Nachdem ihre beiden Töchter aus dem Haus sind, ist Faith nicht mehr ausgelastet. 24 Jahre lang war ihr Leben erfüllt als Hausfrau und Mutter, doch jetzt leidet sie unter der Gefühlskälte ihres Mannes. Ihre Tage sind lang und sie hat keine richtige Beschäftigung. Ihre Ehe ist nicht harmonisch, Zuneigung und Nähe gab es schon lange nicht mehr. Zur Beerdigung ihres Stiefvaters kann Alex sie nicht begleiten. Der Tod reisst bei Faith alte Wunden auf. Vor zwei Jahren musste sie schon ihren Bruder, mit dem sie ein sehr harmonisches Verhältnis hatte, beerdigen und jetzt hat sie außer ihren Töchtern keine Verwandten mehr. Die Erinnerung an ihren leiblichen Vater, der sie als Kind missbraucht hat, kehrt auch wieder. Davon weiß ihre Familie aber nichts.
Faith möchte ihr Jurastudium wieder aufnehmen, das sie während der Schwangerschaft unterbrochen hatte. Aber Alex verbietet es ihr ...
Die Autorin schafft es auch in diesem Buch, mich hervorragend zu unterhalten. Eine Geschichte, die mir zu Herzen gegangen ist und bei der ich mehrmals zu den Taschentüchern greifen musste. Ein heikles Thema um sexuellen Kindesmissbrauch, die Verarbeitung und das Umsetzen dieser Erlebnisse. Ich konnte mich sehr gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen. Auch die Geschehnisse konnte ich mir bildlich vorstellen. Das Gefühlsleben von Faith wurde wunderbar dargestellt. Die Erklärung, warum sie sich für den gefühllosen Eisklotz Alex als Ehemann entschieden hat und sich von ihm so sehr unterdrücken ließ, lagen in der Vergangenheit. Und als sie dann etwas gegen die Langeweile unternommen hat, nachdem die Kinder aus dem Haus waren, zeigt Alex sein wahres Gesicht. Er hatte Faith sechsundzwanzig Jahre unterdrückt und als sie das endlich einsieht und ihr Leben selbst in die Hand nimmt, steht sie vor der Scheidung. Dass das das Beste ist, was ihr passieren konnte, ist sogar ihrer Tochter klar. Aber sie selbst sieht das nicht und der Weg zu einem zufriedenen und glücklichen Leben ist steinig und schwer.