Ich muß ehrlich gestehen, dass ich mir das Buch nur für die Uni gekauft habe. Ein Hang zum Mittelalter und zu Rittersagen war zwar da, doch Erec gehört nun nicht gerade zu den Artusrittern, die jeder sofort kennt, wie Lanzelot oder auch Iwein und doch geht es hier um einen interessanten Ritter, sowohl für Laien, als auch für Germanisten.
Ich beginne mal mit den Laien. Diese haben hier eine Sage über einen sehr jungen Ritter und seine wunderschöne Frau (Enite), die sich beide noch im Leben beweisen müssen. Diesmal ist es kein Ritter, der seine Frau zu Hause lässt und alleine auf Abenteuer auszieht, sondern einer, der seine Frau mitnimmt und sich doch auch mal von ihr helfen lässt. Für Laien ist es auch sehr schön, dass die Übersetzung doch sehr nahe am Mittelhochdeutschen ist und von daher kann man so auch einen Einblick in die Sprache und Schriftkultur des Mittelalters bekommen.
Für Germanisten wird es spannend, da Erec der einzige Artusroman ist, der sehr schön den doppelten Kursus aufzeigt. Erec geht den Weg zweimal und schafft es so immer weiter zu reifen, bis er letztendlich als guter König nach Karnant zurückkehren kann. Dies hat man in der Form und Klarkeit in keinem anderen Artusroman. Hartmann von Aue hat damit ein wahrlich großes Werk geschaffen und es wird in diesem Buch ausreichend gewürdigt. Die Behutsame Anpassung der Übersetzung fällt nicht arg ins Gewicht und selbst die Übersetzung ist daher sehr dicht am Original geblieben.
Dieses Buch wird die Massen auch noch in Jahren, wenn nicht sogar Jahrhunderten zu fesseln wissen und sollte daher in keinem Bücherregal fehlen.