Ich bin Handballer und habe nach einem Buch gesucht mich allein im Bereich Schnellkraft weiter zu entwickeln. Leider bin ich enttäuscht von diesem Buch und zwar aus folgenden Gründen:
1. Zum Einen sind die Methoden teilweise längst überholt. So ist beispielsweise die Wirksamkeit von Übungen mit oder gegen einen trägen Widerstand höchst umstritten, ganz von den körperlichen Risiken abgesehen. Zudem erhöhen solche Trainingsformen das Risiko, sich falsche Techniken anzugewöhnen.
Beispielhaft sei hier der Zug von mit Gewichten beladenen Schlitten oder das Training mit Gewichtsweste erwähnt.
2. Die Übungen sind teilweise mit einem Materialaufwand verbunden, den man eher in einer gut ausgestatteten Turnhalle finden würde als bei einem Privatmann in der Garage. Medizinball verschiedener Gewichte, Kästen verschiedener Höhe, Hürden usw..
Sicher lassen sich manche davon behelfsweise ersetzen, andere aber nicht und müssen somit gekauft werden. Sonst muss man Einschränkungen in den Programmvorschlägen in Kauf nemen.
3. An vielen Stellen ist der Inhalt wirklich lückenhaft und unverständlich. Da steht ein zweiseitiges Kapitel unter der Überschrift "Power Warm-Up". Wie toll das ist und wie wichtig für ein Schnellkrafttraining wird umfassend dargelegt, wie es jedoch genau funktioniert wird in keinem Satz erwähnt.
4. Zu guter letzt finde ich es aus vorgenannten Gründen persönlich extrem schwer, die in dem Buch vorgeschlagenen Programme auch so umzusetzen, ohne dabei extrem zu improvisieren.
Allerdings hat das Buch auch seine guten Seiten:
1. Die Autoren gehen in der Tat ausführlich auf die Notwendigkeit ein, vor dem Schnellkrafttraining die eigene physische Konstitution genau zu prüfen und bei Bedarf zunächst anhand von Basisprogrammen auf einen angemessenen Standard zu bringen.
2. An sich findet man in dem Buch eine Vielfalt an Übungsvorschlägen.
Zusammenfassend: Ein Trainer, der im Training auf entsprechende Hilfsmittel zurückgreifen kann und Ideen für Übungsformen zur Verbesserung der Schnellkraft sucht, wird mit dem Buch sicher zufrieden sein. Der private Anwender wird allerdings aufgrund der Einschränkungen kaum profitieren, denn was dann noch bleibt, hat man in dieversen Trainings un Verbereitungsphasen auch schon bis zum Erbrechen exerziert.