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Erfülltes Leben - würdiges Sterben Gebundene Ausgabe – 12. Januar 2004


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 158 Seiten
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus; Auflage: 3 (12. Januar 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3579022008
  • ISBN-13: 978-3579022000
  • Größe und/oder Gewicht: 15 x 2 x 20,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 349.417 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Elisabeth Kübler-Ross, 1926 in der Schweiz geboren, studierte in Zürich Medizin. Bevor sie in die USA auswanderte, war sie in der Schweiz als Landärztin tätig. In den Vereinigten Staaten arbeitete sie anfangs in einigen psychiatrischen Kliniken in New York, Denver und Chicago. Zeitweise ging sie einer Lehrtätigkeit an einigen Universitäten nach. In Virginia leitete sie ein Seminarzentrum mit dem Schwerpunktthema "Leben und Sterben". Auf der ganzen Welt hielt sie Workshops ab, um die Menschen wieder zu lehren, ihre Liebesfähigkeit zu entfalten. Ihre Arbeit und Hingabe galten in ihren letzten Lebensjahren besonders sterbenden Kindern und Aidskranken. Elisabeth Kübler-Ross, die im August 2004 verstarb, hat mit ihren Forschungen den Menschen Hoffnung gegeben, dass mit dem Tod - entgegen der "wissenschaftlichen" Meinung - ein neues, strahlenderes Leben beginnt, auf das wir uns alle freuen können.

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Dr. med. Elisabeth Kübler-Ross, geboren am 8. Juli 1926 in Zürich, verstorben am 24. August 2004 in Scottsdale, Arizona, war Professorin an der Universität in Chicago. Als Psychiaterin befasste sie sich mit dem Tod und dem Umgang mit Sterbenden, mit Trauer und Trauerarbeit. Sie gilt als Begründerin der Sterbeforschung.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Erfülltes Leben - würdiges Sterben

Erster Stockholmer Vortrag, 1980

Ich bin in der Schweiz geboren, in eine typisch schweizerische Familie hinein - äußerst sparsam wie die meisten Schweizer, äußerst autoritär wie die meisten Schweizer, ziemlich . spießig, könnte man sagen. Wir Kinder hatten in materieller Hinsicht alles, was man sich nur wünschen konnte, und wir hatten Eltern, die uns wirklich liebten.
Trotzdem war ich in gewisser Weise ein "ungewolltes" Kind. Nicht, dass meine Eltern kein Kind haben wollten. Sie wünschten sich sogar sehnlichst ein kleines Mädchen, aber es sollte ein niedliches kleines Geschöpf sein, das mindestens zehn Pfund wog. Sie hatten nicht im Traum mit Drillingen gerechnet, und als ich auf die Welt kam, wog ich ganze zwei Pfund. Ich war ungeheuer hässlich, hatte kein Haar und war eine riesengroße Enttäuschung für meine Eltern.
Fünfzehn Minuten später kam das nächste Baby, und nach weiteren zwanzig Minuten kam noch eines. Dieses letzte wog sechseinhalb Pfund, und über das waren sie dann endlich wirklich glücklich. Die beiden ersten hätten sie wohl am liebsten zurückgegeben.
So war es mir also bestimmt, als Drilling aufzuwachsen - ein wahrhaft schweres Schicksal, das ich nicht einmal meinem schlimmsten Feind wünsche. Ein eineiiger Drilling zu sein, hat etwas geradezu Absonderliches, denn man kann sozusagen tot umfallen, ohne dass es überhaupt jemand bemerkt. Ich hatte das Gefühl, mein ganzes Leben lang allen Menschen beweisen zu müssen, dass auch ich, ein Nichts von zwei Pfund, etwas wert war. Ich musste mir alles hart erkämpfen, und es ging mir ähnlich wie manchen blinden Menschen, die überzeugt sind, dass sie zehnmal so schwer arbeiten müssen wie jeder andere, um ihren Arbeitsplatz zu behalten. Ich musste erst beweisen, dass ich es wert war zu leben.
Dabei erwiesen sich gerade diese Umstände meiner Geburt und meiner Kindheit als ganz entscheidend für meinen jetzigen Beruf. Ich brauchte fünfzig Jahre, bis ich das begriff. Es mussten fünfzig Jahre vergehen, bis ich einsah, dass es im Leben keine Zufälle gibt, dass nicht einmal die Umstände der Geburt zufällig sind und dass Dinge, die wir für Tragödien halten, nur dann wirklich Tragödien sind, wenn wir sie dazu machen. Wir können uns genauso gut dazu entschließen, sie als Chancen zu sehen, als Möglichkeit zu reifen. Dann wird uns sehr rasch klar, dass die angeblichen Tragödien in Wirklichkeit Herausforderungen sind, Winke, die wir brauchen, um unser Leben zu ändern.
Wenn Sie am Ende Ihres Lebens stehen und zurückblicken - nicht auf die schönen Zeiten, sondern auf die stürmischen Tage, dann werden Sie feststellen, dass es die Stürme sind, die Sie zu dem gemacht haben, was Sie heute sind. Es stimmt, was irgendjemand einmal gesagt hat: "Im Grunde genommen ist es dasselbe, wie wenn jemand einen Stein in eine Zentrifuge legt - entweder geht er kaputt oder aber er kommt poliert wieder heraus."
Als Drilling aufzuwachsen ist eine solche Herausforderung: Endlose Jahre in dem glasklaren Wissen, dass meine eigene Mutter und mein eigener Vater nicht wussten, ob sie gerade mit mir oder mit meiner Schwester sprachen, endlose Jahre in dem Bewusstsein, dass meine Lehrer nie wussten, ob ich eine Eins oder eine Sechs verdiente, und deshalb immer uns allen eine Drei gaben.
Eines Tages hatte meine Schwester ihre erste Verabredung. Sie war so verliebt wie jeder andere Teenager, den es zum ersten Mal so richtig "erwischt" hat. Doch als der Junge sie dann erneut einlud, wurde sie krank und konnte nicht hingehen. Sie war untröstlich. Schließlich sagte ich zu ihr: "Reg' dich nicht auf. Wenn du wirklich nicht gehen kannst und es so schlimm für dich ist, weil du Angst hast, dass du ihn verlierst, kann ich ja für dich hingehen. (Heiterkeit im Auditorium) Du wirst sehen, er wird den Unterschied gar nicht merken."
Ich ließ mich genau von ihr instruieren und ging dann an ihrer Stelle zu der Verabredung. Der Junge merkte tatsächlich nicht das Geringste. (Erneute Heiterkeit im Auditorium)
Heute, im Rückblick, finden Sie diese Geschichte vielleicht lustig, doch für das junge Mädchen, das ich damals war, war der Gedanke, dass man in jemanden verliebt sein und mit ihm ausgehen konnte und dabei gleichzeitig vollkommen, absolut, in jeder Hinsicht einfach austauschbar war, schrecklich. Manchmal fragte ich mich sogar, ob ich nicht vielleicht wirklich meine Schwester sei.
Es hatte offenbar einen Sinn, dass ich diese Lektion schon so früh im Leben lernte, denn nach diesem Vorfall, als ich gesehen hatte, dass der Freund meiner Schwester nicht merkte, ob er mit ihr oder mit mir zusammen war, traf ich die vielleicht schwerste Entscheidung meines ganzen Lebens: Ich verließ die Schweiz, verließ meine Familie und die Sicherheit meines Zuhauses. Ich unternahm eine Reise durch das Nachkriegseuropa. Dabei kam ich auch nach Schweden, wo ich einen Workshop abhielt.

Schließlich kam ich nach Maidanek in Polen - ein Konzentrationslager, wo ich ganze Waggonladungen kleiner Schuhe von ermordeten Kindern und Waggonladungen menschlichen Haares sah. Wenn man so etwas in einem Buch liest, ist das eine Sache, aber wirklich dort zu stehen, die Krematorien vor Augen zu haben und ihren Geruch in der Nase zu spüren - das ist etwas völlig anderes.
Ich war damals neunzehn und kam aus einem Land, das keine Erschütterungen kannte. Wir hatten keine Rassenprobleme und keine Armut, und wir hatten seit 760 Jahren keinen Krieg mehr. Damals kannte ich das Leben nicht. Doch als ich an diesem Ort, in Maidanek, stand, überfielen mich plötzlich die Schrecken der ganzen Welt. Nach einer solchen Erfahrung kann man nie mehr derselbe Mensch sein wie zuvor. Für mich war dieser Tag ein gesegneter Tag. Ohne die Erfahrung von Maidanek würde ich heute nicht das tun, was ich tue.
Ich fragte mich: Wie können Erwachsene, Männer und Frauen wie du und ich, 960 000 unschuldige Kinder ermorden und sich gleichzeitig um ihre eigenen Kinder zu Hause sorgen, die die Windpocken haben?
Und dann ging ich hinüber zu den Baracken, wo die Kinder die letzte Nacht ihres Lebens verbracht hatten. Ich wusste nicht, warum ich das tat, aber ich glaube, ich suchte nach Botschaften, nach Spuren, wie diese Kinder dem Tod entgegengegangen waren.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

56 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 4. August 2003
Format: Taschenbuch
Ein wahrlich wertvolles Buch das sich zu lesen lohnt! Ich habe es quasi am Stück durchgelesen. Es wird einem vor Augen geführt wie man sein Leben eigentlich angehen sollte um eines Tages sagen zu können....ja, ich habe WIRKLICH gelebt!! Ausserdem ist es gerade für die ärztliche Tätigkeit wichtig zu versuchen den Sterbenden näher zu kommen, und Ihnen eine echte Hilfe zu sein!
Ich finde jeder Arzt sollte sich damit auseinandergesetzt haben,leider wird im Studium viel zu wenig darauf eingegangen!
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69 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 28. April 2003
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Hätte nicht gedacht, dass dieses Buch so toll sein würde.
Es gibt viele Fallbeispiele über Sterbende, die uns dem Leben näher bringen. Die Frage: Wieviele tun das, was sie auch wirklich am liebsten tun? führt zu Liebe, Angst, Wut, Eifersucht, innerer Weisheit, Wahrheit und dem Leben jetzt.
Ich würde sagen, es ist das beste Buch von Elisabeth Kübler-Ross.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Luna0402 am 29. September 2009
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Auch wenn ich mich als bewussten Menschen bezeichne, so
hat mir das Buch dennoch sehr viel gebracht. Ich sehe
vieles aus einer neuen Perspektive und konnte noch
quälende "Reste" loslassen und verabschieden.
Sehr empfehlenswert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Gugitzer am 10. Mai 2011
Format: Gebundene Ausgabe
Dieses Buch sollten Menschen aller Altersklassen lesen. Es hilft im Zusammenleben von Alt und Jung oder auch in der Begleitung eines Menschen im letzten Lebensabschnitt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Hallo, hallo am 3. Februar 2013
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Meines Erachtens ein Buch für ALLE, jund oder alt, mit oder ohne Familie, mit oder ohne ....., Konfessionen übergreifend !
Es ist klar und deutlich in seinen Aussagen, die Autorin wirkt besonders glaubwürdig, ja, ehrlich, da sie sich auch selbst schonungslos offenbart. Es ist eine wirkliche Hilfe, an sich selbst zu arbeiten und zu lernen, mit sich und anderen Menschen vernünftig und liebevoll umzugehen, und vor allem herauszufinden, woran es liegt, wenn man damit Schwierigkeiten hat.
Wenn es nach mir ginge, würde dieses Buch zur PFLICHTLEKTÜRE in allen Schulen und Ausbildungsstätten (einschließlich
Universitäten, und zwar für alle Fakultäten, besonders für Arzt- und Pflegeberufe, Lehrer und Erzieher, Politiker, Eltern usw.). Es könnte unsere Gesellschaft, unsere Welt sehr, sehr positiv verändern!
Mit freundlicher Empfehlung von Hannelore Kliche
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Von Ladymac am 11. Juli 2014
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Viele Wiederholungen und besonders nervtötend fand ich die völlig überflüssigen Kommentare jeweils in Klammern gesetzt, wenn im Auditorium gelacht wird. Das interessiert mich beim Lesen überhaupt nicht. Noch ein Kritikpunkt: Wie kommt die Frau dazu zu behaupten, dass mindestens (!!) 25 % der Menschheit mit Inzest aufwachsen? Das halte ich denn doch für absurd. Vielleicht hat ihr auch das Leben in Amerika ein wenig geschadet....?
Doch insgesamt dennoch ein interessantes Buch, daher vergebe ich 3 Sterne. Es gibt einige gute Denkanstösse und Ideen. Vielleicht liegt bei mir die verhaltene Begeisterung daran, dass ich seit Jahren ein Buch von Kübler-Ross lesen wollte, mich dann doch immer für ein anderes entschieden habe. So hat sich eine gewisse Erwartungshaltung aufgebaut, der sie leider nicht gerecht wurde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Knut Rade am 12. Februar 2013
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Das beste Buch, welches ich von ihr gelesen habe. Selbst dieses Thema war spannend zu lesen. Es hat viele meiner Vorstellungen bestätigt.
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