Neue Zürcher Zeitung
Dewey, neu übersetzt upj. Der amerikanische Philosoph John Dewey (1859 bis 1952) hat dem philosophischen Pragmatismus eine typische amerikanische Prägung gegeben, indem er den Darwinismus und den Behaviorismus mit den Elementen des Pragmatismus verband. Transzendentes hat keine Realität, wirkliche Erkenntnis ist nur mit naturwissenschaftlichen Methoden zu erkennen, der Mensch beginnt erst zu denken, wenn er mit materiellen Schwierigkeiten konfrontiert ist: Das etwa sind die bekannten Generallinien Dewey'schen Denkens. Einen deutlich differenzierteren Begriff der Dewey'schen geistigen Entwicklung offeriert der anzuzeigende Band, worin zwölf der wichtigsten Aufsätze Deweys in neuer Übersetzung zu finden sind. Im ersten der abgedruckten Beiträge skizziert John Dewey in einem autobiografischen Rückgang seine eigene geistige Entwicklung. Sie habe ihn vom «Absolutismus zum Experimentalismus» gebracht. Nachgerade eindringlich berichtet Dewey von jenen Jahren, in denen er zunächst zu Hegel fand, um dann, 15 Jahre später, wieder von diesem «Systemgefängnis» fortgetrieben zu werden.
Über den Autor
John Dewey (1859-1952) studierte an der Johns Hopkins University in Balitmore, war zunächst Professor für Philosophie in Chicago und von 1904 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1930 an der Columbia University in New York.