Dieses kleine Büchlein verspricht uns bereits im Untertitel, dass wir nach dem Lesen für die "Eroberung" von Aktien-, Forex- und Rohstoffmärkten bereit wären. Natürlich wird das so nicht funktionieren. Bereits nach wenigen Seiten findet man die Erkenntnisse aus einer Taiwanesischen Studie über die Erfolgswahrscheinlichkeiten von Day-Tradern. Man muss kein Hellseher sein, um bereits vorher zu ahnen, dass die meisten es im besten Fall schaffen, ihre Trading-Gebühren zu bezahlen. Und so ist es dann auch. Doch viele dieser Trader haben sicher Börsenbücher gelesen.
Wolfgang Stobbe ist Vorstandsvorsitzender und Gründer der FXdirekt Bank AG. Sein Buch beginnt mit einigen einfachen, aber richtigen Ausführungen zur Tradingpsychologie. Der Autor schlägt uns zum Beispiel vor, dass wir emotionslos traden sollen. Und an diesem Vorschlag wird bereits unser gesamtes Dilemma deutlich. Kein Anfänger wird emotionslos traden können, selbst dann nicht, wenn er es sich ernsthaft vornimmt. Dieser Zustand tritt erst dann ein, wenn ein Trader es zu einer relativen Meisterschaft gebracht hat. Dazwischen liegt ein mehr oder weniger langer Weg, der oft mit ganz persönlichen Höllenqualen verbunden ist. Denn eine intellektuelle Erkenntnis, die zum Beispiel beim Lesen dieses Buches entsteht, ist noch lange kein Garant für einen tatsächlichen praktischen Erfolg.
Nach dem einleitenden Abschnitt folgen ganze zehn Seiten zu CFDs. Mit anderen Worten: Nur etwas mehr als vier Prozent des Buches befassen sich direkt mit seinem Thema. Das ist schon beeindruckend. Es folgen 20 Seiten allgemeine Ausführungen zu Rohstoff- und Forexmärkten. Auf den nächsten knapp 30 Seiten werden wir kurz und knackig über alle möglichen Themen unter der Überschrift "Tradingstrategien" informiert. Dies beginnt mit einigen Ausführungen zum Risiko- und Moneymanagement und endet mit der groben Vorstellung der verschiedenen Tradertypen.
Nachdem wir auf fünf weiteren Seiten die zehn häufigsten Tradingfehler kennengelernt haben, folgen gut 40 Seiten zur technischen Analyse. Diese Ausführungen sind allerdings lediglich ein ziemlich grober Überblick. Noch allgemeiner sind danach die wenigen Seiten zur Fundamentalanalyse. Schließlich fasst der Autor auf den letzten 25 Seiten seines Textes alles noch einmal zusammen und erklärt uns, wie wir eine eigene Tradingstrategie entwickeln können. Nun sind wir wie geschaffen für die "Eroberung der Finanzmärkte".
Alles an diesem kleinformatigen Büchlein ist gut gemacht und richtig. Doch es vermittelt nur elementares Wissen und das auch noch in aller Kürze. Für Anfänger ist es sicher nicht schlecht, weil es einen groben Überblick über das Grundlagenwissen von Tradern bereitstellt. Mehr sollte man aber nicht erwarten.
Im Anhang finden wir dann Interviews mit folgenden Tradern: Philipp Kahler, Carsten Umland, Thomas Vittner, Michael Voigt, Harald Weygand, Philipp Schröder und Valentin Rossivall. Besonders interessant sind dabei die Ausführungen von Michael Voigt. Obwohl er nicht immer schnell auf den Punkt kommt und ständig Werbung für seine Bücher macht, kann man von ihm lernen, was wirklich den Kern des Tradens ausmacht.
Fazit.
Dies ist ein recht elementares Büchlein, das lediglich einen Überblick über das Grundlagenwissen von Tradern bietet. CFDs spielen nur als Tradingvehikel eine völlig untergeordnete Rolle. Sie werden auf zehn Seiten in aller Kürze erklärt. Wenn man dieses Buch als elementares Informationsmaterial für Anfänger einordnet, dann hat es vier Sterne verdient. Die Märkte wird man dagegen mit ihm gewiss nicht erobern.