So in etwa könnte man dieses Buch zusammenfassen. Ich will die inhaltliche Kompetenz des Autors überhaupt nicht in Abrede stellen, aber die Unmenge von Buchstabendrehern und vergessenen Satzzeichen lassen sich bei einem Fachbuch dieser Preisklasse und seiner angestrebten Seriösität einfach nicht mehr wegdiskutieren.
Ebenso hätten die Lektoren dem Autor mal für sein stellenweise ausschweifendes Gemüt auf die Finger klopfen sollen. Ganz typisch deutsch kommt er hin und wieder einfach nicht zum Punkt, was schon in dem unendlich langgezogenen Kapitel über die Geschichte der deutschen Verhörttechnik deutlich wird. Man kommt sich plötzlich vor, als würde der Großvater aus dem Krieg erzählen.
Auch die ständigen Klammern mit Quellenangaben mitten im Text stören den Lesefluss ungemein und sorgen für unnötige Stolpersteine. Quellenangaben müssen sein, keine Frage, aber bitte nicht am laufenden Band und mitten drin!
Etwas mehr Bildersprache hätte dem generell ausgesprochen trockenen Werk durchaus gut getan. Vernehmungstechniken vergewaltigter Kinder sollte man wahrlich nicht als Klamauk verkaufen, aber ein wenig Grundwissen darüber, wie der Mensch lernt, darf man doch wohl erwarten. Abstrakte Textkonstruktionen ermüden auf Dauer nur und am Morgen hat man wieder alles vergessen.
Zitate oder sonstige Sonderabsätze wurden in verkleinerter Schrift gedruckt. Was an sich genommen der Übersichtlichkeit zuträglich ist, sorgt schon beim geringsten Anfall von Müdigkeit (abends im Bett mit der Leselampe) für tränende Augen. Ältere Jahrgänge (ich bin Anfang 30) werden wahrscheinlich eine Lupe brauchen. Ich weiß, dass Papier in den letzten Jahren teurer geworden ist, aber sowas muss nun wirklich nicht sein!
Der Autor rühmt sich im Vorwort mit der Vielzahl positiver Rezensionen zur Erstauflage, vielleicht hilft diese ja dabei, die dritte nochmals zu verbessern.