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Erbin des verlorenen Landes: Roman
 
 
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Erbin des verlorenen Landes: Roman [Broschiert]

Kiran Desai , Robin Detje
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 432 Seiten
  • Verlag: Bt Bloomsbury Taschenbuch Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Dezember 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833305215
  • ISBN-13: 978-3833305214
  • Originaltitel: The Inheritance of Loss
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 249.540 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kiran Desai
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In Kiran Desais Roman Erbin des verlorenen Landes ist niemand richtig glücklich. Eigentlich ist jeder sogar überaus einsam. Da ist der ehemalige Richter, der nach dem Studium in England in den dreißiger Jahren voller Verachtung für die Kolonialmacht nach Indien zurückkehrt, seine Frau zunächst misshandelt und sie aus Angst, sie zu ermorden, zu ihrer Familie schickt: auch seine Affenliebe zu seiner schönen Setterhündin Mutt ist nur ein schwacher Trost. Da ist die Enkelin des Richters Sai, die sich -- in einer Klosterschule und elternlos mit Englisch aufgewachsen und inzwischen von einem ganzen Arsenal skurriler Freunde umgeben -- unsterblich in ihren Hauslehrer Gyan verliebt, der aber zu den Rebellen wechselt und sie verrät. Und da ist schließlich der verhärmte Koch des Richters, der seinen Sohn in die Fremde nach New York geschickt hat, wo dieser in der Illegalität sein Glück aber auch nicht finden kann. Sie alle sind Fremde im eigenen Land, hin und her gerissen zwischen Traditionen und der aufgezwungenen Moderne, die mit ihren globalen Krakenarmen nach ihnen zu greifen scheint: das Paradies von einst scheint unweigerlich verloren.

Subtil und mit viel Sinn für atmosphärische Dichte und die wundervolle Schönheit der Natur entwickelt Desai die Psychologie der Figuren und ihr ambivalentes Zusammenspiel, und zwar vor dem Hintergrund des Gurkha-Aufstands Mitte der achtziger Jahre, der die erwachende Liebe eines Mädchens mit politischen, dem langen Schatten der Kolonialmacht Großbritannien geschuldeten Grausamkeiten konfrontiert. Für diese Virtuosität wurde Erbin des verlorenen Landes 2006 auf die Shortlist des Booker Prize aufgenommen. Und das zu Recht: denn Desai ist es gelungen, die komplexe, nicht ausschließlich traurige Handlung, bei der Privates immer wieder in Politisches übergreift, in ein faszinierendes Sprachgewand zu kleiden. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

kulturnews.de

Kiran Desai wuchs in Indien auf, ging in England zur Schule und studiert heute an der Columbia University in New York. Wenn die 35-Jährige in ihrem zweiten Roman also die Gegensätze zwischen einem verarmten, postkolonialen Indien, einem von illegalen Einwanderern überschwemmten Harlem und einem zum Schlaraffenland glorifizierten Großbritannien aufzeigt, dann weiß sie, wovon sie spricht. "Erbin des verlorenen Landes" spielt in den 80er-Jahren in Kalimpong, einer Kleinstadt am Fuße des Himalayas. Auf einem zerfallenen Anwesen lebt die 17-jährige Sai gemeinsam mit ihrem menschenfeindlichen Großvater und einem schrulligen Koch. Während das junge Mädchen mit seinem Mathelehrer eine erste, zarte Liebe erlebt, während der alte Mann die Schatten seiner Vergangenheit als Richter zu verdrängen versucht, und während der Koch sich nach seinem Sohn im fernen Amerika sehnt, wird Kalimpong durch den blutigen Aufstand aus Nepal stammender Inder von der Außenwelt abgeschnitten. Geschickt verwebt Kiran Desai den politischen Konflikt und die wirren Gefühlswelten ihrer Protagonisten zu einer Geschichte, die vor bildhaften Beschreibungen nur so schillert. In England gewann sie damit den Booker Prize - zu Recht. Denn trotz der vielen Zeitsprünge und Ortswechsel, trotz unzähliger Nebenhandlungen und der thematischen Fülle ist "Erbin des verlorenen Landes" kein überfrachtetes Epos. Sondern eine großartige Geschichte über Fremdsein und die Unveränderlichkeit der Vergangenheit. (jul) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nicht weit von Darjeeling liegt Kalimpong. In der Nähe hat sich vor hundert Jahren ein Schotte ein Haus bauen lassen, mit Blick auf den Kangchenjunga, den höchsten Berg Indiens, von dem Blick erhoffte er sich Romantik und Weisheit. Doch die Kolonialzeit ist lange vorbei, jetzt ist das Haus verfallen, nur noch ein pensionierter indischer Richter wohnt darin mit seinem Koch und seiner Enkelin Sai.

Auch wenn die Kolonialzeit lange vorbei ist, spricht und lebt der Richter englisch, wie so viele seines Standes. Nachmittags gibt es Tee und Gebäck, er hat in Cambridge studiert. Die Briten gestatteten Indern, auf altehrwürdigen englischen Universitäten zu studieren, auf den gleichen Bahnhofsbänken wie Europäer zu sitzen, war ihnen verboten. Den Spagat zwischen englischer Kultur und indischer Herkunft verdrängt der Richter, er weiß, dass er ihn nicht lösen kann. Zu Menschen hat er keine Beziehung, er scheut die Nähe, seine Ehe ist gescheitert, einzig die Hündin Mutt teilt sein Bett und sein Herz. Ein Wunder, dass er seine Enkelin überhaupt bei sich aufnahm, als sie nach dem Tod ihrer Eltern das Nonneninternat verlassen musste.

Der Koch trauert den Zeiten nach, als er für Engländer arbeitete, in Häusern mit zahlreicher Dienerschaft. Er hat einen Sohn in Amerika ist. Mittlerweile gilt Amerika mehr als England, dort kann man reich werden, wenn man hart arbeitet. Sein Sohn soll Karriere machen, er soll es besser haben, als seine Eltern. Biju jobbt in den verschiedensten Restaurants für wenig Geld, denn er ist einer der Illegalen und schreibt begeisterte Briefe über seine Erfolge nach Hause.

Dann kommt ein neuer Privatlehrer, Gyan, für Sai ins Haus, ein junger Student. Er wird Sais erste Liebe. Aber auch Romantik hat Tücken, Gyan ist Ghorka, Nepalese, kommt aus armer Familie wie alle Nepalesen, die zwar die Bevölkerungsmehrheit in der Gegend stellen, aber verachtet sind und nichts zu sagen haben. In Darjeeling geben reiche Bengalis den Ton an, die dorthin ihre Söhne und Töchter auf Internate schicken.

Bald bricht eine Revolte los, "Ghorkaland den Ghorkas" und die junge Liebe hält dieser Belastung so wenig stand wie die Idylle in dem alten Hauses, die keine Idylle war, sondern Selbsttäuschung. Der Ghorka National Liberation Front geht es wie so vielen anderen mit gerechten Anliegen, aus denen bald Selbstgerechtigkeit wächst und in Machthunger und Gewalt umschlägt. Liebe hat da keinen Platz.

Kiran Desai hat ein begeisterndes Buch über Indien, seine sozialen und nationalen Konflikte geschrieben. Vor allem aber über Menschen, sie lässt ihre Figuren, deren Leben und Wünsche vor uns Lesern lebendig werden, malt mit Worten das atemberaubende Panorama des Himalaya und die gesellschaftlichen Umstände, aus deren Idylle eine explosive Mischung aus Terror und Gegenterror, aus Gewalt und Erpressung wächst. Auf diesem Hintergrund lässt sie die fünf so unterschiedlichen Hauptfiguren agieren, den Koch und seinen Sohn, den nepalesischen Privatlehrer, den Richter und seine Enkelin und zahlreiche Nebenfiguren, die alle ihre eigene Geschichte haben.

Indien, seine nationalen und sozialen Konflikte, der Spagat zwischen Moderne und kolonialer Vergangenheit, wird so lebendig, dass dieses Buch vermutlich mehr über diesen Subkontinent verrät als viele Sachbücher. Obendrein ist der Roman gekonnt geschrieben und komponiert; wie bei einer Zwiebel häutet Desai dem Leser eine Schicht nach der anderen ab und jedes Mal zeigt sich etwas neues. So erinnert dieser Roman an "das Hotel New Hampshire" von John Irving, an "das Geisterhaus" von Isabelle Allende, aber auch an "Scham und Schande" von Salman Rushdie, ohne dass es ein Abklatsch wäre. Dafür sorgt schon die ganz eigen komponierte Geschichte und der meisterhafte Stil, beides sorgt dafür, dass man dieses Buch kaum aus der Hand legen mag.

Die Autorin zeigt uns die Torheit der Menschen, aber sie mokiert sich nicht über sie. Im Gegenteil, sie wachsen uns ans Herz, bei allen kulturellen Unterschieden finden sich zu viele Gemeinsamkeiten; Wer selbst noch nie Selbsttäuschungen nachlief, werfe den ersten Stein. Und dass aus gerechten Anliegen selbstgerechte Überheblichkeit und Arroganz wächst, auch das ist nicht nur in Indien so. Wann gibt es in Deutschland einen vergleichbaren Roman über 68, ohne Verklärung, ohne Verurteilung?

(C) Hans Peter Roentgen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Grossartig! 20. Januar 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Kiran Desai hat ein einzigartiges Buch geschrieben, für das sie zurecht den renommierten Booker-Prize bekam.

Vor dem Hintergrund der politischen Unruhen im Grenzgebiet zwischen West-Bengalen und Nepal, Mitte der Achtziger Jahre, schildert Desai einen Teil der Geschichte ihres Landes, das vierzig Jahre nach Erlangung der Unabhängigkeit noch immer in den "Segnungen" der einstigen Kolonialmacht England gefangen ist sowie die Armseligkeit eines durch Generationen geknechteten Volkes, das den Verheissungen der Freiheit zutiefst misstraut und entsprechend kopflos handelt. Dabei stehen die Protagonisten, die heranwachsende Sai, ihr Großvater, der Koch und dessen Sohn, der in die USA auswandert und schließlich, von Heimweh geplagt, in ein zerstörtes Land zurückkehrt, für Zerrissenheit, aber auch unendliche Hoffnung auf eine machbare bessere Welt.

Dies sind immerwährende Themen der Menschheitsgeschichte und sie werden von Kiran Desai mit soviel Scharfblick für menschliche Schwächen, mit soviel Liebe für ihre Helden wie auch deutliche Parteinahme gegen die Usurpation ihres Landes geschildert, nicht zuletzt mit schriftstellerischer Bravour, dass man angesichts ihres jugendlichen Alters (Desai schrieb diesen Roman mit nur 33 Jahren!) nur staunen kann.

In schriftstellerischer, menschlicher und historischer Hinsicht ein absolut lesenswertes Buch!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unterhaltsam und geistreich 23. Januar 2007
Von ReadItAll
Format:Gebundene Ausgabe
Kiran Desai's Roman fand auf der Frankfurter Buchmesse 2006 (Schwerpunkt: Indien)zu Recht besondere Beachtung. Der Roman ist über weite Strecken höchst unterhaltsam, amüsant und stimmig. Allerdings schien mir die Übersetzung hier und da etwas holperig und nicht gelungen. Kiran Desai verfügt über eine große Bandbreite von Humor, manchmal subtil, aber dann auch wieder krachend dreist. Seit ihrem Buch 'Der Guru im Guavenbaum' ist Desai ein deutlicher Entwicklungssprung gelungen, sie kann jetzt aus dem Vollen schöpfen.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Wird den Erwartungen nicht gerecht...
Hält man einen Gewinner des renommierten britischen «Man Booker»-Preises in den Händen, geht man mit sehr hohen Erwartungen an das Buch heran. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Juni 2008 von Taim
Das Schönste ist das Cover
Ja, das Cover und die Beschreibung hatten mich sehr angesprochen.
Ich habe das Buch auch recht gerne gelesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. März 2008 von Ricarda Raab
Interessanter Plot voll überflüssiger Grausamkeiten
Die Lektüre der ersten Kapitel weckte große Erwartungen in mir. Schnell entstand »unter der Feder« Kiran Desais eine dichte Atmosphäre, die alle Sinne ansprach. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Dezember 2007 von Anna Grünwald-trökes
Indien in seiner Farbenpracht und Widersprüchlichkeit
Kiran Desai Erbin des verlorenen Landes

Berlin Verlag

In einer wunderbar filigranen Erzählweise eröffnet uns Kiran Desai den Blick auf ihre Heimat... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. September 2007 von Cl.Borries
Leseschmaus
Der vorliegende Roman spielt in der Mitte der Achtziger Jahre in der Kleinstadt Kalimpong an der Grenze zwischen Bengalen und Sikkim. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Mai 2007 von Matka Hagen
Überreiche Schreibkunst !!!
wie auch in Ihrem Debutroman--der Guru im Guavenbaum--(auch klasse) zeigt sich Kiran Desai im vorliegenden Buch so schreibfähig, dass sich die Nachvollführbarkeit von... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Februar 2007 von dailyveda
Booker-Prize ???
Über den Inhalt haben sich meine Vorredner schon ausgelassen, daher mach ich es kurz und knapp: ich fand das Buch nicht gut. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Januar 2007 von MH
Anrührender Sprung zwischen Erlebniswelten
Es ist kein Wunder, dass die junge Inderin Kiran Desai für diesen Roman, ihr zweiter, eine Auszeichnung bekommen hat! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. November 2006 von Ute Seiberth
Lebt von den Bildern
Dies ist ein wunderbares Buch, das von den Bildern lebt, die es beim Leser entstehen lässt. Kiran Desai hat ein großes Kunstwerk geschaffen! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Oktober 2006 von Martin Bender
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