Also der Autor versucht wirklich einem seine Erfahrungen mitzuteilen und wie konkrete, praktische Lösungen aussehen können. Dies schafft er trotz Psychologie Diploms in verständlichen Worten und ohne viele Fremdwörter. Wenn Fremdwörter vorkommen, dann erklärt er sie gleich darauf. Das Buch liest sich also wirklich leicht und locker. Hinzu kommt ein angenehmes Layout mit vielen farbigen Fotos, die die angesprochenen Themen unterstützen.
Ich habe das Buch zwar in einem Rutsch durchgelesen, allerdings kann man sicherlich auch Kapitel überspringen und mittendrin anfangen. Das Buch hat 23 Kapitel auf 206 Seiten. Also etwa 10 Seiten pro Thema. So ist wohl gleich ersichtlich, dass jedes Thema nicht völlig zerpflückt wird. Aber es wird auch immer auf weitere Literatur verwiesen. Wobei nicht auf irgendwelche fünf Bücher pro Thema, sondern immer nur auf ein Buch, was es überschaubar macht.
Das Buch teilt sich Grundsätzlich in zwei Bereiche: Grundlagen des Teamcoachings (reine Theorie z.B. die vier Gesprächsebenen von Schulz von Thun „Miteinander Reden") und ab Seite 77 Praktische Anregungen zum erfolgreichen Teamcoachings. Diese beziehen sich nicht nur auf Hochleistungsmannschaften, sondern auch auf Vereine in den niederen Ligen.
Einige Themen im Überblick:
- Basiswissen für eine gelungene Kommunikation (vier Gesprächsebenen)
- Was ist ein Team? Gruppenregeln und Gruppendynamik
- Der Trainer als Führungsperson
- Gehirngerechtes Coaching
- Die Wirkung von Zielen
- Lebendiges Coaching statt Kochbuchmentalität
- Psychologische Potenziale in der Saisonvorbereitung
- Der Weg zum Team (konkrete Maßnahmen zur Teambildung, Integration neuer Spieler, Teamkiller)
- Die Gestaltung der Teambesprechung (Vor dem Spiel, in der Halb- und in der Auszeit, nach dem Spiel)
- Das Coaching am Spielfeldrand
- Die Nominierungssituation (wer darf spielen und wer ist Ersatzspieler?)
- Wie sie als Außenseiter gewinnen können
- Vom Umgang mit der Favoritenrolle
- Wie man Angstgegner bezwingt
- Vor dem entscheidenden Spiel
- Die Bewältigung von Krisen und Konflikten (Selbstvertrauen wieder finden, Verletzungspech bei vielen Spielern)
- Der schwierige Spieler (Disziplinlosigkeit, mangelnde Einstellung, keine Selbstkritik, Eigensinn, der Starspieler)
- Nach dem Erfolg
- Besonderheiten beim Frauencoaching (wobei er sich gleich dafür entschuldigt, dass er diese Trennung in bestimmten Maße für gererchtfertigt hält)
- Besonderheiten beim Coaching von Kinder- und Jugendmannschaften
Auf Seite 78 sagt der Autor, er würde sich über Rückmeldungen freuen. Jedoch ist außer der Verlagsadresse nichts angegeben, um Verbesserungsvorschläge direkt loszuwerden (keine eMail-Adresse desAutors). Schade.
Fazit: Es werden keine zwingenden Situationen dargeboten, mit denen man eine schwierige Situation auf jeden Fall lösen kann. Aber das Buch gibt Anregungen und immer mindestens ein Beispiel, wie man ganz konkret an ein Problem herantreten kann. Vor allem hat mich das Buch für viele Probleme sensibilisiert, so dass ich hoffentlich, wenn sie einmal auftreten rechtzeitig reagieren kann. Allerdings hat es mich auch auf bestehende Probleme aufmerksam gemacht Letztlich hilft aber nur der gesunde Menschenverstand, miteinander reden und Gefühle und Ängste vom Gegenüber aber auch von sich selbst ernst zu nehmen.
Letztlich verweist der Autor auch hin und wieder darauf, dass es nötig sein kann, sich in letzter Konsequenz auch von einem Spieler trennen zu müssen. Dennoch erweckte das Buch das Gefühl in mir, dass alle Probleme mit oder in der Mannschaft eine Lösung haben. Schön.