Pressestimmen
»Ein lesenswertes Büchlein, das auf leise, eigenwillige Art Gefühle anspricht, Eindrücke hinterlässt und zum Nachdenken anregt.« (Kultur Extra) — »Erdbeerflecken ist kein Buch, das man analysieren, sezieren, wiegen und vermessen sollte. Dieses Buch muss man erfühlen. Dann hinterlässt es Erdbeerflecken auf der Seele.« (G. Adameit, Journalist) — »Mia Bernsteins Erstlingswerk gehört zum Besten, was ich dieses Jahr gelesen habe. Die außergewöhnliche Sprache und die Inhalte fesseln von der ersten Seite an.« (P. Weinbrenner, Buchhändler) — »Es ist ein außergewöhnliches, emotionales, sehr persönliches und berührendes Buch. Wer sich darauf einlassen kann und mag und wer Freunde an einer gleichzeitig pointieren und poetischen Sprache hat, wird sicher Gefallen daran finden.« (Edith Nebel, Journalistin)
Buchrückseite
»Schön, dass du auch hier bist!« Wenn Dämlichkeit übertroffen werden sollte, dann war ihm das mit diesem Satz gelungen. Das wahre Leben. Dort haben alle schöne Wände, keine Blutflecken, putzen sich zwei Mal am Tag die Zähne und es ist die bedeutungsloseste Tätigkeit des ganzen Tages. Wie glücklich diese Menschen sein müssen, die nicht denken! Eines Tages werde ich auch nicht mehr denken.
Über den Autor
Mia Bernstein, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet in Hamburg. »Gedankenscrabble« nennt sie selbst ihre Art zu schreiben. Es ist ein Spiel, Ergebnisse werden aufgeschrieben, gezählt werden nicht nur positive Verluste: »Erdbeerfl ecken«.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Oben? Ja. Marmelade? Bitte. Warum isst du nicht? Keinen Hunger. Oh. Hm. Iss doch nur ein bisschen! Ich habe keinen Hunger. Schade. Für wen? Sie drehte sich nach rechts, schob den Stuhl zur Seite und legte die Füße hoch. Geschichte wurde am Frühstückstisch geschrieben, da war sie sicher. Hier stirbt sie, die Beziehung, die mal war. Der Frühstückstisch war das Grab, das Brötchen die Schaufel und die Grabrede hielt pünktlich zur vollen Stunde der Nachrichtensprecher im Radio. »Es ist neun Uhr, Sie hören die Nachrichten.« Täglich sterben Beziehungen, alle am Frühstückstisch, wer sollte es wagen wollen, diese Wette anzunehmen? Früher riss er ihr die Sachen vom Körper, legte sie auf den Tisch und nahm sich, was er meinte, erworben zu haben. Die Marmelade wird auch nicht gefragt, ob sie verspeist werden möchte, Erdbeeren mit Zucker, die Vereinigung der Zutaten zu einer Substanz, die andere sich nehmen. Vorher muss erworben werden. Käuflich?! Wann war der Zeitpunkt, an dem er sie erworben hatte? In welchem Regal hatte sie gestanden, wie hoch war der Preis? Vergessen. Sie wollte damals so gewöhnlich sein wie Marmelade, wollte benutzt werden, so wie andere Marmeladen, gewöhnlich, täglich zu erwerben. Kein Mensch interessiert sich für die Erdbeeren, die gepflückt werden. Menschen gehen in den Supermarkt, stellen sich vor ein Regal, treffen eine Entscheidung und kaufen Marmelade. Der Wunsch nach Gewöhnlichkeit kam, weil ihr nie einer gesagt hatte, dass sie es war. Früher war sie ungewöhnlich und unglücklich.
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Mia Bernstein, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet in Hamburg. »Gedankenscrabble« nennt sie selbst ihre Art zu schreiben. Es ist ein Spiel, Ergebnisse werden aufgeschrieben, gezählt werden nicht nur positive Verluste: »Erdbeerflecken«.