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Der Erfurter Amoklauf in der Presse: Unerklärlichkeit und die Macht der Erklärung: Eine Diskursanalyse anhand zweier ausgewählter Beispiele
 
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Der Erfurter Amoklauf in der Presse: Unerklärlichkeit und die Macht der Erklärung: Eine Diskursanalyse anhand zweier ausgewählter Beispiele [Broschiert]

Christof Beyer


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Kurzbeschreibung

„Normalität“ ist eine zentrale Kategorie zur Regulierung der Wahrnehmung und Legitimation von gesellschaftlicher Realität. Wie geht eine Gesellschaft aber damit um, wenn diese „Normalität“ durch einem unerwarteten, explosiven Gewaltakt erschüttert wird?

Der Erfurter Amoklauf ist ein solcher Gewaltakt gewesen. Aufgrund dieses Vorfalls wurde ein nationaler Schockzustand konstatiert, der gleichzeitig die Frage beinhaltete, wie es dazu kommen konnte und wie ähnliche Fälle in Zukunft zu verhindern seien. So geriet der an die Erfurter Ereignisse anschließende Diskurs zu einer Reflexion über den Charakter einer Gesellschaft, in der solch eine Tat möglich gewesen ist.

In dem Buch „Der Erfurter Amoklauf in der Presse – Unerklärlichkeit und die Macht der Erklärung: Eine Diskursanalyse anhand zweier ausgewählter Beispiele“ wird untersucht, wie durch die Beschreibung vermeintlicher individueller und gesellschaftlicher Ursachen für die Tat die „Normalität“ der gesellschaftlichen Machtbeziehungen diskursiv (re-)konstruiert wurde. Hierzu wird die Berichterstattung des SPIEGELS und der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG - Medien, die den gesellschaftlichen Diskurs repräsentieren - in der ersten Woche nach der Tat diskursanalytisch untersucht.

In beiden Publikationen wurden vielfältige Faktoren für das „Durchdrehen“ des Täters Robert Steinhäuser benannt: die Medien, welche gerade jüngere Menschen „verrohen“ würden; die Schule, die problematische Schüler nicht angemessen betreue; die Eltern, die ihre Kinder vernachlässigten und schließlich die Gesellschaft, die Werte nicht adäquat vermittle. Diese und andere in der Debatte thematisierten Punkte implizieren eine spezifische Trennung zwischen Normal und Anomal, die auf einem „Komplex Macht/Wissen“ (Michel Foucault) beruht. Auf diese Weise wurden die für die „Normalität“ des gesellschaftlichen Status quo konstitutiven Macht- und Herrschaftsbeziehungen – so die Kernthese des Buches – im Diskurs bestätigt.


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