"Kurze Geschichten" gibt es mittlerweile an ganze Menge. Dass "kurz sein" aber schwer ist, scheinen manche Autoren nicht zu wissen. So glänzt die "Kürzeste Geschichte allen Lebens" von Lesch und Zaun durch anbiedernde sprachliche Flapsigkeit und der Lesespaß verdirbt.
Nicht so bei den "Erfinderwelten" von Reinhard Osteroth. Da sitzt jeder Satz, da wird durch die Leichtigkeit der Stils zur Kenntlichkeit gebracht, dass das Unterfangen, eine kurze Geschichte der Technik zu schreiben, ernst gemeint ist. Kurz, dicht, spannend. Kein Absatz ist vergeudet, interessantes Wissen auf jeder Seite.
Dabei verliert der Autor den Blick für den größeren Zusammenhang nicht, weist uns hin auf andere Gebiete, bettet die Technikgeschichte in soziale, kulturelle und politische Kontexte ein.
In vier große Hauptkapitel gegliedert, liefert der Autor prägnante Erfinderporträts und spannt in kursorischen Zwischentexten den großen Bogen. Wir begegnen höchst interessanten Gestalten und lernen, dass manchen von ihnen mehr Aufmerksamkeit zukommen müßte, als sie bislang bekamen (Denis Papin etwa oder Hugo Junckers). Skurrile Erfindertypen (Charles Goodyear) und tragische Schicksale (Fritz Haber) stehen in einer Abfolge immer interessant und lebendig geschriebener Technik- und Menschheitsgeschichte.