"Das Wesen des Smalltalks besteht gerade in seinem lockeren Dahinplätschern", schreibt Elisabeth Bonneau ganz richtig. Anschließend versucht sie den Kreis der Themen, die immer und überall ankommen, einzuengen - was ihr ganz gut gelingt.
Mit Recht stellt sie fest, dass "die Nuancen sich in München und Wanne-Eickel, in Bitterfeld und Bad Reichenhall, erst recht in Frankfurt und Mailand unterscheiden." Leider bleibt sie im bürgerlichen Milieu (aus dem sie vermutlich stammt) haften - als ob es in der Arbeiterschicht keine Bereitschaft zum Smalltalk gebe. Bei Bonneau ist Musik klassisch, von Wein die Rede statt von Bier, die Körperlichkeit beschränkt sich auf das Schwitzen im Fitness-Studio, Geld ist zu intim und alle "ismen" (Idealismus, Pazifismus, Fundamentalismus, Kommunismus, Katholizismus) verdächtig.
Ich habe einen Bekannten, der auf Partys gern das Thema erörtert, warum Katholiken lieber Kaffee und Protestanten eher Tee trinken. Darüber könnte man stundenlang reden. Auch über bizarre kommunistische Ex-Staatsoberhäupter wie Enver Hodscha, Kim-il-Sung, Nicolae Ceausescu oder Leonid Breschnew - sofern es sich beim jeweiligen Gesprächspartner nicht um ein Opfer jener Diktaturen handelt. Auch Körperlichkeit muss kein Tabu-Thema sein: die Spaltung der Anhängerschaft von Waschbrett- und Waschbärbäuchen birgt trefflichen, keineswegs peinlichen Diskussionsstoff.
Immerhin ist Bonneaus Ratgeber praxisbezogen, wenn auch der Adressatenkreis - siehe oben - eingeschränkt ist. Weniger gut gefällt mir der große Raum, den sie der Körpersprache widmet. Versöhnt haben mich dann die Gesprächseinstiege und die Techniken, wie man einen erst einmal geknüpften Dialog am Laufen hält (originell: die "Erste Smalltalk-Hilfe"). Auch der Blick über den Zaun - Small Talk in anderen Ländern - ist hilfreich.