- Gebundene Ausgabe: 120 Seiten
- Verlag: Hirmer (1995)
- Sprache: Deutsch, Englisch
- ISBN-10: 3777466808
- ISBN-13: 978-3777466804
- Größe und/oder Gewicht: 27,8 x 24,6 x 2 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.020.671 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Produktinformation
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Das «Erdzeichen»
am Münchner Flughafen
afk. Seit dem letzten Sommer besitzt München ein Kunstwerk besonderer Art: eine Skulptur für Fluggäste. An der Autobahn MünchenDeggen dorf, in den verlängerten Achsen der Abflug- und Landebahn des Münchner Flughafens, realisierte der Allgäuer Maler Wilhelm Holderied zusammen mit seinem Landsmann, dem Plastiker Karl Schlamminger, in neunjähriger Planungs- und Ausführungsarbeit das Projekt für die Plastik «Erdzeichen». Mit dem poetischen Untertitel «Eine Insel für die Zeit» machen die Künstler darauf aufmerksam, dass sie der nach Terminplan geregelten Zeit des Flughafens eine andere temporale Dimension, ein fliessendes Kontinuum, entgegenhalten wollen. Das drei Hektaren grosse «Erdzeichen», ein riesiges, sich in Furchen vom Boden abhebendes Relief, ist in seinem ganzen Ausmass nur aus der Luft überblickbar. Seine weich ausschwingenden konzentrischen Kreise, die sich zum Unendlichkeitssymbol einer liegenden Acht verschränken, sollen als meditativer Ruhepol für einen Augenblick auf den An- oder Abreisenden einwirken.
Das «Erdzeichen» lässt sich weniger der Kategorie «Kunst am Bau» als viel eher der vor allem in Amerika gepflegten «Land art» oder «Earth art» zuordnen. In seiner einfachen ornamentalen Ausführung mag es auch an archaische Stätten erinnern, wie sie aus Gegenden von Colorado bis Mexiko bekannt sind oder wie sie auch in Schottland, Irland und Malta vorkommen und den Nachfahren immer noch Rätsel aufgeben.
Der Ausführung der «Erdzeichen» ging eine lange Planungsarbeit voran. Zeichnungen, Photographien und Computersimulationen markierten Stationen auf dem Weg der Ideen, deren Verwerfung und Neufassung. Die jüngst im Hirmer-Verlag erschienene Publikation macht die vielen Phasen und Etappen nachvollziehbar. Eindrückliche Luftaufnahmen dokumentieren das fertige Riesenwerk, zu dem fortan einzig noch Licht, Wind und Regen Zugang haben. Sie werden an ihm weiterwirken, es überfluten und überwuchern und am Ende wieder in Erde, Stein und Natur zurückführen. In die kunstvoll gefertigten Farbaufnahmen eingestreut finden sich knappe, das Bilderlebnis unterstützende Texte von Howard Fine, Bärbel Hamacher, Willi Hermsen, Wolfgang Längsfeld, Klaus Leidorf, Karl Schlamminger, Manfred Steffen, Christoph Vitali und Räto Weiler.
Hrsg. Wilhelm Holderied: Eine Insel für die Zeit. Ein Erdzeichen entsteht. Hirmer-Verlag, München 1995. 128 S.
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