Ich habe das Buch einem Bekannten zuliebe gelesen - nach Maßgabe des Autors eigentlich zu spät.
Also: ich las es zu einem Zeitpunkt, an dem ich nicht nur das Studium abgeschlossen, sondern auch promoviert und den Facharzt für Chirurgie bestanden hatte und auf dem besten Weg zur Visceralchirurgin war.
Ich würde mein Medizinstudium also durchaus als erfolgreich bezeichnen.
Und ich habe mich ganz sicher anders verhalten, als einem in diesem Buch geraten wird.
Man kann sich auch in seinem Studium seinen Kommilitonen und Lehrenden gegenüber, später seinen Chefs und Kollegen gegenüber menschlich korrekt verhalten und trotzdem Erfolg haben!
Entschuldigung, aber für die meisten Mediziner hat Arzt sein auch etwas mit Menschlichkeit zu tun - und auch und n u r als Mensch kann man wirklich Erfolg in diesem Beruf haben.
Auch zu einer Karriere als Chefarzt braucht man heute keine Ellenbogen mehr, sondern eine korrekte Berufseinstellung.
Die Zeiten, in denen man nur auf den Wegen, die dieses Buch empfiehlt, Karriere machen konnte, sind (Gott sei es gedankt) langsam aber sicher endgültig vorbei!
Und selbst wenn es noch hier und da einige Kliniken gibt, in denen solch verkrustete Karrierestrukturen existieren, sollte man sein Arztsein dadurch beweisen, dass man gegen solche Strukturen ankämpft bzw sich eine andere Stelle sucht, anstatt mitzuziehen ... Kopf hoch, es gibt genug Chefs, die menschliche Integrität ebenso zu schätzen wissen wie wir.