Selten hat mich ein Buch so nachhaltig bewegt wie dieses Buch. Bei der Lektüre sieht man förmlich den hungrigen,staubigen Großvater mit seinem taub gewordenen Enkel Yassin durch die Wüste wandern. Ein Bild was an Trost-und Hoffnungslosigkeit nicht zu steigern ist. Die kurzen Sätze steigern diese entsetzliche Leere noch. Der Enkel ist das Einzigste was dem Großvater noch geblieben ist. Er muß nun seinem Sohn, der in einer Mine arbeitet, mitteilen, das die Russen das ganze Dorf zerstört haben und die ganze Familie ermordet ist. Er hat Angst vor der Reaktion seines Sohnes, trifft ihn aber letztlich nicht an. Die Vorarbeiter haben seinem Sohn etwas anderes erzählt. Seine ganze Familie sei getötet worden, auch der Vater. Sie wollen ihn zu einem Alphabetisierungskurs schicken und ihn zu einem jungen, fleißigen und revolutionären Arbeiter machen. Ob er den Vater und seinen Sohn je wieder sieht, bleibt offen.
Immer wieder stellt sich mir die Frage:WESHALB? Weshalb Krieg, Zerstörung, Tod, Vergewaltigung, Hunger, Albträume, Schlaflosigkeit...Irrsinn.
"Die Toten sind glücklicher als die Lebenden. Die Menschen haben jegliche Würde verloren." Welch ein Wahnsinn!
Die Kernaussage findet sich für mich in dem Abschnitt:" Die Logik des Krieges ist das Opfer. Da gibt es kein weshalb. Was zählt ist seine Durchführung, nicht die Gründe oder Folgen."
Ich finde, dieses Buch müßte eine Pflichtlektüre an den Gymnasien werden, ein Buch als Anklage gegen den Krieg und seinen Folgen.