Bücher für berufstätige Studierende gibt es wenig, ein spezieller Band für Österreich war noch nicht auf dem Markt. Noch immer ist der Vollzeitstudierende, der maximal 10 Stunden pro Woche arbeitet, als Ideal, obwohl diese Gruppe maximal 20 Prozent der Studierenden stellt und mindestens die Hälfte zumindest halbtags arbeitet. Dieser Band eines FH-Absolventen schließt daher eine Lücke. Eingegangen wird nicht nur auf Studiengänge, sondern auf alle anspruchsvolleren Aus- und Weiterbildungen.
Struktur
- Einleitung
- FAQs
- Vorbereitung
- Hauptteil
- Nach dem Studium
- Links und Adressen
- Verzeichnis der Kurzbelege
- Literaturverzeichnis
Das Buch verwendet einen sehr angenehmen Schriftgrad. Tipps sind farbig unterlegt. Nach jedem Kapitel gibt es eine Mindmap für Schnelleser. Der Text wird durch Grafiken, Fotos und Tabellen ergänzt.
Der Text ist in einem sehr lockeren Stil geschrieben und sehr leicht verständlich, Mag. (FH) Schiefer schildert auch persönliche Erlebnisse. Es handelt sich daher um eine sehr angenehme Lektüre. Man nimmt den Band daher immer wieder gerne in die Hand.
Auf manchen Gebieten habe ich jedoch andere Erfahrungen als Mag. Schiefer gemacht:
Ob man wirklich 10.000 Euro spart, hängt unter anderem vom jeweiligen Finanzamt ab. Obwohl ich in einem fachnahen Beruf und nebenberuflich als Lehrerin in der Erwachsenenbildung und wissenschaftliche Autorin tätig bin, werden Studium und Weiterbildungen sowie die nötige Fachlektüre und die benötigten Arbeitsmittel als privater Aufwand gerechnet und daher nicht für die ArbeitnehmerInnenveranlagung berücksichtigt.
Bei den 'Häufigen Fehlern' wird anscheinend davon ausgegangen, dass es an den Berufstätigen liegt, wenn sie von den Vollzeitstudierenden nicht akzeptiert werden. Es gibt leider Universitäten, wo Berufstätige und Senioren prinzipiell unerwünscht sind und auch von KommilitonInnen gemobbt werden und es Institute gibt, wo Berufstätige von Studiengängen de facto ausgeschlossen sind bzw. Einrichtungen so kurz offen haben, dass nicht einmal Studierende mit Halbtagsposten sie aufsuchen können, ohne sich frei zu nehmen. Es gibt sogar Bedienstete und Studierendengruppen, die offen erklären, Berufstätige und Senioren vom Studium ausschließen zu wollen. Rechthaberische, unhöfliche und egoistische Vollzeitstudierende haben hingegen kaum Probleme.
Für Unsportliche bringt es nichts, sich regelmäßig sportlich zu betätigen, man verliert dann Lernzeit, weil man sich regenerieren muss. Besser ist es dann, sich zu entspannen.
Insgesamt sind die Tipps jedoch sehr brauchbar, ich hätte mir mehrere Probleme erspart, wenn es diesen Band schon vor 30 Jahren gegeben hätte. Der Band ist daher nicht nur Studierenden und Studieninteressierten zu empfehlen, sondern auch denjenigen, die sich für eine aufwändigere Aus- und Weiterbildung interessieren bzw. diese bereits begonnen haben. Weitere Zielgruppen sind Studien- und KarriereberaterInnen sowie StudierendenvertreterInnen.