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Marcus Buckingham und Curt Coffman arbeiten als Leiter von Forschungsprojekten der "Gallup Organization". In ihrer jüngsten Untersuchung befragten sie 80.000 Führungskräfte aus allen Hierarchieebenen, wie sie talentierte Mitarbeiter finden, motivieren und dauerhaft an ihr Unternehmen binden. Aus den 80 000 haben sie die Erfolgreichsten herausgefiltert und noch einmal gesondert nach ihrem Führungsverhalten befragt. Das Ergebnis war, dass die Stars in ihrem Stil wenig Gemeinsamkeiten haben, in ihrem Menschenbild jedoch übereinstimmen: "Die Menschen sind weniger veränderbar, als wir glauben. Verschwende nicht deine Zeit damit, etwas hineinzutun, was die Natur weggelassen hat. Versuche herauszuholen, was drin ist. Das ist schwer genug."
Dieses Credo hat Konsequenzen für die Arbeit des Managers in seinen vier Kernbereichen: die Mitarbeiterauswahl wird zur Talentsuche, der Aufbau der Erwartungen betont die Ziele, nicht den Weg dorthin, die Mitarbeitermotivation legt den Schwerpunkt auf die Stärken, nicht auf die Beseitigung von Schwächen, und die Mitarbeiterentwicklung ersetzt das starre Stufenleitersystem durch eine flexible Breitbandstruktur mit überlappenden Gehaltsspannen.
Der empirische Ansatz erweist sich wieder einmal als fruchtbar, wenn die Autoren auf eigene Gallup-Studien zurückgreifen und aus den Berufsfeldern Kundenservice, Reinigungsdienst und Krankenpflege Konkretes ausgraben. Vor allem, was es bedeutet, in diesen Bereichen eine kreative Spitzenkraft zu sein.
Am aufschlussreichsten ist ohne Zweifel das Kapitel zur praktischen Umsetzung der zuvor aufgestellten Maximen. Vor allem beeindruckt die differenzierte Interviewtechnik im Bewerbungsgespräch. Auch was auf wenigen Seiten dem Mitarbeiter mitgeteilt wird, um sein Verhalten gegenüber seinem Vorgesetzten zu analysieren, ist bedenkenswert. Insgesamt hätte man sich das Praxis-Kapitel umfangreicher gewünscht. Der Anhang enthält Informationen zur Methodik der Gallup-Studien.
Herbert Allgeier hat das Buch so gut ins Deutsche übertragen, dass man einen Originaltext zu lesen meint. Dennoch: Buckingham und Coffman vermitteln amerikanische Glaubenssätze. Die auch einem immer dienstleistungsbereiteren Europa weiteren Auftrieb geben. --Herbert Wintrich -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Aus der Befragung von über 1 Million Mitarbeitern und 80'000 Managern sowie einer intensiven Beschäftigung mit dem Wesen des Menschen kristallisierten sich zwölf Fragen heraus, die für eine erfolgreiche Führungsarbeit fundamental sind. Da ich das Buch ohnehin zur Pflichtlektüre erkläre, führe ich sie nicht im Wortlaut auf. Diese Fragen stecken auch das Gravitationsfeld ab, auf dem sich grosse Manager bewegen, zeigen die Orte auf, an dem die vier Schlüssel liegen und den Zugang zu gesuchten Talenten ermöglichen, Ziele bestimmen lassen, Stärken offenbaren sowie für richtige Abstimmung sorgen.
Im siebten Kapitel betreten wir den Raum, in dem die Schlüssel sich in der Praxis bewähren müssen. Es ist ein faszinierender Raum, denn hier werden Vorstellungsgespräche ganz anders geführt, Leistungsvereinbarungen anders getroffen und Mitarbeiter anders zu Höchstleistungen befähigt. Menschen so zu sehen, wie sie wirklich sind, braucht nicht nur einen neuen Blickwinkel, sondern auch Erfahrung. Mit der Anwendung der vier vorgestellten Schlüssel lässt sich diese Erfahrung aneignet, schrittweise, nicht von heute auf morgen. Manager sind Spiegelhalter für ihre Mitarbeiter. Und wenn sie dies hart, aber herzlich tun, ergeben sich viele kleine Veränderungen wie von selbst. „Es ist besser, in einer altmodischen Firma für einen hervorragenden Chef zu arbeiten als in einem modernen, mitarbeiterorientierten Unternehmen für einen schlechten." Solche Sätze sind nicht einfach rhetorische Beilagen, sondern Glaubenssätze von Autoren, die lieber davon ausgehen, wie der Mensch ist, statt sich widerständlerisch an Illusionsbildern festzukrallen. Wem der Inhalt nicht neu vorkommt, übersieht aber meistens, dass es bei der Umsetzung noch immer arg hapert. Ich meine jedenfalls, dass dieses Buch genug Neuigkeiten enthält, um ganze Unternehmen bei der Anwendung in Trap zu halten.
Mein Fazit: Unter den vielen Führungsbüchern, die mir in die Hände und unter die Augen gekommen sind, ist mir dieses das liebste. Weil es glasklar zeigt, dass der Abschied vom Homo oeconomicus nicht Abschied von Führung bedeutet. Sich auf die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung einzulassen, kann der Beginn einer neuen Art von Führungsarbeit sein, die mehr Spass macht und erst noch greifbarere Resultate liefert.
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