er wollte sich mehr auf Songs als auf endlos ausufernde Bühnenimprovisationen konzentrieren, die er nun als "maestro bullshit" bezeichnete (und denen er zunehmend weniger frönen sollte, wenn auch auf "Derek & The Dominos In Concert" noch einige davon zu hören waren).Zudem hatte Eric Delaney & Bonnie entdeckt, für das Vorprogramm von Blind Faith verpflichtet und anschließend bei Konzerten mit ihnen seine Rolle als (relativ) anonymer Begleitmusiker genossen, der nicht mehr die Verantwortung und Erwartungen des im Rampenlicht stehenden Gitarrengottes zu tragen bzw. zu erfüllen hatte (sehr schön dokumentiert auf "Delaney & Bonnie & Friends - On Tour with Eric Clapton"). Delaney Bramlett war es auch, der Eric Clapton in seiner Idee bestärkte und unterstützte, ein Soloalbum aufzunehmen. Hatte Clapton bei John Mayall und Cream eher schüchtern und zurückhaltend, manchmal beinahe unwillig, gesungen, war es eindeutig Delaneys Verdienst, Eric zu ermutigen, sich voll reinzuhängen und ihm so Selbstvertrauen in seinen eigenen Gesang zu geben. Auch wenn Eric auf diesem Album noch nicht durchgehend voller Selbstvertrauen singt - bereits auf dem Nachfolgealbum "Layla" hatte er diese Lektion mehr als verinnerlicht. Für sein erstes Soloalbum versicherte Eric sich der Hilfe zahlreicher Mitmusiker, d.h. neben Delaneys & Bonnies Band nahmen auch Bobby Keys, Jim Price, Leon Russell, Stephen Stills, Rita Coolidge sowie Sonny Curtis und J.J. Allison (Crickets) an den Aufnahmen teil. Zu dieser Zeit schien die britisch-amerikanische Musikszene aus einer einzigen riesigen Clique zu bestehen; so waren etliche der hier beteiligten Musiker u.a. auch auf so bahnbrechenden Alben wie George Harrisons "All Things must pass", Joe Cockers "Mad Dogs & Englishmen" oder den Stones-Alben der frühen Siebziger zu finden. Außerdem sollte sich Eric im Anschluss an die Aufnahmen Carl Radle (Bass), Jim Gordon (Schlagzeug) und Bobby Whitlock (Keyboards & Gesang) "ausleihen" und mit ihnen als Derek & The Dominos "Layla and other assorted Love Songs" aufnehmen. Das Album, das dabei entstand, ist kein Klassiker, aber ein sehr schöner und grundsolider Einstand, der mit J.J. Cales After Midnight und Let it rain zwei Clapton-Klassiker sowie mit Blues Power einen Konzertfavoriten abwarf. Wie um den Richtungswechsel gleich mit dem Aufsetzen der Nadel anzukündigen und etwaige Erwartungen vom Tisch zu fegen, beginnt das Album mit dem fetzigen Instrumental (!) Slunky. Nicht, dass Eric hier gänzlich auf Soli verzichten würde; aber anders als bei früheren Aufnahmen bettet er sie eher songdienlich ins Arrangement ein, statt sie in den Vordergrund zu stellen. Außerdem demonstriert er zunehmend Aussagekraft anstelle von Virtuosität. Bad Boy, Lovin' you, lovin' me und I've told you for the last Time sind keine Füller, aber auch nicht mehr als Albumtitel; besser finde ich Don't know why und herausragend Lonesome and a long Way from Home (das im Jahr darauf ebenfalls auf "Motel Shot" von Delaney & Bonnie auftauchte) und das gutgelaunte Bottle of red Wine; Claptons Duett mit Bobby Whitlock nahm bereits den Gesangsstil von "Layla and other assorted love Songs" vorweg. Easy now ist eine schöne Akustikgitarrennummer, bei der Eric seine Gitarre und seinen Gesang doppelt. Blues Power klingt in der Studiofassung noch etwas hölzern und kam live, z.B. auf "Just one Night" (1980), erst so richtig in Fahrt. Leider kann das Mastering der '96er CD nicht voll überzeugen (wie alle von Claptons '96er Remasters klingt sie zu wenig druckvoll und zu leise); die Deluxe Edition zehn Jahre später wurde dann deutlich besser! Anzumerken ist noch, dass mit diesem Album Claptons langjährige gegenseitige Liebesbeziehung zu seiner Fender Stratocaster eingeläutet wurde. Als es erschien, waren die Dominos bereits mit Tom Dowd im Studio, um unter Mitwirkung von Duane Allman "Layla and other assorted Love Songs" aufzunehmen, das mittelfristig nicht nur Eric Claptons Karriere, sondern vielleicht gar der Geschichte der Rockmusik einen ordentlichen Schub verpasste. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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